Zum Inhalt springen
Abstraktes Relief aus dunklem Papier: ein Gefäß mit kleinen Löchern, aus denen Körner rieseln

Google-Ads-Konto prüfen: Audit der häufigsten Geldfresser

Ein Google-Ads-Konto prüfen Sie in sieben Schritten: Conversions, Kampagneneinstellungen, Suchbegriffe, Ausschlüsse, Zielseiten, Gebote und Änderungsverlauf. Budget versickert vor allem bei Suchanfragen ohne Kaufabsicht, bei Klicks von außerhalb des Zielgebiets und bei falsch gezählten Conversions.

8 min Lesezeit Marketing & SEO

Ob ein Konto Geld verschwendet, zeigt sich daran, wofür die Klicks gekauft wurden und was danach geschah, weniger an Klickrate oder Klickpreis. Dieser Beitrag prüft ein bestehendes Konto mit Suchkampagnen. Die Stellen unten finden Sie in fast jedem Konto, am Ende steht eine Routine für die monatliche Prüfung.

Einstellungen

Kampagneneinstellungen, die Budget umleiten

Vier Einstellungen schicken Budget an Stellen, die im Suchbegriffbericht einer Suchkampagne nicht auftauchen. Sie stehen in den Einstellungen jeder Kampagne und werden beim Anlegen leicht übernommen, ohne dass jemand sie liest.

  • Standortoption: Google kennt die Optionen „Präsenz oder Interesse“ und „Präsenz“. Laut Google-Ads-Hilfe ist „Präsenz oder Interesse“ die standardmäßige und empfohlene Einstellung. Damit erreichen Anzeigen auch Menschen, die sich nur für Ihr Zielgebiet interessieren. Ein Betrieb, der in München Bäder saniert, zahlt dann auch für Klicks aus Hamburg. Wer nur vor Ort liefert, stellt auf „Präsenz“ um.

  • Displaynetzwerk in Suchkampagnen: Ist bei einer Suchkampagne unter Werbenetzwerke die Option „Google Displaynetzwerk einbeziehen“ angehakt, verwendet Google laut Hilfe nicht aufgebrauchtes Budget, um Anzeigen im Displaynetzwerk auszuliefern. Segmentieren Sie die Kampagnenstatistik nach Netzwerk. Zeigen sich dort Kosten im Displaynetzwerk ohne Anfragen, nehmen Sie den Haken heraus.

  • Empfehlungen automatisch anwenden: In diesem Bereich legen Sie fest, welche Empfehlungen Google ohne Rückfrage umsetzt, etwa neue Keywords oder eine andere Gebotsstrategie. Prüfen Sie dort, was eingeschaltet ist, und lassen Sie nur an, was Sie bewusst wollen.

  • Performance Max: Diese Kampagnen liefern über alle Kanäle aus, auch in der Suche. Seit dem 30.04.2025 führt Google für sie schrittweise einen Bericht zu Suchbegriffen ein, in der Auswahl als „Suchbegriffe und Landingpages für Performance Max-Kampagnen“, mit Daten ab März 2023. Unpassende Suchbegriffe schließen Sie dort über auszuschließende Keywords auf Kampagnen- oder Kontoebene aus. Läuft eine Performance-Max-Kampagne neben einer Suchkampagne, prüfen Sie beide Berichte.

Suchanfragen

Den Suchbegriffbericht lesen

Der Suchbegriffbericht listet die tatsächlichen Suchanfragen, bei denen Ihre Anzeige erschien und geklickt wurde. Sie finden ihn laut Google-Ads-Hilfe unter Kampagnen > Statistiken und Berichte > Suchbegriffe. Er ist die wichtigste Quelle, weil Keywords nur beschreiben, was Sie wollten, Suchbegriffe dagegen, was Sie bekommen haben.

Lesen Sie ihn nach Kosten sortiert, Zeitraum 30 Tage. Blenden Sie über Spalten > Attribute die Spalte „Keyword“ ein, die nicht standardmäßig sichtbar ist. Dann sehen Sie, welches Ihrer Keywords den Suchbegriff ausgelöst hat. Fragen Sie bei jeder teuren Zeile: Würde dieser Mensch bei uns kaufen? Suchanfragen mit „kostenlos“, „Ausbildung“, „selber machen“ oder dem Namen eines Wettbewerbers zeigen selten Kaufabsicht.

Zwei Grenzen kennt der Bericht. Suchanfragen mit zu wenigen Suchen blendet Google aus Datenschutzgründen aus; sie erscheinen nur gebündelt in den Statistiken zu Suchbegriffen. Und je mehr Sie der Automatik überlassen, desto breiter wird die Streuung. „Weitgehend passend“ ist bei neuen Keywords die Voreinstellung. Mit AI Max für Suchkampagnen, das Google im Mai 2025 vorgestellt hat, erscheinen Anzeigen zudem bei Suchanfragen, für die Sie kein passendes Keyword hinterlegt haben. Wer diese Optionen nutzt, liest den Bericht häufiger.

Ausschlüsse

Auszuschließende Keywords pflegen

Auszuschließende Keywords verhindern, dass Ihre Anzeige bei bestimmten Suchanfragen erscheint. Sie sind der direkte Weg, die Funde aus dem Suchbegriffbericht in Einsparungen umzusetzen.

Eine Eigenheit kostet dabei oft Geld: Auszuschließende Keywords erfassen laut Google keine ähnlichen Varianten. Ein normales Keyword „Badsanierung“ erreicht auch die Mehrzahl oder Tippfehler wie „Badsanirung“, ein ausschließendes „job“ sperrt aber nicht „jobs“. Google nennt selbst das Beispiel: Das auszuschließende Keyword „blumen“ blockiert „rote blume“ nicht. Tragen Sie Einzahl, Mehrzahl und gängige Schreibweisen deshalb einzeln ein.

Ausschlüsse, die für alle Kampagnen gelten, gehören in eine Liste mit auszuschließenden Keywords, die Sie mehreren Kampagnen zuweisen. Für Dienstleister stehen darin meist Begriffe zu Stellensuche, Ausbildung und Gratisangeboten. Kampagnenspezifische Ausschlüsse sorgen dafür, dass sich zwei eigene Kampagnen nicht um dieselbe Suchanfrage streiten, etwa „Badsanierung“ und „Heizungstausch“.

Achten Sie beim Eintragen auf eines: Ein auszuschließendes Keyword darf nicht mit einem Ihrer Keywords übereinstimmen. Sonst wird die Anzeige nicht mehr ausgeliefert.

Ein Puzzle, das orange Teil wird gerade in die Lücke gesetzt, in die es genau passt.

Zielseiten

Passende Zielseiten statt Startseite

Eine Anzeige für „Badsanierung München“ sollte auf einer Seite zur Badsanierung in München landen, nicht auf der Startseite. Wer auf der Startseite ankommt, muss selbst suchen, und ein Teil der bezahlten Besucher geht wieder.

Google bewertet die Zielseite mit. Der Qualitätsfaktor auf der Skala von 1 bis 10 setzt sich aus der voraussichtlichen Klickrate, der Anzeigenrelevanz und der Nutzererfahrung mit der Landingpage zusammen. Welche Seiten Ihre Klicks bekommen, zeigt die Übersicht unter Kampagnen > Statistiken und Berichte > Landingpages, mit Klicks, Kosten und dem Anteil mobiler Klicks auf mobilfreundliche Seiten.

Eine gute Zielseite greift den Suchbegriff in der Überschrift auf, nennt Preis oder Ablauf, zeigt Ansprechpartner und hat ein kurzes Formular oder eine Telefonnummer über der ersten Bildschirmkante. Planen Sie für jede Leistung, die Sie bewerben, eine eigene Seite. Wie solche Seiten aufgebaut sind, die auch in der unbezahlten Suche gefunden werden, zeigt die Seite zu SEO-Landingpages.

Messung

Conversions richtig zählen

Gebotsstrategien optimieren auf das, was Sie als Conversion zählen. Zählt das Konto Klicks auf eine Kontaktseite als Erfolg, sucht die Automatik mehr solche Klicks statt mehr Anfragen. Prüfen Sie unter Ziele > Conversions > Zusammenfassung drei Dinge:

  • Primär oder sekundär: Nur primäre Conversion-Aktionen fließen in die Spalte „Conversions“ und damit in die Gebotsoptimierung. Primär sollten nur echte Anfragen, Anrufe und Käufe sein, nicht Seitenaufrufe oder Klicks auf „Kontakt“.

  • Zählmethode: Für Anfragen empfiehlt Google die Einstellung „Eine“, also eine Conversion pro Anzeigenklick. Mit „Jede“ zählt ein Interessent, der das Formular zweimal abschickt, doppelt.

  • Abgleich: Vergleichen Sie die Zahl der Anfragen im Konto mit den Anfragen, die im Posteingang oder CRM angekommen sind. Weichen beide stark ab, misst das Konto etwas anderes als Ihren Vertrieb.

Für Nutzer im Europäischen Wirtschaftsraum verlangt Google seit März 2024, dass Einwilligungssignale übermittelt werden, etwa über den Einwilligungsmodus (Consent Mode) in Verbindung mit dem Cookie-Banner. Fehlen sie, kann Google nach seiner Richtlinie zur Einwilligung von Nutzern in der EU Funktionen wie Conversion-Messung und Remarketing einschränken. Im erweiterten Einwilligungsmodus, bei dem die Tags vor der Entscheidung ohne Cookies laden, modelliert Google Conversions von Nutzern ohne Einwilligung mit einem auf das Konto angepassten Modell. Wie Messung trotz abgelehnter Cookies funktioniert, beschreibt der Beitrag Performance Marketing ohne Cookie-Plage.

Gebote

Gebotsstrategie passend zum Datenstand

Automatische Gebotsstrategien wie Ziel-CPA oder Ziel-ROAS brauchen Conversions, um zu lernen. Für Ziel-ROAS in Suchkampagnen nennt Google mindestens 15 Conversions in den letzten 30 Tagen. Nach einer Änderung des Ziels sollen Sie laut Google ein bis zwei Conversion-Zyklen abwarten, also die Zeit, die zwischen Klick und Conversion typischerweise vergeht.

Ein Konto mit drei Anfragen im Monat erfüllt solche Werte nicht. Dann passt eine Strategie, die auf Klicks optimiert und den Klickpreis begrenzt, oder eine manuelle Gebotsstrategie, bis die Datenbasis wächst. Wechseln Sie die Strategie nicht häufiger als nötig, denn nach jedem Wechsel braucht die Automatik wieder Zeit, um zu lernen.

Monatsroutine

Die Prüfung in 75 Minuten

Diese Reihenfolge arbeitet von der Messung zu den Geboten, weil jeder spätere Schritt auf korrekten Conversions aufbaut. Die Minuten sind unsere Schätzung für ein Konto mit bis zu fünf Suchkampagnen; die Menüpfade folgen der Google-Ads-Hilfe.

  1. Conversions prüfen, 10 Minuten. Ziele > Conversions > Zusammenfassung: Status jeder Aktion, primär oder sekundär, Zählmethode, Abgleich mit dem Posteingang.

  2. Kampagneneinstellungen prüfen, 10 Minuten. Je Kampagne Standortoption, Werbenetzwerke und den Bereich „Empfehlungen automatisch anwenden“. Kampagnenstatistik nach Netzwerk segmentieren.

  3. Suchbegriffe lesen, 20 Minuten. Kampagnen > Statistiken und Berichte > Suchbegriffe, letzte 30 Tage, nach Kosten sortiert, Spalte „Keyword“ eingeblendet; bei Performance Max zusätzlich „Suchbegriffe und Landingpages für Performance Max-Kampagnen“. Teure Suchbegriffe ohne Conversion notieren.

  4. Ausschlüsse eintragen, 10 Minuten. Kampagnen > Zielgruppen, Keywords und Inhalte > Keywords für Suchanzeigen, Tab „Auszuschließende Keywords für Suchanzeigen“. Einzahl, Mehrzahl und Schreibweisen einzeln, allgemeine Begriffe in die gemeinsame Liste.

  5. Zielseiten kontrollieren, 10 Minuten. Kampagnen > Statistiken und Berichte > Landingpages: Landen bezahlte Klicks auf der Startseite oder auf Seiten ohne Formular?

  6. Gebote und Budget abgleichen, 10 Minuten. Kampagnen > Kampagnen mit den Spalten Gebotsstrategietyp und Conversions: Reichen die Conversions der letzten 30 Tage für die gewählte Strategie?

  7. Änderungen nachvollziehen, 5 Minuten. Kampagnen > Änderungsverlauf: Wer oder was hat seit der letzten Prüfung Budgets, Gebote oder Keywords geändert, auch über automatisch angewendete Empfehlungen?

Zusammen sind das 10 plus 10 plus 20 plus 10 plus 10 plus 10 plus 5, also 75 Minuten. Halten Sie Funde und Änderungen in einer kurzen Liste fest, damit Sie im Folgemonat sehen, ob ein Ausschluss oder eine neue Zielseite gewirkt hat. Wenn Sie die Prüfung abgeben möchten, finden Sie unser Vorgehen auf der Seite zur Suchmaschinenwerbung.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

  • Einmal im Monat gründlich, mit der Routine oben. In den ersten Wochen nach dem Start, nach einer neuen Kampagne oder nach dem Umstieg auf weitgehend passende Keywords sehen Sie zusätzlich einmal pro Woche in den Suchbegriffbericht, weil sich Streuung dort am schnellsten zeigt.

  • Begriffe, bei denen Ihre Anzeige nicht erscheinen soll, in der Google-Ads-Oberfläche „auszuschließende Keywords“ genannt. Sie legen sie für Kampagnen, Anzeigengruppen oder als Liste für mehrere Kampagnen an. Anders als normale Keywords greifen sie nicht bei ähnlichen Varianten, deshalb tragen Sie Mehrzahl und Schreibweisen einzeln ein.

  • Sie ist sinnvoll, wenn das Konto korrekt zählt und genug Conversions liefert; für Ziel-ROAS in der Suche nennt Google mindestens 15 in 30 Tagen. Mit wenigen Conversions fehlt der Automatik die Grundlage. Dann optimieren Sie zunächst auf Klicks mit begrenztem Klickpreis und wechseln, wenn die Zahlen reichen.

Zweite Meinung zu Ihrem Konto

Die sieben Schritte oben gehen wir auf Wunsch mit Ihnen in Ihrem Konto durch, auch als einmalige Prüfung ohne laufende Betreuung.

Zur Suchmaschinenwerbung