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Wann KI bei Ihnen Quatsch ist

Spoiler: Häufiger, als die Großberatungen Ihnen erzählen. Wir sagen Ihnen, wann ein Skript reicht und wann ein Agent Sinn macht.

Position

Großagenturen können diesen Text nicht schreiben.

Weil sie Stundenbudgets verkaufen müssen. Wir nicht. Wir sagen Ihnen lieber ehrlich, dass ein 30-Zeilen-Skript Ihr Problem löst, als Ihnen einen LLM-Workflow mit Vector-DB und Retrieval-Pipeline zu verkaufen, der das Gleiche tut. Nur teurer, langsamer und schwerer zu warten.

Diese Seite ist unsere Anti-Snake-Oil-Checkliste. Vier Szenarien, in denen KI bei Ihnen wirklich Quatsch ist. Drei, in denen sie sich rechnet, und ein klarer Test, mit dem Sie selbst entscheiden können. Ohne uns.

Marco Hochmuth Gründer MARCODES

Teil 1 · Wann es Quatsch ist

Szenarien, in denen Sie kein LLM brauchen

Die meisten „KI-Projekte“, die uns in der Beratung begegnen, sind eigentlich Automatisierungs-Projekte, Such-Projekte oder Klassifikations-Projekte. Alle drei lösen wir seit Jahrzehnten ohne LLM. Schneller, billiger, deterministisch.

Ein riesiger dunkler Modellblock neben einer winzigen Aufgabe, ein kleines oranges Werkzeug erledigt sie ebenso.

Wo LLM-Einsatz aktuell überschätzt wird

In Pitches und Vorstandsrunden hört man oft, ein Sprachmodell sei die Lösung für Suche, Datenaufbereitung oder Compliance. In der Realität entstehen so teure Tickets, in denen ein LLM Aufgaben erledigt, die ein SQL-Statement, ein Regex oder ein klassisches Klassifikations-Modell zuverlässiger und um Größenordnungen günstiger lösen würden. Wir trennen in der Beratung konsequent zwischen Software-Problem und Sprachmodell-Problem.

Vier verschiedene Fälle auf vier Platten, alle liegen auf derselben orangen Grundplatte.

Was die folgenden vier Fälle gemeinsam haben

Alle vier Szenarien auf dieser Seite eint dasselbe Muster: Das Problem ist deterministisch, die Datenmenge ist klein bis mittel, die Anforderung an Genauigkeit ist hoch und Halluzinationen würden direkten geschäftlichen Schaden anrichten. In genau dieser Konstellation ist ein LLM nicht das beste, sondern das schlechteste Werkzeug, egal wie groß das Modell ist und wie aktuell das Trainings-Datum.

Ein Geldscheinprüfer mit eingelegtem Schein, unter der Lampe leuchtet der orange Sicherheitsfaden, daneben ein Geldbündel mit Banderole: Sie prüfen selbst, ob er echt ist.

Wie Sie selbst prüfen, ob KI bei Ihnen Quatsch ist

Ein paar Fragen reichen für eine ehrliche Vorab-Bewertung: Lässt sich das gewünschte Ergebnis als Regel, Formel oder Datenbankabfrage formulieren? Wäre eine Halluzination juristisch oder finanziell heikel? Existiert bereits eine etablierte, deterministische Lösung am Markt? Wenn Sie zweimal mit Ja antworten, sollten Sie das Budget nicht in ein LLM stecken, sondern in saubere Automatisierung. Genau dafür sind die folgenden Kapitel da.

Ein Nussknacker mit orangen Griffen knackt die Nuss jedes Mal gleich: für feste Formate reicht das einfache Werkzeug.

1. Datenextraktion aus strukturierten Dokumenten

Ihre PDFs sind Tabellen. Tabellen brauchen kein GPT.

Wenn die Eingabe ein PDF mit immer denselben Feldern ist (Rechnungsnummer, Lieferdatum, Positionen), ist ein OCR-Parser mit regulären Ausdrücken oder einer kleinen Template-Library um Größenordnungen schneller, deterministisch und deutlich günstiger als ein LLM-Call. Ein LLM, das halluzinieren kann, ist genau das falsche Werkzeug, um Rechnungsbeträge auszulesen.

Faustregel: Wenn Sie das Ergebnis später gegen feste Regeln validieren müssen (Zahl ≥ 0, Datum im Format X, Nummer in Whitelist), war von Anfang an kein LLM nötig.

Ordner kippen in ihrer Reihe um, einer liegt schon am Boden, ein Lautsprecher mit oranger Membran wiederholt das Durcheinander nur lauter.

2. „Chatbot für interne Doku“

Wenn niemand die Doku liest, hilft auch kein RAG.

Ein RAG-Chatbot über Ihr Confluence rettet kein kaputtes Wissensmanagement. Wenn die Doku veraltet, widersprüchlich oder unauffindbar ist, gibt der Bot diese Schwäche nur in Self-Confidence-Wording wieder und führt Ihre Mitarbeiter zu falschen Antworten, die jetzt zusätzlich autoritativ klingen.

Bessere Reihenfolge: erst Doku-Struktur aufräumen (Notion / Outline / GitBook), dann eine gute Suche aufsetzen (Algolia, Meilisearch, Typesense), und erst wenn die Suche unter 1 % „nichts gefunden“ steht, anfangen, über semantische Erweiterung nachzudenken. Reihenfolge umgedreht: verbrannte Lizenzkosten.

Ein schweres dunkles Gewicht ruht auf einer orangen Säule, daneben bleibt eine hohle gestrichelte Säule ohne Last.

3. „KI-Berater für unsere Kunden“

Beratung ohne Haftung verkaufen Sie nicht.

Wenn Ihr Geschäft auf Beratung beruht, deren Ergebnis Ihr Kunde rechtlich oder finanziell trägt (Steuer, Recht, Medizin, Versicherung, Engineering), dann ist ein generativer Bot der teuerste Weg, Ihre Haftung auszuhebeln. Was als „24/7-KI-Assistent“ gepitcht wird, wird im Schadensfall zu „Ihre Software hat falsch geraten, jetzt sind wir dran“.

Sinnvoll: KI als Recherche-Vorbereitung für Ihre Berater, mit klarem Mensch-im-Loop und Source-Citation. Nicht sinnvoll: KI als Kundenkontakt-Layer ohne Review.

Ein schwerer oranger Taucherhelm mit Luftschlauch: es zählt die Tiefe, nicht die Menge.

4. „Content-Erstellung skalieren“

Mehr Content löst kein Sichtbarkeits-Problem.

Wenn Ihr SEO-Problem schlechte Inhalte sind, generieren Sie mit KI nur mehr schlechte Inhalte. Google rankt Sie seit den 2024er-Helpful-Content-Updates aktiv ab. Bei klassischem Mittelstand sehen wir regelmäßig: lieber zehn ehrlich gute, fachlich tiefe Artikel als 200 KI-generierte Themen-Bingo-Texte.

KI hilft bei Strukturierung, beim Lektorat, beim Brainstorming. Sie ersetzt keine fachliche Tiefe, die nur aus Ihrem Team kommen kann. Wenn Sie keine Zeit für Content haben, fehlt Ihnen nicht die KI. Es fehlt Ihnen Priorisierung.

Teil 2 · Wann es sich rechnet

Szenarien, in denen sich ein Agent lohnt

Wir sind nicht gegen KI. Wir sind gegen Snake-Oil-KI. Hier die Fälle, in denen wir selbst LLM-Integration und Agenten-Workflows einsetzen, weil sie sich nachweisbar rechnen.

Lose Würfel strömen zu einem dunklen Modellblock, der sie in drei Behälter sortiert, einer davon orange.

Wann ein Agent echten Hebel erzeugt

Ein LLM-Agent rechnet sich dort, wo unstrukturierter Input auf wiederkehrende Entscheidungen trifft: Mails klassifizieren, Tickets vorqualifizieren, Dokumente zusammenfassen, Recherchen vorstrukturieren. Sobald Volumen, Sprachvielfalt und Kontext zu groß für klassische Regeln werden, übernimmt ein gut instrumentierter Agent. Genau hier sehen die drei folgenden Kapitel den klaren wirtschaftlichen Hebel, inklusive messbarer Zeitersparnis pro Vorgang.

Eine Nähmaschine näht die lange Naht, der Mensch führt den orangen Stoff und setzt den letzten Stich.

Was die drei sinnvollen Fälle verbindet

Die folgenden drei Szenarien teilen ein gemeinsames Muster: viel Sprache, viel Kontext, viel Wiederholung, und Fehler kosten Zeit, aber keine Existenzen. In genau dieser Konstellation darf ein LLM auch mal danebenliegen, weil ein Mensch ohnehin den letzten Klick macht. Aus dieser Kombination entsteht ein produktives Mensch-Modell-Tandem, in dem die KI die ersten 80 Prozent erledigt und der Mensch die kritischen 20 Prozent verantwortet.

Betrieb, Wartung und Reserve liegen als Schichten gestapelt, die orange Einsparung daneben überragt sie deutlich.

Wie wir den Business-Case rechnen

Vor jeder Agenten-Implementierung rechnen wir den konkreten Stundenaufwand pro Vorgang, das Volumen pro Monat und den Token-Preis des passenden Modells gegeneinander. Erst wenn die Einsparung den Betrieb, die Wartung und die Halluzinations-Reserve übersteigt, lohnt sich ein Agent. Diese Rechnung zeigen wir Ihnen transparent, und sie führt regelmäßig dazu, dass wir Ihnen von einem KI-Projekt abraten, auch wenn Ihr Budget bereits freigegeben war.

Lose E-Mails laufen durch einen dunklen Modellblock und kommen als geordnetes Raster mit oranger Kopfzeile heraus.

1. Unstrukturierter Input, strukturierter Output

Kunden-E-Mails in Tickets übersetzen.

Wenn der Input frei formulierter Text ist (E-Mail, Sprachnotiz, Chat) und der Output ein strukturiertes JSON für Ihr System sein muss (Ticket-Kategorie, Priorität, betroffenes Produkt), ist das genau das Brot-und-Butter-Geschäft eines LLM. Mit Schema-Validierung und Confidence-Schwelle. Mensch-im-Loop für die unklaren Fälle.

Ziel: Der Großteil der Mails fließt automatisch ins richtige Ticket-Format, der Rest wird zur Prüfung markiert. Das entlastet das Team spürbar, ohne Snake-Oil.

Ein sauber sortierter Stapel Rechercheordner liegt bereit, der orange Richterhammer auf seinem Block bleibt bei der Fachperson.

2. Wissens-Recherche durch Ihre Experten

Vorrecherche statt Entscheidung.

Wenn fachlich tiefer Output erwartet wird (Gutachten, Argumentation, Code-Review), ist ein Agent als Vorrecherche-Tool für Ihre Experten extrem wertvoll: Materialsichtung, Quellen-Sammlung, Erst-Strukturierung. Die Entscheidung trifft weiter der Mensch, aber er kommt schneller zur Entscheidung.

Wichtig: Source-Citation muss von Anfang an Pflicht sein, nicht „nice-to-have“. Ohne nachprüfbare Quellen liefern Sie Ihrem Team nur ein selbstbewusstes Bauchgefühl.

Ein Feld vieler gleicher Würfel mit zwei gestrichelten Fehlstellen, ein oranger Prüfrahmen fährt rasch darüber.

3. Volumenarbeit mit Toleranz für Fehler

Wenn 5 % Fehlerquote okay sind.

Produktbeschreibungs-Varianten, Übersetzungs-Vorschläge, A/B-Test-Titel. Alles Aufgaben, bei denen ein menschlicher Final-Review schnell geht und kleine Fehler keine Katastrophe sind. Hier ist KI ein produktiver Verstärker, weil das Volumen sonst nie bewältigt werden würde.

Anti-Muster: dieselbe Logik auf rechtlich bindende Texte (AGB, Datenschutz, Vertragsklauseln) anwenden. Da müssen wir bei 0 % Fehlerquote landen und dann sind wir wieder bei „Mensch schreibt, KI lektoriert“.

Selbsttest

Fragen, bevor Sie KI einkaufen.

Eins: Was würden Sie als Praktikant mit Python und einem Wochenende erreichen? Zwei: Was würde ein gut konfiguriertes klassisches System (Suche, Regelwerk, Workflow-Engine) lösen? Drei: Was bleibt übrig, nachdem Sie Antworten Eins und Zwei abgezogen haben?

Das, was nach Frage Drei übrig bleibt, ist Ihr echtes KI-Projekt. Häufig ist da nichts mehr, und das ist die ehrlichste Erkenntnis, die wir Ihnen in einer Beratung mitgeben können.

Häufige Fragen

Fragen dazu, wann KI bei Ihnen Quatsch ist

Wann ist der Einsatz von KI für mein Projekt wirklich sinnvoll?
Wir empfehlen KI nur, wenn das Problem nicht deterministisch lösbar ist, die Datenmenge groß ist und eine gewisse Fehlertoleranz akzeptabel ist. Für einfache, klar definierte Aufgaben setzen wir lieber auf klassische Automatisierungsmethoden, die schneller und stabiler sind.
Wie erkenne ich, ob KI bei meinem Anwendungsfall Quatsch ist?
Ein einfacher Test hilft: Wenn sich das Ergebnis als Regel, Formel oder Datenbankabfrage formulieren lässt und Halluzinationen juristische oder finanzielle Risiken bergen, dann ist KI meist das falsche Werkzeug. Wir setzen in solchen Fällen lieber auf bewährte, deterministische Lösungen.
Warum sollen manche Aufgaben lieber ohne KI gelöst werden?
Gerade bei kleinen bis mittleren Datenmengen mit hohen Anforderungen an Genauigkeit sind klassische Methoden oft zuverlässiger. Wir wissen, dass KI-Modelle Halluzinationen erzeugen können, was in kritischen Szenarien zu Schäden führen kann, weshalb wir hier auf deterministische Ansätze setzen.
Wann reicht ein einfaches Skript statt einer KI-Lösung aus?
Bei Aufgaben wie Datenextraktion aus strukturierten Dokumenten, die sich klar mit regulären Ausdrücken oder Templates lösen lassen, genügt meist ein kurzes Skript. Wir bevorzugen diese Lösungen, weil sie schneller, günstiger und leichter wartbar sind als komplexe KI-Workflows.
Wie unterscheiden Sie zwischen Software- und KI-Problemen?
Wir analysieren, ob die Herausforderung durch klassische Software wie SQL-Abfragen oder Regex lösbar ist. Wenn ja, empfehlen wir keine KI-Lösung, da diese oft teurer und unzuverlässiger wäre. Damit vermeiden wir unnötige Komplexität und Kosten für unsere Kunden.
Können KI-Modelle bei kleinen Datenmengen zuverlässig arbeiten?
Bei kleinen bis mittleren Datenmengen mit hohen Genauigkeitsanforderungen sind KI-Modelle häufig nicht die beste Wahl. Wir setzen in solchen Fällen lieber auf deterministische Methoden, um Fehler und Halluzinationen zu vermeiden, die geschäftlichen Schaden verursachen könnten.
Bieten Sie auch Beratung an, um zu entscheiden, ob KI sinnvoll ist?
Ja. Wir beraten unsere Kunden ehrlich und sachlich, ob KI in ihrem konkreten Fall Mehrwert bietet oder ob traditionelle Automatisierungslösungen ausreichen. Dabei geht es uns darum, die beste und wirtschaftlichste Lösung zu finden, nicht um den Verkauf von KI um jeden Preis.

60-Minuten-Audit: KI oder keine KI bei Ihnen.

Sie schicken uns Ihre drei wichtigsten KI-Ideen, wir gehen sie mit Ihnen durch. Fix-Preis, schriftliches Ergebnis. Oft ist die Antwort: kein LLM, sondern ein einfaches Skript oder ein klassisches System. Das spart Ihnen oft einen sechsstelligen Beratungs-Auftrag.

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