Definition
Auftragsfertigung bezeichnet einen Fertigungsprozess, bei dem Produkte erst nach Eingang eines spezifischen Kundenauftrags hergestellt werden. Im Gegensatz zur Lagerfertigung erfolgt die Produktion nicht auf Vorrat, sondern bedarfsgerecht. Dabei orientiert sich die Herstellung an den individuellen Anforderungen und Spezifikationen des Auftraggebers.
Diese Form der Fertigung wird häufig in Branchen eingesetzt, in denen maßgeschneiderte oder komplexe Produkte gefragt sind. Die Auftragsfertigung ermöglicht es, flexibel auf Kundenwünsche einzugehen und besondere Produktvarianten zu realisieren, die nicht standardisiert sind.
Hintergrund und Entwicklung
Die Auftragsfertigung hat ihre Wurzeln in traditionellen Handwerksbetrieben, in denen Produkte stets individuell gefertigt wurden. Mit der Industrialisierung und der Einführung der Massenproduktion geriet die Auftragsfertigung zeitweise in den Hintergrund, gewann jedoch in den letzten Jahrzehnten durch zunehmende Kundenindividualisierung wieder an Bedeutung.
Moderne Fertigungstechnologien wie CAD/CAM-Systeme und flexible Produktionsanlagen haben die Auftragsfertigung erleichtert und effizienter gestaltet. Dadurch ist es möglich, auch komplexe Produkte in kleineren Stückzahlen wirtschaftlich herzustellen.
Funktionsweise der Auftragsfertigung
Der Prozess der Auftragsfertigung beginnt mit der Auftragserteilung durch den Kunden, der genaue Spezifikationen und Anforderungen definiert. Anschließend erfolgt die Planung und Beschaffung der benötigten Materialien, gefolgt von der eigentlichen Produktion gemäß den Vorgaben.
Im Gegensatz zur Serienfertigung ist die Auftragsfertigung durch eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gekennzeichnet. Die Produktionsprozesse sind oft weniger standardisiert und erfordern eine enge Abstimmung zwischen Hersteller und Kunde.
Einsatzgebiete
Auftragsfertigung findet sich vor allem in Branchen wie dem Maschinenbau, der Elektrotechnik, der Automobilindustrie und im Anlagenbau. Dort werden häufig individuelle Komponenten, Sondermaschinen oder kundenspezifische Produkte gefertigt.
Auch in der Medizintechnik oder im Möbelbau wird die Auftragsfertigung genutzt, um auf spezielle Anforderungen und Wünsche der Kunden einzugehen. Die Flexibilität der Produktion ermöglicht es, individuelle Lösungen anzubieten, die nicht in Serie produziert werden.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Die Auftragsfertigung unterscheidet sich von der Serienfertigung, bei der Produkte in großen Stückzahlen nach einem einheitlichen Standard produziert werden. Während die Serienfertigung auf Effizienz und Kostensenkung durch Massenproduktion setzt, steht bei der Auftragsfertigung die Individualität im Vordergrund.
Ein verwandter Begriff ist die Chargenfertigung, bei der Produkte in begrenzten Losgrößen hergestellt werden. Im Gegensatz zur Auftragsfertigung erfolgt die Chargenfertigung jedoch nicht zwingend nach individuellen Kundenwünschen, sondern kann auch standardisierte Produkte umfassen.