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Glossar · D

DES

Data Encryption Standard, ein älterer Verschlüsselungsstandard, der durch AES ersetzt wurde.

Definition

DES steht für Data Encryption Standard und ist ein symmetrisches Verschlüsselungsverfahren, das in den 1970er Jahren entwickelt wurde. Es wurde als Standard für die Verschlüsselung von elektronischen Daten festgelegt und diente dazu, Informationen vor unbefugtem Zugriff zu schützen. DES verwendet einen festen Schlüssel mit einer Länge von 56 Bit, um Datenblöcke von 64 Bit zu verschlüsseln.

Der Algorithmus basiert auf dem Feistel-Netzwerk und arbeitet mit 16 Runden von Permutationen und Substitutionen, um die Daten zu ver- und entschlüsseln. Die symmetrische Verschlüsselung bedeutet, dass derselbe Schlüssel für die Ver- und Entschlüsselung verwendet wird. DES war lange Zeit ein weit verbreiteter Standard in der IT-Sicherheit.

Geschichte und Standardisierung

DES wurde 1977 vom National Institute of Standards and Technology (NIST), damals National Bureau of Standards (NBS), als offizieller Verschlüsselungsstandard in den USA veröffentlicht. Die Entwicklung erfolgte in Zusammenarbeit mit IBM, das den Algorithmus Lucifer als Grundlage lieferte.

Der Standard wurde zunächst als FIPS PUB 46 (Federal Information Processing Standard Publication 46) definiert. DES wurde in den folgenden Jahrzehnten in vielen Anwendungen eingesetzt, darunter Finanztransaktionen, Telekommunikation und Regierungsbehörden. Aufgrund der zunehmenden Rechenleistung wurde die Sicherheit von DES jedoch im Laufe der Zeit als unzureichend angesehen.

Funktionsweise

Der DES-Algorithmus verschlüsselt Daten in Blöcken von 64 Bit mit einem 56-Bit-Schlüssel, der aus einem 64-Bit-Schlüssel abgeleitet wird, wobei 8 Bits als Paritätsbits verwendet werden. Die 16 Runden des Algorithmus bestehen aus einer Kombination von Expansion, Substitution durch S-Boxen, Permutation und XOR-Operationen mit Teilschlüsseln, die aus dem Hauptschlüssel abgeleitet werden.

Die Entschlüsselung erfolgt mit demselben Algorithmus und Schlüssel, allerdings in umgekehrter Reihenfolge der Teilschlüssel. Die Struktur des Feistel-Netzwerks ermöglicht diese symmetrische Operation, wodurch der gleiche Algorithmus für Ver- und Entschlüsselung genutzt werden kann.

Einsatzgebiete

DES wurde ursprünglich für die Sicherung von sensiblen, aber nicht geheimsten Daten in Regierungs- und Industrieanwendungen entwickelt. Es fand breite Anwendung in der Finanzbranche, zum Beispiel bei der Sicherung von Geldautomaten-Transaktionen und Kreditkartendaten.

Auch in der Telekommunikation und in Unternehmensnetzwerken wurde DES zur Verschlüsselung von Daten eingesetzt. Mit der Zeit wurde DES jedoch durch leistungsfähigere Algorithmen ersetzt, die höhere Sicherheitsanforderungen erfüllen.

Sicherheitsaspekte und Schwächen

Die Hauptkritik an DES betrifft die Schlüssellänge von 56 Bit, die mit zunehmender Rechenleistung ab den 1990er Jahren als zu kurz galt. Dies ermöglichte es Angreifern, den Schlüssel durch Brute-Force-Angriffe relativ schnell zu ermitteln.

Zudem wurden theoretische Angriffe wie Differential- und Linearkryptanalyse entwickelt, die die Sicherheit von DES weiter infrage stellten. Aufgrund dieser Schwächen wurde DES als unsicher eingestuft und durch modernere Verschlüsselungsstandards ersetzt.

Nachfolger und Abgrenzung

Als Nachfolger von DES wurde der Advanced Encryption Standard (AES) entwickelt und 2001 vom NIST als neuer Verschlüsselungsstandard veröffentlicht. AES verwendet längere Schlüssel (128, 192 oder 256 Bit) und gilt als deutlich sicherer und effizienter als DES.

Eine Zwischenlösung war Triple DES (3DES), bei dem DES dreimal hintereinander mit verschiedenen Schlüsseln angewendet wird, um die Sicherheit zu erhöhen. 3DES ist jedoch ebenfalls veraltet und wird zunehmend durch AES ersetzt.