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Glossar · D

Design-System

Ein Design-System ist eine Sammlung von wiederverwendbaren Komponenten und Richtlinien, die eine konsistente Benutzeroberfläche gewährleisten.

Definition

Ein Design-System ist eine strukturierte Sammlung von wiederverwendbaren Designelementen, Komponenten und Richtlinien, die zur Entwicklung konsistenter Benutzeroberflächen verwendet wird. Es umfasst visuelle Bausteine wie Farben, Typografie, Icons und Layouts sowie funktionale Komponenten wie Buttons, Formulare und Navigationsleisten. Ziel ist es, ein einheitliches Erscheinungsbild und eine konsistente Nutzererfahrung über verschiedene digitale Produkte hinweg sicherzustellen.

Design-Systeme enthalten neben den visuellen und funktionalen Elementen auch Dokumentationen und Best Practices, die den Umgang mit den Komponenten beschreiben. Sie dienen als zentrale Referenz für Designer, Entwickler und andere am Produkt beteiligte Teams, um Wiederholungen zu vermeiden und die Effizienz im Entwicklungsprozess zu steigern.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Ein Design-System lohnt sich, sobald mehrere Websites, Apps oder Teams dieselbe Marke umsetzen und Buttons, Formulare oder Farben immer wieder neu gebaut werden. Neue Seiten entstehen damit schneller und sehen einheitlich aus, außerdem lassen sich Anforderungen an die Barrierefreiheit zentral in den Komponenten lösen. Für eine einzelne kleine Website reicht oft ein schlanker Styleguide. Wichtig ist, dass jemand das System pflegt, sonst veraltet es neben dem tatsächlichen Code.

Hintergrund und Entwicklung

Der Begriff Design-System wurde in den letzten zehn bis fünfzehn Jahren im Zuge der zunehmenden Komplexität digitaler Produkte populär. Große Technologieunternehmen wie Google mit ihrem Material Design (veröffentlicht 2014) und IBM mit dem Carbon Design System haben maßgeblich zur Verbreitung beigetragen. Diese Systeme wurden entwickelt, um die Skalierbarkeit von Benutzeroberflächen bei wachsender Produktvielfalt zu gewährleisten.

Design-Systeme entstanden aus der Notwendigkeit, Design und Entwicklung enger zu verzahnen und Inkonsistenzen zu vermeiden, die bei der Arbeit in großen Teams oder über mehrere Plattformen hinweg häufig auftreten. Sie bauen auf Prinzipien des modularen Designs und der Wiederverwendbarkeit auf, die auch in der Softwareentwicklung seit Jahrzehnten Anwendung finden.

Funktionsweise und Bestandteile

Ein Design-System besteht typischerweise aus mehreren Ebenen. Die Basis bilden Designprinzipien und Stilrichtlinien, die Farben, Typografie, Abstände und andere visuelle Aspekte definieren. Darauf aufbauend folgen UI-Komponenten, die als Code-Module oder Designvorlagen bereitgestellt werden und in verschiedenen Anwendungen eingesetzt werden können.

Darüber hinaus enthalten viele Design-Systeme eine Dokumentation, die nicht nur technische Implementierungsdetails, sondern auch Anwendungsbeispiele und Verhaltensregeln umfasst. Die Komponenten sind oft als Webkomponenten, React- oder Vue-Komponenten implementiert, um eine einfache Integration in Entwicklungsprojekte zu ermöglichen.

Einsatzgebiete

Design-Systeme werden vor allem in Unternehmen mit mehreren digitalen Produkten oder Plattformen eingesetzt, um eine konsistente Markenwahrnehmung und Nutzererfahrung zu gewährleisten. Sie finden Anwendung in Webanwendungen, mobilen Apps, Desktop-Software und zunehmend auch in IoT-Geräten oder eingebetteten Systemen.

Neben der Konsistenz verbessern Design-Systeme die Zusammenarbeit zwischen Design- und Entwicklungsteams, da sie klare Vorgaben und wiederverwendbare Bausteine bieten. Dies führt zu einer schnelleren Produktentwicklung und erleichtert die Pflege und Weiterentwicklung von Benutzeroberflächen.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Design-Systeme unterscheiden sich von Styleguides und Pattern Libraries durch ihren umfassenderen Ansatz. Styleguides beschreiben meist nur visuelle Richtlinien, während Pattern Libraries Sammlungen von UI-Mustern sind. Design-Systeme integrieren beide Aspekte und erweitern sie um funktionale Komponenten und Dokumentation.

Im Vergleich zu Frameworks wie Bootstrap oder Foundation sind Design-Systeme stärker auf die individuelle Markenidentität eines Unternehmens zugeschnitten und enthalten neben Code auch umfangreiche Designprinzipien. Frameworks bieten hingegen vorgefertigte UI-Komponenten mit einem generischen Look, der weniger anpassbar ist.

Verwandte Begriffe

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Zur Leistung: Webseiten