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Glossar · G

Geo-Blocking

Eine Praxis, die den Zugriff auf Online-Inhalte basierend auf dem geografischen Standort des Nutzers einschränkt.

Definition

Diese Praxis wird häufig von Anbietern eingesetzt, um regionale Lizenzrechte, gesetzliche Vorgaben oder geschäftliche Strategien umzusetzen. Geo-Blocking kann sich auf verschiedene Arten von digitalen Angeboten beziehen, darunter Streaming-Dienste, Online-Shops, Nachrichtenportale oder Software-Downloads. Die Einschränkungen können sich sowohl auf den gesamten Zugriff als auch auf einzelne Funktionen oder Inhalte beziehen.

Hintergrund und rechtlicher Kontext

In der Europäischen Union wurde Geo-Blocking im Rahmen der Verordnung (EU) 2018/302 reguliert, die seit März 2018 gilt. Ziel dieser Verordnung ist es, ungerechtfertigte geografische Zugangsbeschränkungen im Binnenmarkt zu verhindern und den freien Datenverkehr zu fördern. Anbieter dürfen demnach den Zugang zu Waren und Dienstleistungen nicht allein aufgrund des Wohnsitzes oder des Standortes des Nutzers verweigern, es sei denn, dies ist durch objektive Gründe gerechtfertigt.

Technische Umsetzung

Neben der IP-basierten Geolokalisierung können auch andere Techniken zum Einsatz kommen, etwa die Analyse von Zahlungsinformationen, Spracheinstellungen oder GPS-Daten bei mobilen Geräten. Die Kombination verschiedener Methoden erhöht die Genauigkeit der Standortbestimmung und erschwert Umgehungsversuche.

Einsatzgebiete

Darüber hinaus findet Geo-Blocking Anwendung bei Online-Spielen, Software-Distribution und bei der Bereitstellung von Nachrichteninhalten. Manche Regierungen verwenden Geo-Blocking, um den Zugriff auf bestimmte Webseiten oder Dienste innerhalb ihrer Grenzen zu kontrollieren oder zu zensieren.

Abgrenzung zu verwandten Konzepten

Ein verwandtes Konzept ist die sogenannte Geofencing-Technologie, die meist im mobilen Kontext verwendet wird und Aktionen basierend auf dem Standort des Nutzers innerhalb eines bestimmten geografischen Bereichs auslöst. Geo-Blocking hingegen bezieht sich explizit auf die Zugangsbeschränkung zu digitalen Inhalten oder Diensten.