Definition
GitHub Actions ist eine integrierte Automatisierungsplattform innerhalb der Versionsverwaltung GitHub. Sie ermöglicht die Umsetzung von Continuous Integration (CI) und Continuous Delivery (CD) direkt im Repository. Die Automatisierungsprozesse werden in sogenannten Workflows definiert, die in YAML-Dateien im Projektverzeichnis gespeichert sind.
Diese Workflows bestehen aus einer Reihe von Jobs und Schritten, die bei bestimmten Ereignissen wie Code-Pushes, Pull Requests oder zeitgesteuerten Triggern ausgeführt werden. Die Ausführung erfolgt in isolierten Umgebungen, sogenannten Runnern, die temporär bereitgestellt werden. Dadurch können Entwickler automatisierte Tests, Builds, Deployments und weitere Aufgaben direkt in GitHub abbilden.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
GitHub Actions führt bei jeder Änderung automatisch Tests, Prüfungen und auf Wunsch das Deployment aus, sodass Fehler auffallen, bevor sie live gehen. Für kleine Projekte reicht das kostenlose Kontingent oft aus, bei vielen Läufen oder großen Projekten fallen Kosten für Rechenzeit an. Achten Sie darauf, dass Zugangsdaten für Server und Dienste als geschützte Secrets hinterlegt sind und nicht im Code stehen.
Geschichte und Hintergrund
GitHub Actions wurde im Oktober 2018 angekündigt und im November 2019 offiziell veröffentlicht. Die Entwicklung erfolgte durch GitHub, das seit 2018 Teil von Microsoft ist. Die Einführung zielte darauf ab, CI/CD-Funktionalitäten eng mit der GitHub-Plattform zu verzahnen, um externe Tools zu ersetzen oder zu ergänzen.
Vor GitHub Actions nutzten viele Entwickler externe CI/CD-Dienste wie Travis CI, CircleCI oder Jenkins. GitHub Actions ermöglichte erstmals die direkte Automatisierung innerhalb der GitHub-Umgebung, was die Konfiguration vereinfachte und die Integration mit GitHub-spezifischen Events verbesserte. Die Plattform wurde seit der Einführung kontinuierlich erweitert und unterstützt heute viele Programmiersprachen und Plattformen.
Funktionsweise
Workflows in GitHub Actions werden in YAML-Dateien definiert, die im Verzeichnis .github/workflows im Repository liegen. Ein Workflow besteht aus einem oder mehreren Jobs, die wiederum aus einzelnen Schritten bestehen. Schritte können Shell-Befehle oder Aktionen sein, wobei Aktionen wiederverwendbare Bausteine sind, die von der Community oder GitHub bereitgestellt werden.
Die Ausführung erfolgt auf Runnern, die entweder von GitHub gehostet oder selbst betrieben werden können. GitHub stellt virtuelle Maschinen mit verschiedenen Betriebssystemen (Linux, Windows, macOS) bereit, die temporär gestartet werden, um die definierten Jobs auszuführen. Nach Abschluss werden die Runner wieder freigegeben. Die Ergebnisse werden in GitHub visualisiert und können zur weiteren Analyse genutzt werden.
Einsatzgebiete
GitHub Actions wird vor allem für die Automatisierung von Softwareentwicklungsprozessen verwendet. Dazu gehören das Ausführen von Unit-Tests, das Erstellen von Softwarepaketen, das Deployment von Anwendungen und die Automatisierung von Code-Reviews oder Sicherheitsprüfungen. Die enge Integration mit GitHub ermöglicht es, diese Prozesse direkt an GitHub-Ereignisse zu koppeln.
Darüber hinaus können auch andere Aufgaben automatisiert werden, wie das Erstellen von Dokumentationen, das Versenden von Benachrichtigungen oder das Ausführen von Infrastruktur-Provisionierungen. Durch die flexible Definition der Workflows sind vielfältige Anwendungsszenarien möglich, die über reine CI/CD-Prozesse hinausgehen.
Abgrenzung zu anderen CI/CD-Systemen
Im Vergleich zu externen CI/CD-Diensten wie Jenkins, Travis CI oder CircleCI zeichnet sich GitHub Actions durch die vollständige Integration in die GitHub-Plattform aus. Dadurch entfallen häufige Konfigurationsschritte und die Verwaltung von Zugriffsrechten wird vereinfacht. Externe Systeme bieten teilweise umfangreichere Anpassungsmöglichkeiten und Plugins.
Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass GitHub Actions auf Runnern basiert, die temporär bereitgestellt werden, während einige andere Systeme dauerhaft laufende Build-Server verwenden. Selbstgehostete Runner ermöglichen jedoch auch bei GitHub Actions eine flexible Infrastruktur. Insgesamt ist GitHub Actions besonders für Projekte geeignet, die vollständig innerhalb von GitHub verwaltet werden.