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Glossar · M

Multi-Touch-Attribution

Modell zur Bewertung des Einflusses verschiedener Marketing-Kanäle auf den Kaufentscheidungsprozess.

Definition

Multi-Touch-Attribution ist ein Modell zur Bewertung des Einflusses verschiedener Marketing-Kanäle auf den Kaufentscheidungsprozess eines Kunden. Dabei werden alle Berührungspunkte (Touchpoints) berücksichtigt, die ein Nutzer vor einer Conversion mit einer Marke oder einem Produkt hatte. Ziel ist es, den Beitrag jedes Kanals oder jeder Interaktion zur finalen Kaufentscheidung zu quantifizieren.

Im Gegensatz zur Single-Touch-Attribution, bei der nur ein einzelner Kontaktpunkt bewertet wird, analysiert die Multi-Touch-Attribution den gesamten Pfad des Kunden über mehrere Kanäle hinweg. Dies ermöglicht eine differenziertere und umfassendere Sicht auf die Wirkung von Marketingmaßnahmen.

Hintergrund und Entwicklung

Die Multi-Touch-Attribution entstand als Reaktion auf die zunehmende Komplexität im Online-Marketing und die Vielfalt der verfügbaren Kanäle wie Suchmaschinen, Social Media, E-Mail-Marketing und Display-Werbung. Früher wurden oft nur der erste oder der letzte Kontaktpunkt bewertet, was zu einer verzerrten Einschätzung der Marketingeffektivität führte.

Mit der Verbreitung digitaler Tracking-Technologien und Attributionssoftware seit den 2010er-Jahren wurde es möglich, detaillierte Nutzerdaten über verschiedene Kanäle hinweg zu erfassen und auszuwerten. Dies ermöglichte die Entwicklung unterschiedlicher Multi-Touch-Modelle, die den Einfluss einzelner Touchpoints gewichten.

Funktionsweise

Multi-Touch-Attributionsmodelle analysieren die Abfolge von Interaktionen eines Nutzers mit Werbemaßnahmen bis zur Conversion. Dabei werden den einzelnen Touchpoints Werte zugewiesen, die deren Beitrag zum Kauf widerspiegeln. Die Gewichtung kann auf verschiedenen mathematischen Verfahren basieren, etwa linear, zeitlich gewichtet oder algorithmisch.

Beispiele für Multi-Touch-Modelle sind das lineare Modell, bei dem jeder Kontaktpunkt gleich bewertet wird, und das zeitverlaufbasierte Modell, das jüngeren Interaktionen einen höheren Wert gibt. Komplexere Ansätze verwenden maschinelles Lernen, um die Attribution datengetrieben zu optimieren.

Einsatzgebiete

Multi-Touch-Attribution wird vor allem im digitalen Marketing eingesetzt, um die Effektivität verschiedener Kanäle und Kampagnen zu messen. Dies unterstützt Unternehmen bei der Budgetallokation und Optimierung der Marketingstrategie. Die Modelle kommen in Bereichen wie E-Commerce, Lead-Generierung und Customer Journey Analyse zum Einsatz.

Darüber hinaus wird Multi-Touch-Attribution genutzt, um kanalübergreifende Marketingaktivitäten zu koordinieren und den Einfluss von Offline- und Online-Kanälen zu kombinieren. Die Integration verschiedener Datenquellen ist dabei eine wichtige Voraussetzung für aussagekräftige Ergebnisse.

Abgrenzung zu verwandten Konzepten

Im Gegensatz zur Single-Touch-Attribution, die nur den ersten oder letzten Kontaktpunkt bewertet, berücksichtigt die Multi-Touch-Attribution alle Berührungspunkte entlang der Customer Journey. Dadurch liefert sie eine differenziertere Analyse der Marketingwirkung.

Eine Alternative zur Multi-Touch-Attribution ist die datengetriebene Attribution, die mithilfe von Algorithmen und statistischen Modellen den Einfluss der Kanäle ermittelt, ohne vorgegebene Gewichtungen. Zudem unterscheidet sich Multi-Touch-Attribution von Marketing-Mix-Modellen, die aggregierte Daten auf höherer Ebene analysieren und auch externe Faktoren berücksichtigen.