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Glossar · P

PSD2

Payment Services Directive 2. EU-Richtlinie, die Banken zur Öffnung ihrer Schnittstellen verpflichtet und Strong Customer Authentication vorschreibt.

Definition

Die Payment Services Directive 2 (PSD2) ist eine EU-Richtlinie, die seit 2018 angewendet wird und darauf abzielt, den Zahlungsverkehr innerhalb der Europäischen Union zu regulieren und zu modernisieren. Sie verpflichtet Banken und Zahlungsdienstleister dazu, ihre Schnittstellen für Drittanbieter zu öffnen, um eine Vielzahl von Zahlungsdiensten zu ermöglichen.

PSD2 fördert den Wettbewerb im Finanzsektor, indem sie es Drittanbietern erlaubt, auf Kontoinformationen zuzugreifen und Zahlungsinitiierungen durchzuführen. Dies soll nicht nur die Innovationskraft im Zahlungsverkehr stärken, sondern auch den Verbrauchern mehr Wahlmöglichkeiten und Kontrolle über ihre Finanzdaten geben.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Als Händler spüren Sie PSD2 vor allem durch die starke Kundenauthentifizierung: Kartenzahlungen und viele Online-Zahlungen verlangen eine Bestätigung per App oder Code, was zu Abbrüchen im Kaufprozess führen kann. Moderne Zahlungsdienstleister nutzen erlaubte Ausnahmen, etwa für kleine Beträge oder wiederkehrende Zahlungen, damit nicht jede Zahlung eine Bestätigung braucht. Für Buchhaltung und Finanzplanung eröffnet PSD2 zudem den geregelten Zugriff auf Kontodaten mehrerer Banken in einer Software.

Geschichte / Standardisierung

Die PSD2 wurde von der Europäischen Kommission als Teil des Binnenmarktes für Zahlungsdienste entwickelt und trat im Januar 2016 in Kraft; seit dem 13. Januar 2018 ist sie in den Mitgliedstaaten anzuwenden. Sie ersetzt die erste Zahlungsrichtlinie (PSD1), die 2007 eingeführt wurde, und reagiert auf die sich verändernden Anforderungen des digitalen Zahlungsmarktes.

Die Richtlinie wurde vom Europäischen Parlament und dem Rat verabschiedet; technische Details, etwa zur starken Kundenauthentifizierung, legte die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) in technischen Regulierungsstandards fest. Sie umfasst Regelungen zur Regulierung von Zahlungsdiensten, zur Stärkung der Sicherheit im Zahlungsverkehr und zur Förderung des Wettbewerbs zwischen Banken und FinTechs.

Funktionsweise

Ein zentrales Element von PSD2 ist die Einführung der Strong Customer Authentication (SCA), die eine mehrstufige Authentifizierung bei elektronischen Zahlungen vorschreibt. Diese Maßnahme soll die Sicherheit im Zahlungsverkehr erhöhen und Betrugsfälle reduzieren.

Darüber hinaus müssen Banken und Zahlungsdienstleister APIs (Application Programming Interfaces) bereitstellen, die es Drittanbietern ermöglichen, auf Kontoinformationen zuzugreifen und Zahlungen im Auftrag der Kunden auszulösen. Diese Öffnung der Schnittstellen fördert die Entwicklung neuer Zahlungsdienste und -lösungen.

Anwendung in der Praxis

In der Praxis bedeutet PSD2, dass Verbraucher nun die Möglichkeit haben, ihre Kontoinformationen über Drittanbieter zu verwalten, die innovative Finanzdienstleistungen anbieten. Beispielsweise können Nutzer ihre Konten bei verschiedenen Banken über eine einzige App verwalten, was den Überblick über ihre Finanzen erleichtert.

Die Richtlinie hat auch Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle von Banken, die sich anpassen müssen, um den neuen Anforderungen gerecht zu werden. Viele Banken haben begonnen, Partnerschaften mit FinTechs einzugehen, um ihre Dienstleistungen zu erweitern und wettbewerbsfähig zu bleiben.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

PSD2 wird häufig mit der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Verbindung gebracht, da beide Regelwerke einen starken Fokus auf den Schutz der Verbraucherrechte legen. Während die PSD2 sich jedoch auf den Zahlungsverkehr konzentriert, regelt die DSGVO den Umgang mit personenbezogenen Daten.

Ein weiterer verwandter Begriff ist die erste Zahlungsrichtlinie (PSD1), die zwar ähnliche Ziele verfolgte, jedoch nicht die gleiche Reichweite und die Anforderungen an die Öffnung von Schnittstellen beinhaltete. PSD2 stellt somit einen bedeutenden Fortschritt in der Regulierung des Zahlungsverkehrs dar.

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