Keyword-Recherche für Mittelständler: Suchbegriffe Ihrer Kunden finden
Die Suchbegriffe Ihrer Kunden finden Sie zuerst in Anfragen, Angeboten und Gesprächen des Vertriebs, erst danach in Werkzeugen. Eine Keyword-Recherche prüft diese Wörter mit Search Console, Keyword-Planer und Google Trends, ordnet jedem Begriff eine Absicht und genau eine Seite zu und wird regelmäßig nachgeführt.
Ein Keyword-Werkzeug kennt nur Wörter, die schon jemand eingegeben hat. Welche davon zu Ihrem Angebot passen, weiß es nicht. Diese Auswahl entsteht aus dem, was Kunden am Telefon, in Anfragen und im Erstgespräch sagen. Mittelständische Anbieter haben hier einen Vorsprung, weil Vertrieb und Kundendienst diese Sprache täglich hören.
Die fünf Schritte unten führen von dieser Sammlung zu einer gepflegten Liste. Durchgerechnet werden sie an einem konstruierten Beispiel: einem Elektrobetrieb aus München, der Ladestationen und Photovoltaik für Gewerbekunden installiert. Wie sich eine solche Liste mit Anzeigen und organischer Suche gemeinsam nutzen lässt, beschreibt unsere Seite zum Suchmaschinenmarketing aus SEO und Anzeigen.
Schritt 1 · Sammeln
Mit Kundengesprächen anfangen
Die erste Liste entsteht ohne Werkzeug. Sammeln Sie vier bis sechs Wochen lang die Wörter, mit denen Kunden ihr Anliegen beschreiben, und zwar wörtlich, mit allen Umwegen:
Betreffzeilen und erste Sätze eingehender Anfragen, auch aus dem Kontaktformular,
Fragen, die der Vertrieb im Erstgespräch immer wieder hört,
Begriffe aus Ausschreibungen und Anfragen von Einkäufern,
Beschwerden und Rückfragen im Kundendienst.
Im Angebot des Beispielbetriebs heißt die Leistung „Ladeinfrastruktur“, der Kunde schreibt „Wallbox für unseren Firmenparkplatz“. Er fragt, ob „zehn Autos gleichzeitig laden können, ohne dass die Sicherung fliegt“, was der Fachbetrieb Lastmanagement nennt. Beide Fassungen kommen auf die Liste, die Kundensprache zuerst.
Achten Sie auf Ortsangaben. Wer „Elektriker Gewerbe Garching“ schreibt, sucht einen Betrieb in der Nähe. Für solche Begriffe gelten eigene Regeln, die der Beitrag Lokale SEO in München zusammenstellt, vom Unternehmensprofil bis zur Standortseite.
Schritt 2 · Prüfen
Werkzeuge und ihre Grenzen
Werkzeuge beantworten zwei Fragen: Wird ein Begriff überhaupt gesucht, und welche verwandten Begriffe gibt es? Keines liefert exakte Zahlen, jedes zeigt einen anderen Ausschnitt.
Google Search Console
Der Leistungsbericht der Search Console zeigt im Tab „Abfragen“, bei welchen Suchanfragen Ihre Website bereits erscheint, mit Klicks, Impressionen, Klickrate und durchschnittlicher Position. Die Standardansicht umfasst die letzten drei Monate, der Zeitraum lässt sich im Datumsfilter erweitern. Begriffe mit vielen Impressionen und wenig Klicks sind Kandidaten für eine bessere Seite: Google zeigt sie, aber die Seite passt nicht gut genug.
Google Keyword-Planer
Der Keyword-Planer gehört zu Google Ads. Er setzt ein Konto mit abgeschlossener Einrichtung voraus; laut Google-Ads-Hilfe gehören dazu Zahlungsinformationen, auch wenn Sie nur Keyword-Ideen sehen wollen. Er bietet zwei Einstiege: „Neue Keywords entdecken“ und „Suchvolumen und Prognosen abrufen“. Die Werte zum Suchvolumen sind laut Google gerundet, Begriffe mit sehr geringem Suchvolumen zeigt der Planer gar nicht an. Wer bereits Anzeigen schaltet, hat mit dem Suchbegriffbericht eine zweite Quelle: Er listet echte Suchanfragen, die zu Klicks geführt haben. Wie Sie ihn nach Kosten sortiert lesen, zeigt die Prüfroutine in Google-Ads-Konto prüfen.
Google Trends
Google Trends zeigt das relative Interesse auf einer Skala von 0 bis 100, berechnet aus einer Stichprobe, also keine absoluten Suchzahlen. Das reicht für zwei Fragen: Hat ein Begriff eine Saison, und welche von zwei Schreibweisen wird häufiger gesucht? Im Beispiel lohnt der Vergleich von „Wallbox“ und „Ladestation“.
SISTRIX
Die SISTRIX GmbH aus Bonn bietet mit Keyword Discovery ein Werkzeug, das auf 40 eigenen Länderdatenbanken beruht. Laut eigener Anleitung ordnet es Begriffe den Absichten Know, Do, Website und Visit zu und zeigt Wettbewerb, Saisonverlauf und die aktuellen zehn Treffer. Die Suchvolumina sind dort eigene Schätzungen des Anbieters; wie sie entstehen, beschreibt die Anleitung nicht.
Gleichen Sie Werte aus mehreren Quellen nicht gegeneinander ab. Sie messen Verschiedenes. Nutzen Sie sie als Rangfolge innerhalb Ihrer Liste.
Schritt 3 · Einordnen
Suchintention einordnen
Die Suchintention ist das Ziel hinter einer Anfrage: informieren, vergleichen, beauftragen oder eine bestimmte Website finden. Woran Sie die vier Gruppen erkennen und wie Sie die erste Ergebnisseite dafür lesen, erklärt der Beitrag Landingpage oder Blogbeitrag?. Hier zählt das Ergebnis: Jeder Begriff bekommt eine Absicht und eine zuständige Seite.
Die Tabelle zeigt sieben Begriffe aus dem Beispiel. Die Begriffe sind ausgedacht, Suchvolumen stehen bewusst nicht dabei, weil sie für einen erfundenen Betrieb nichts aussagen.
Auch die letzte Zeile ist ein Ergebnis: Für aussortierte Begriffe entsteht keine Seite, und in Anzeigenkampagnen werden sie ausgeschlossen.
| Suchintention | Zuständige Seite | |
|---|---|---|
| Wallbox für Firmenparkplatz | Beauftragen, die Person sucht einen Betrieb | Leistungsseite „Ladestationen für Unternehmen“ |
| Elektriker Gewerbe Garching | Beauftragen mit Ortsbezug | Dieselbe Leistungsseite mit Einzugsgebiet, dazu das Unternehmensprofil |
| Lastmanagement Ladestationen | Informieren | Blogbeitrag, der das Prinzip erklärt und zur Leistungsseite führt |
| Photovoltaik Gewerbedach Kosten | Vergleichen | Blogbeitrag mit Kostenfaktoren und Beispielrechnung |
| Wallbox oder Schnellladesäule | Vergleichen | Blogbeitrag als Gegenüberstellung |
| Name des Betriebs plus Erfahrungen | Navigieren, kurz vor der Entscheidung | Referenzseite, keine neue Seite |
| Wallbox selbst anschließen | Informieren, ohne Auftragsabsicht | Keine Seite; in Google Ads als auszuschließendes Keyword |
Schritt 4 · Zuordnen
Keywords Seiten zuordnen
Aus der Tabelle wird eine Zuordnung mit einer Regel: Jede Absicht hat genau eine zuständige URL. Zwei eigene Seiten für dieselbe Absicht nehmen sich gegenseitig Sichtbarkeit; woran Sie das in der Search Console erkennen, steht im oben verlinkten Beitrag zur Seitenwahl.
Kaufnahe Begriffe mit Ortsbezug oder klarer Leistung bekommen eine eigene Angebotsseite. Wie solche Seiten aufgebaut sind, zeigt die Seite zu Landingpages für einzelne Suchbegriffe. Fragen und Vergleiche gehen in Beiträge. Für kurze Definitionsfragen wie „Was ist Lastmanagement?“ reicht oft ein Glossareintrag; warum viele kleine Begriffsseiten bei Long-Tail-Keywords gut abschneiden, begründet der Beitrag Glossar als SEO-Waffe.
Die Zuordnung gehört vor den Seitenbaum, nicht danach: Seitentitel, Meta-Angaben und Adressen entstehen aus ihr, und eine Seite, die nach dem Start umbenannt oder verschoben wird, braucht eine Weiterleitung und verliert eine Zeit lang Sichtbarkeit.
Schritt 5 · Pflegen
Liste pflegen statt einmal erstellen
Eine Begriffsliste veraltet, weil sich Angebot, Wettbewerb und Sprache der Kunden ändern. Führen Sie sie als Tabelle mit fünf Spalten: Begriff, Suchintention, zuständige URL, Quelle, Datum der letzten Prüfung.
Viermal im Jahr reicht eine Durchsicht mit drei Fragen:
Welche neuen Abfragen zeigt die Search Console mit nennenswerten Impressionen, die noch keiner Seite zugeordnet sind?
Bei welchen zugeordneten Begriffen sinkt die Klickrate, obwohl die Position gleich bleibt? Dann passen Titel oder Beschreibung nicht mehr zur Absicht.
Was hat der Vertrieb seit der letzten Durchsicht neu gehört?
Neue Leistungen, neue Normen oder neue Förderprogramme bringen neue Wörter mit. Tragen Sie sie mit Datum und Quelle ein, auch wenn die Werkzeuge noch kein Suchvolumen zeigen; bei der nächsten Durchsicht sehen Sie in der Search Console, ob Impressionen dazukommen.
Nachgefragt
Häufige Fragen
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Für den Anfang genügen die kostenlosen Werkzeuge von Google: die Search Console für Begriffe, bei denen Ihre Website bereits erscheint, der Keyword-Planer in einem Google-Ads-Konto für Ideen und gerundete Suchvolumen und Google Trends für Saison und Schreibweisen. SEO-Werkzeuge mit eigener Datenbank wie SISTRIX ergänzen Wettbewerbsdaten und Absichten. Die wichtigste Quelle bleibt die Sprache Ihrer Kunden aus Anfragen und Gesprächen.
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Für einen Anbieter mit erklärungsbedürftiger Leistung oft im Gegenteil. Lange, genaue Suchanfragen werden selten gesucht, kommen aber von Menschen, die ihr Problem schon kennen. Der Keyword-Planer zeigt Begriffe mit sehr geringem Suchvolumen gar nicht an; in der Search Console tauchen sie trotzdem auf, sobald Ihre Seite dafür erscheint.
Ihre Begriffe, sortiert nach Absicht
Notieren Sie zehn Begriffe aus Ihren letzten Anfragen und ordnen Sie sie wie in der Tabelle oben Absicht und Seite zu. Wie Suchanzeigen auf derselben Liste aufbauen, zeigt die Seite zum Suchmaschinenmarketing.
Nachweise
Quellen und Stand
Stand: 14.07.2026. Angaben zu Search Console, Keyword-Planer und Google Trends laut Google-Hilfe, zu SISTRIX laut Anleitung des Anbieters. Das Beispiel mit dem Elektrobetrieb ist ausgedacht.
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