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Glossar · B

Big Data

Große und komplexe Datensätze, die mit traditionellen Datenverarbeitungsmethoden schwer zu handhaben sind.

Definition

Big Data bezeichnet sehr große und komplexe Datensätze, die sich durch ein hohes Volumen, eine hohe Geschwindigkeit der Entstehung und eine große Vielfalt der Datenarten auszeichnen. Diese Datensätze sind so umfangreich, dass sie mit herkömmlichen Datenverarbeitungsmethoden und -werkzeugen schwer zu erfassen, zu speichern, zu verwalten und zu analysieren sind. Der Begriff umfasst sowohl strukturierte als auch unstrukturierte Daten, die aus verschiedenen Quellen stammen können, darunter soziale Medien, Sensoren, Transaktionssysteme und mehr.

Der Begriff Big Data wird häufig durch die sogenannten drei Vs charakterisiert: Volume (Datenmenge), Velocity (Geschwindigkeit der Datenentstehung und -verarbeitung) und Variety (Vielfalt der Datenformate). In jüngerer Zeit werden auch weitere Vs wie Veracity (Datenqualität) und Value (Nutzen der Daten) hinzugefügt, um die Komplexität und Bedeutung von Big Data umfassender zu beschreiben.

Hintergrund und Entwicklung

Die Entstehung des Begriffs Big Data kann auf die frühen 2000er Jahre zurückverfolgt werden, als die Menge digital verfügbarer Daten exponentiell zunahm. Die Verbreitung des Internets, mobiler Geräte und sozialer Netzwerke führte zu einer explosionsartigen Zunahme der erzeugten Daten. Unternehmen und Forschungseinrichtungen sahen sich mit der Herausforderung konfrontiert, diese Datenmengen sinnvoll zu nutzen und daraus Erkenntnisse zu gewinnen.

Parallel zur Datenzunahme entwickelten sich Technologien und Plattformen, die speziell für die Verarbeitung von Big Data konzipiert wurden. Dazu zählen verteilte Speicher- und Verarbeitungssysteme wie Hadoop, das 2005 von Doug Cutting und Mike Cafarella initiiert wurde, sowie NoSQL-Datenbanken, die eine flexible Speicherung verschiedener Datenformate ermöglichen. Diese Technologien ermöglichen die Skalierung der Datenverarbeitung über viele Rechner hinweg.

Funktionsweise und Technologien

Big Data wird typischerweise mit verteilten Systemen verarbeitet, die Daten auf viele Knoten verteilen, um die Verarbeitungsgeschwindigkeit und Skalierbarkeit zu erhöhen. Die Speicherung erfolgt oft in sogenannten Data Lakes oder verteilten Dateisystemen, die unterschiedliche Datenformate aufnehmen können. Analytische Verfahren reichen von einfachen statistischen Auswertungen bis hin zu komplexen Algorithmen des maschinellen Lernens und der künstlichen Intelligenz.

Zur Verarbeitung von Big Data werden verschiedene Software-Frameworks eingesetzt, darunter Apache Hadoop für Batch-Verarbeitung und Apache Spark für In-Memory-Verarbeitung. Diese Frameworks unterstützen die Analyse großer Datenmengen in akzeptabler Zeit. Ergänzend kommen Werkzeuge zur Datenintegration, Datenqualitätssicherung und Visualisierung zum Einsatz, um die gewonnenen Erkenntnisse nutzbar zu machen.

Einsatzgebiete

Big Data findet Anwendung in zahlreichen Branchen und Bereichen. Im Marketing werden Kundendaten analysiert, um personalisierte Angebote zu erstellen und das Kundenverhalten besser zu verstehen. In der Medizin ermöglichen große Datensätze aus Patientenakten und Genomforschung neue Erkenntnisse für Diagnostik und Therapie.

Auch in der Industrie wird Big Data genutzt, etwa zur Überwachung von Produktionsprozessen und zur vorausschauenden Wartung von Maschinen (Predictive Maintenance). Im Finanzsektor dienen Big-Data-Analysen der Betrugserkennung und Risikobewertung. Darüber hinaus spielt Big Data eine Rolle in der Forschung, etwa in der Klimaforschung oder bei der Analyse sozialer Netzwerke.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Big Data wird oft mit Begriffen wie Data Science, Data Analytics oder Business Intelligence verwechselt, die jedoch unterschiedliche Schwerpunkte setzen. Data Science umfasst die Methoden und Prozesse zur Gewinnung von Erkenntnissen aus Daten, während Big Data sich primär auf die Datenmengen und -komplexität selbst bezieht. Business Intelligence konzentriert sich auf die Analyse von Geschäftsdaten zur Entscheidungsunterstützung, meist mit kleineren, strukturierten Datenbeständen.

Im Gegensatz zu traditionellen Datenbanken und Data-Warehouse-Systemen, die auf strukturierte Daten ausgelegt sind, adressiert Big Data auch unstrukturierte und semi-strukturierte Daten. Alternative Ansätze zur Datenverarbeitung, wie Edge Computing oder Streaming Analytics, ergänzen die Big-Data-Technologien, indem sie Daten näher an der Quelle in Echtzeit verarbeiten.