Definition
Ein Client ist in der Informationstechnologie ein Softwareprogramm oder ein Gerät, das auf Dienste, Ressourcen oder Daten zugreift, die von einem Server bereitgestellt werden. Die Kommunikation zwischen Client und Server erfolgt typischerweise über ein Netzwerk, wobei der Client Anfragen stellt und der Server darauf antwortet. Clients können verschiedene Formen annehmen, darunter Desktop-Anwendungen, Webbrowser oder mobile Apps.
Der Begriff Client beschreibt somit die Rolle eines Systems in einer Client-Server-Architektur, bei der Aufgaben und Ressourcen zwischen zwei oder mehreren Computern verteilt werden. Während der Client die Benutzerinteraktion ermöglicht, übernimmt der Server die zentrale Verarbeitung oder Speicherung von Daten. Diese Trennung erleichtert die Skalierbarkeit und Verwaltung von IT-Systemen.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
Der Begriff Client fällt in Gesprächen mit IT-Dienstleistern oft, etwa beim Mail-Client, beim API-Client oder bei der Frage, ob eine Anwendung im Browser oder als installiertes Programm laufen soll. Läuft viel Logik im Client, also im Browser oder in der App, ist die Bedienung oft flüssiger, aber Sicherheitsprüfungen müssen trotzdem auf dem Server stattfinden, weil sich der Client manipulieren lässt. Für interne Anwendungen spart ein reiner Browser-Client die Installation und Pflege auf jedem einzelnen Rechner.
Geschichte und Hintergrund
Das Konzept des Clients entstand mit der Entwicklung von Netzwerken und verteilten Systemen in den 1970er und 1980er Jahren. Mit der Verbreitung von Personal Computern und lokalen Netzwerken wurde die Client-Server-Architektur zu einem dominanten Modell für die Bereitstellung von IT-Diensten. Frühere Systeme arbeiteten oft mit zentralisierten Mainframes, während Clients zunehmend eigenständige Geräte mit Benutzeroberflächen darstellten.
In den 1990er Jahren führte die Verbreitung des Internets zu einer Ausweitung der Client-Rollen, insbesondere durch Webbrowser als Clients, die auf Webserver zugreifen. Dies veränderte die Art und Weise, wie Anwendungen entwickelt und bereitgestellt wurden, und führte zu neuen Formen von Clients wie Thin Clients oder Fat Clients.
Funktionsweise
Ein Client initiiert in der Regel eine Verbindung zu einem Server, indem er eine Anfrage über ein definiertes Protokoll wie HTTP, FTP oder SMTP sendet. Der Server verarbeitet diese Anfrage und liefert eine Antwort, die der Client interpretiert und darstellt. Die Kommunikation erfolgt meist synchron, kann aber auch asynchron gestaltet sein, um die Benutzerfreundlichkeit zu verbessern.
Clients können lokal auf einem Endgerät installiert sein oder webbasiert arbeiten. Lokale Clients speichern oft Daten temporär oder dauerhaft, während webbasierte Clients hauptsächlich auf die Darstellung und Interaktion mit serverseitigen Daten fokussiert sind. Zudem können Clients unterschiedliche Funktionen übernehmen, etwa Authentifizierung, Datenvalidierung oder Benutzeroberflächen-Rendering.
Einsatzgebiete
Clients finden sich in nahezu allen Bereichen der IT, von einfachen Anwendungen wie E-Mail-Programmen bis hin zu komplexen Unternehmenssoftwarelösungen. In der Webentwicklung sind Browser die häufigsten Clients, die Webseiten und Webanwendungen laden und darstellen. Mobile Apps fungieren ebenfalls als Clients, die auf Backend-Server zugreifen.
Auch in Unternehmensnetzwerken sind Clients essenziell, um auf zentrale Datenbanken, Dateiserver oder Druckdienste zuzugreifen. Thin Clients werden in Virtual Desktop Infrastructure (VDI)-Umgebungen eingesetzt, um Rechenleistung zentral zu bündeln und Endgeräte zu entlasten. Die Vielfalt der Clients spiegelt die unterschiedlichen Anforderungen und Technologien in der IT-Landschaft wider.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Der Client unterscheidet sich vom Server dadurch, dass er primär Anfragen stellt und Dienste nutzt, während der Server diese bereitstellt und verwaltet. Im Gegensatz zu Peer-to-Peer-Netzwerken, bei denen alle Teilnehmer gleichberechtigt sind, ist die Client-Server-Architektur hierarchisch organisiert. Ein Client kann auch als Thin Client oder Fat Client klassifiziert werden, je nachdem, wie viel Verarbeitung lokal stattfindet.
Ein weiterer verwandter Begriff ist der Browser, der eine spezielle Form des Clients darstellt, der Webseiten und Webanwendungen darstellt. Im Gegensatz zu eigenständigen Desktop-Clients sind Browser plattformübergreifend und benötigen keine Installation spezifischer Anwendungen. Auch der Begriff Terminal wird manchmal synonym verwendet, bezeichnet jedoch meist ein Eingabegerät oder eine Schnittstelle zu einem Hostsystem.