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Glossar · H

HTTP

Hypertext Transfer Protocol. Das Anwendungsprotokoll des Webs, mit dem Browser und Server kommunizieren. Heutige Versionen sind HTTP/2 und HTTP/3.

Definition

HTTP steht für Hypertext Transfer Protocol und ist ein Anwendungsprotokoll zur Übertragung von Daten im World Wide Web. Es definiert, wie Nachrichten formatiert und übertragen werden sowie wie Webserver und Webbrowser darauf reagieren sollen. HTTP ermöglicht den Abruf von Webseiten, Bildern, Videos und anderen Ressourcen über das Internet.

Das Protokoll arbeitet nach dem Client-Server-Modell, wobei der Client typischerweise ein Webbrowser ist, der Anfragen an einen Server stellt. Der Server verarbeitet diese Anfragen und sendet entsprechende Antworten zurück, meist in Form von HTML-Dokumenten oder anderen Webinhalten. HTTP ist zustandslos, das heißt, jede Anfrage wird unabhängig von vorherigen behandelt.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Auf HTTP-Ebene entscheiden sich Dinge, die für Besucher und Suchmaschinen spürbar sind: ob die Seite nur verschlüsselt erreichbar ist, ob alte Adressen sauber weitergeleitet werden und ob der Server moderne Protokollversionen wie HTTP/2 oder HTTP/3 für kürzere Ladezeiten nutzt. Fehlerhafte Statuscodes, etwa Fehlerseiten, die als erfolgreich gemeldet werden, können die Indexierung stören. Ein technischer SEO-Check oder ein Blick in die Entwicklerwerkzeuge des Browsers zeigt schnell, wie Ihr Server antwortet.

Geschichte und Standardisierung

HTTP wurde ursprünglich 1989 von Tim Berners-Lee am CERN entwickelt, um die Kommunikation zwischen Webbrowsern und Servern zu standardisieren. Die erste Version, HTTP/0.9, war sehr einfach und unterstützte nur den Abruf von HTML-Seiten. 1996 wurde HTTP/1.0 als RFC 1945 veröffentlicht, gefolgt von HTTP/1.1 im Jahr 1997, das zahlreiche Verbesserungen wie persistente Verbindungen und Caching einführte.

Die Weiterentwicklung des Protokolls führte zu HTTP/2, das 2015 als RFC 7540 standardisiert wurde. HTTP/2 verbessert die Performance durch Multiplexing von Anfragen und Header-Kompression. Seit 2022 ist zudem HTTP/3 als RFC 9114 standardisiert, das auf dem QUIC-Protokoll basiert und eine schnellere und sicherere Verbindung über UDP ermöglicht.

Funktionsweise

HTTP basiert auf einem Anfrage-Antwort-Prinzip, bei dem der Client eine Anfrage in Form einer HTTP-Request an den Server sendet. Diese Anfrage enthält Methoden wie GET, POST, PUT oder DELETE, die die gewünschte Aktion spezifizieren. Der Server antwortet mit einem HTTP-Response, der einen Statuscode, Header und optional einen Nachrichtentext enthält.

Die Kommunikation erfolgt normalerweise über TCP-Verbindungen auf Port 80 für HTTP und Port 443 für die verschlüsselte Variante HTTPS. HTTP selbst definiert keine Verschlüsselung, weshalb HTTPS als Erweiterung mit TLS (Transport Layer Security) verwendet wird, um die Sicherheit und Integrität der übertragenen Daten zu gewährleisten.

Einsatzgebiete

HTTP ist das grundlegende Protokoll für die Übertragung von Webseiten und Webanwendungen im Internet. Es wird von Webbrowsern, mobilen Apps, APIs und zahlreichen anderen Anwendungen genutzt, die auf Webtechnologien basieren. Auch Dienste wie RESTful APIs verwenden HTTP als Transportprotokoll für den Datenaustausch.

Neben der Übertragung von HTML-Dokumenten unterstützt HTTP auch die Übertragung anderer Dateitypen wie Bilder, Videos, Skripte und Stylesheets. Es ist damit zentral für die Funktionalität des modernen Internets und die Bereitstellung von Inhalten und Diensten über das Web.

Abgrenzung zu verwandten Protokollen

HTTP unterscheidet sich von anderen Internetprotokollen wie FTP (File Transfer Protocol) oder SMTP (Simple Mail Transfer Protocol) durch seinen Fokus auf die Übertragung von Hypertext und Webinhalten. FTP dient hauptsächlich dem Datei-Transfer, während SMTP für den Versand von E-Mails verwendet wird.

Im Vergleich zu HTTPS, das eine verschlüsselte Variante von HTTP darstellt, ist HTTP unverschlüsselt und daher weniger sicher. HTTPS nutzt TLS, um die Kommunikation zu schützen. HTTP/3 unterscheidet sich von HTTP/1.1 und HTTP/2 durch die Nutzung des QUIC-Protokolls, das auf UDP basiert und eine geringere Latenz sowie bessere Verbindungsstabilität bietet.