Definition
DMARC steht für Domain-based Message Authentication, Reporting and Conformance und ist ein E-Mail-Authentifizierungsprotokoll, das entwickelt wurde, um die Sicherheit von E-Mail-Domains zu erhöhen. Es ermöglicht Domaininhabern, Richtlinien festzulegen, wie E-Mails, die von ihrer Domain gesendet werden, authentifiziert werden sollen, und bietet Mechanismen zur Berichterstattung über E-Mail-Nachrichten, die diese Richtlinien nicht erfüllen.
DMARC baut auf zwei bestehenden Standards auf: Sender Policy Framework (SPF) und DomainKeys Identified Mail (DKIM). Während SPF festlegt, welche Server berechtigt sind, E-Mails im Namen einer Domain zu versenden, und DKIM eine digitale Signatur zur Authentifizierung von E-Mails verwendet, ergänzt DMARC diese Mechanismen durch eine zentrale Richtlinie und Reporting-Funktionen.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
DMARC schützt Ihre Domain davor, dass Betrüger in Ihrem Namen täuschend echte Mails an Kunden verschicken. Sinnvoll ist ein schrittweiser Start: zunächst nur beobachten und Berichte auswerten, bis alle legitimen Versender wie Shop, CRM und Newsletter-Tool sauber erkannt werden, danach verdächtige Mails in den Spam-Ordner schicken oder ablehnen lassen. Ohne jemanden, der die Berichte regelmäßig auswertet, bleibt die Richtlinie dauerhaft auf dem harmlosen Anfangswert stehen.
Geschichte und Standardisierung
DMARC wurde 2012 von einer Gruppe von Unternehmen und Organisationen, darunter Google, Microsoft und Yahoo, ins Leben gerufen. Ziel war es, einen einheitlichen Standard zur Bekämpfung von E-Mail-Betrug und Phishing-Angriffen zu schaffen. Die Spezifikation wurde 2012 veröffentlicht und 2015 als RFC 7489 bei der IETF dokumentiert.
Die Standardisierung von DMARC erfolgt durch die Internet Engineering Task Force (IETF), die auch für die Entwicklung vieler anderer Internetprotokolle verantwortlich ist. DMARC wird als RFC 7489 in den offiziellen Dokumenten der IETF geführt und beschreibt die technischen Details und Implementierungsrichtlinien für das Protokoll.
Funktionsweise
DMARC ermöglicht es Domaininhabern, eine Richtlinie in den DNS-Einträgen ihrer Domain zu veröffentlichen, die angibt, wie E-Mails behandelt werden sollen, die die Authentifizierung nicht bestehen. Diese Richtlinie kann angeben, ob solche E-Mails abgelehnt, in den Spam-Ordner verschoben oder einfach ignoriert werden sollen.
Zusätzlich zu den Richtlinien bietet DMARC auch Reporting-Funktionen, die es Domaininhabern ermöglichen, Berichte über den E-Mail-Verkehr zu erhalten. Diese Berichte enthalten Informationen darüber, welche E-Mails die Authentifizierung bestanden haben und welche nicht, sowie Details zu den Absendern und den verwendeten Authentifizierungsmethoden.
Einsatzgebiete
DMARC wird hauptsächlich von Unternehmen und Organisationen eingesetzt, die ihre E-Mail-Kommunikation absichern möchten. Insbesondere große Unternehmen, die eine Vielzahl von E-Mail-Diensten nutzen, profitieren von DMARC, da es hilft, das Risiko von Phishing-Angriffen und E-Mail-Betrug zu reduzieren.
Ein weiterer Anwendungsbereich von DMARC ist die Verbesserung der Zustellbarkeit von E-Mails. Durch die Implementierung von DMARC können Unternehmen sicherstellen, dass ihre legitimen E-Mails nicht im Spam-Ordner der Empfänger landen, was die Effektivität von E-Mail-Marketing-Kampagnen erhöht.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
DMARC unterscheidet sich von SPF und DKIM, da es eine kombinierte Lösung bietet, die sowohl Authentifizierung als auch Reporting umfasst. Während SPF und DKIM jeweils eigenständige Mechanismen zur E-Mail-Authentifizierung sind, integriert DMARC diese in eine umfassende Richtlinie, die die Handhabung von nicht authentifizierten E-Mails regelt.
Ein verwandter Standard ist BIMI (Brand Indicators for Message Identification), der es Marken ermöglicht, ihre Logos in E-Mail-Clients anzuzeigen, wenn die E-Mails erfolgreich DMARC-Authentifizierung bestanden haben. BIMI erfordert jedoch die Implementierung von DMARC und kann nicht unabhängig davon verwendet werden.