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Glossar · D

Domain Name System

System zur Übersetzung von Domainnamen in IP-Adressen, um die Erreichbarkeit von Webseiten zu ermöglichen.

Definition

Das Domain Name System (DNS) ist ein hierarchisches und dezentral organisiertes System zur Übersetzung von Domainnamen in IP-Adressen. Es dient dazu, menschenlesbare Namen wie beispiel.de in numerische IP-Adressen wie 93.184.216.34 umzuwandeln, die von Computern zur Kommunikation im Internet verwendet werden. Ohne DNS müssten Nutzer IP-Adressen direkt eingeben, was die Nutzung des Internets erheblich erschweren würde.

DNS ist ein fundamentaler Bestandteil der Internetinfrastruktur und ermöglicht die einfache und effiziente Adressierung von Ressourcen im Netz. Es umfasst eine Vielzahl von Servern, die gemeinsam die Namensauflösung durchführen und die Zuordnung von Domainnamen zu IP-Adressen verwalten. Das System unterstützt sowohl IPv4- als auch IPv6-Adressen.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Ein falscher DNS-Eintrag kann Website und E-Mail gleichzeitig lahmlegen, deshalb gehören die Zugangsdaten zur DNS-Verwaltung in Ihre Hand und nicht nur zu einem früheren Dienstleister. Bei Umzügen von Hosting oder Mailanbieter lohnt sich eine Liste aller bestehenden Einträge, damit keine Weiterleitung, keine SPF- oder DKIM-Angabe und keine Subdomain verloren geht. Wer den DNS-Anbieter wählt, sollte auf Ausfallsicherheit und eine verständliche Verwaltungsoberfläche achten.

Geschichte und Standardisierung

Das DNS wurde in den frühen 1980er Jahren entwickelt, um die damals noch manuell verwalteten Host-Tabellen zu ersetzen, die mit dem Wachstum des Internets unpraktisch wurden. Paul Mockapetris veröffentlichte 1983 die ersten RFC-Dokumente (RFC 882 und RFC 883), die das DNS-Protokoll definierten. Diese wurden später 1987 durch RFC 1034 und RFC 1035 abgelöst, die bis heute die Grundlage bilden.

Die Verwaltung des DNS erfolgt durch verschiedene Organisationen, darunter die Internet Assigned Numbers Authority (IANA) und die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN). Diese Organisationen koordinieren die Vergabe von Top-Level-Domains (TLDs) und die Zuweisung von IP-Adressen, um einen globalen und konsistenten Betrieb des Systems zu gewährleisten.

Funktionsweise

Die DNS-Auflösung erfolgt in mehreren Schritten. Ein DNS-Client, meist ein Webbrowser oder ein Betriebssystem, sendet eine Anfrage an einen DNS-Resolver. Dieser Resolver fragt dann nacheinander verschiedene DNS-Server ab, beginnend bei den Root-Servern, über die Top-Level-Domain-Server bis hin zu den autoritativen Nameservern für die gewünschte Domain.

Die Antwort enthält die IP-Adresse, die der Client benötigt, um eine Verbindung zum Zielserver herzustellen. DNS-Caching spielt eine wichtige Rolle, indem zuvor abgefragte Ergebnisse für eine bestimmte Zeit gespeichert werden, um die Effizienz zu erhöhen und die Netzwerklast zu reduzieren.

Einsatzgebiete

DNS wird primär zur Namensauflösung im Internet eingesetzt, um Webseiten, E-Mail-Server, FTP-Server und andere Netzwerkdienste erreichbar zu machen. Es ist auch in lokalen Netzwerken verbreitet, wo interne DNS-Server zur Verwaltung von Gerätenamen und Diensten verwendet werden.

Neben der reinen Adressauflösung unterstützt DNS weitere Funktionen wie die Verwaltung von Mail-Exchanger-Einträgen (MX-Records) für den E-Mail-Verkehr oder die Nutzung von TXT-Records für Sicherheitsmechanismen wie SPF oder DKIM. Dadurch trägt DNS wesentlich zur Funktionalität und Sicherheit von Internetdiensten bei.

Abgrenzung zu verwandten Technologien

Das DNS unterscheidet sich von anderen Adressierungssystemen wie dem Host-Datei-System, das vor der Einführung von DNS zur Namensauflösung genutzt wurde. Host-Dateien sind lokal und statisch, während DNS dezentral, dynamisch und skalierbar ist. Im Vergleich zu IP-Adressen ist DNS ein benutzerfreundliches System, das die Komplexität der numerischen Adressen abstrahiert.

Alternativen und Ergänzungen zu DNS sind Technologien wie mDNS (Multicast DNS) für lokale Netzwerke ohne zentralen DNS-Server oder DNS over HTTPS (DoH), das DNS-Anfragen verschlüsselt über HTTPS überträgt, um die Privatsphäre zu erhöhen. Diese Erweiterungen zeigen die Weiterentwicklung des Systems im Kontext moderner Anforderungen.