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Glossar · M

MQTT

Leichtgewichtiges Pub/Sub-Protokoll für IoT-Geräte und Sensor-Pipelines. Sehr verbreitet in Energie, Industrie und Smart Building.

Definition

MQTT (Message Queuing Telemetry Transport) ist ein leichtgewichtiges Publish-Subscribe-Protokoll, das speziell für die Kommunikation zwischen Geräten in Netzwerken mit begrenzten Ressourcen entwickelt wurde. Es wird häufig in Anwendungen des Internet der Dinge (IoT) eingesetzt, um eine effiziente und zuverlässige Datenübertragung zu ermöglichen.

Das Protokoll basiert auf einem Client-Server-Modell, bei dem Clients Nachrichten an einen Broker senden, der diese an andere Clients verteilt. MQTT ist besonders für Umgebungen geeignet, in denen Bandbreite und Energieverbrauch optimiert werden müssen, wie etwa in der Industrie, im Smart Building und in der Energiewirtschaft.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

MQTT wird relevant, wenn viele Sensoren, Zähler oder Maschinen laufend kleine Messwerte liefern sollen, auch über wacklige Mobilfunk- oder Funkverbindungen. Der zentrale Broker ist dabei ein kritischer Baustein: Fällt er aus, kommen keine Daten mehr an, und ist er offen erreichbar, können Fremde mitlesen oder falsche Werte einspielen. Achten Sie darauf, dass Verbindungen verschlüsselt sind und jedes Gerät eigene Zugangsdaten hat.

Geschichte und Standardisierung

MQTT wurde ursprünglich 1999 von Andy Stanford-Clark von IBM und Arlen Nipper von Arcom (heute Eurotech) entwickelt. Es wurde als Protokoll für die Überwachung von Öl-Pipelines konzipiert, um Daten über große Entfernungen mit minimalem Bandbreitenverbrauch zu übertragen. Im Jahr 2010 veröffentlichte IBM die Spezifikation lizenzfrei.

Im Jahr 2014 wurde MQTT in der Version 3.1.1 als OASIS-Standard (Organization for the Advancement of Structured Information Standards) anerkannt, was zur weiteren Verbreitung und Akzeptanz des Protokolls in der Industrie beitrug. In 2019 wurde die Version 5.0 von MQTT veröffentlicht, die neue Funktionen und Verbesserungen zur Unterstützung moderner IoT-Anforderungen einführte.

Funktionsweise

MQTT verwendet ein einfaches und flexibles Nachrichtenformat, das es ermöglicht, Daten in Form von Topics zu organisieren. Clients können sich für bestimmte Topics anmelden und erhalten dann alle Nachrichten, die an diese Topics gesendet werden. Dies ermöglicht eine asynchrone Kommunikation, bei der Sender und Empfänger unabhängig voneinander arbeiten können.

Das Protokoll unterstützt verschiedene QoS (Quality of Service)-Stufen, die es ermöglichen, die Zuverlässigkeit der Nachrichtenübertragung zu steuern. Diese Stufen reichen von „At most once“ (QoS 0) bis „Exactly once“ (QoS 2), was es den Entwicklern ermöglicht, den besten Kompromiss zwischen Zuverlässigkeit und Bandbreitennutzung zu wählen.

Einsatzgebiete

MQTT findet breite Anwendung in verschiedenen Bereichen, insbesondere im Internet der Dinge (IoT). Typische Einsatzgebiete sind Smart Homes, industrielle Automatisierung, Gesundheitsüberwachung und intelligente Energienetze. In diesen Bereichen ermöglicht MQTT die Kommunikation zwischen einer Vielzahl von Geräten, Sensoren und Anwendungen.

Ein Beispiel für den Einsatz von MQTT ist die Überwachung von Umweltdaten in einem Smart Building, wo Sensoren Temperatur, Luftfeuchtigkeit und andere Parameter erfassen und die Daten über MQTT an eine zentrale Steuerungseinheit übermitteln. Dies ermöglicht eine effiziente Analyse und Steuerung der Gebäudeinfrastruktur.

Abgrenzung zu verwandten Protokollen

MQTT wird oft mit anderen Protokollen wie CoAP (Constrained Application Protocol) und AMQP (Advanced Message Queuing Protocol) verglichen. Während MQTT für seine Leichtgewichtigkeit und einfache Implementierung bekannt ist, bietet CoAP eine HTTP-ähnliche Schnittstelle, die für ressourcenbeschränkte Geräte optimiert ist. AMQP hingegen ist ein komplexeres Protokoll, das sich auf die zuverlässige Nachrichtenübertragung in Unternehmensanwendungen konzentriert.

Ein weiterer relevanter Vergleich ist zu HTTP (Hypertext Transfer Protocol) zu ziehen. Während HTTP auf eine Anfrage-Antwort-Architektur basiert, ermöglicht MQTT eine bidirektionale Kommunikation und ist daher besser für Echtzeitanwendungen geeignet, bei denen eine ständige Verbindung erforderlich ist.

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