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Glossar · O

Open Source

Software, deren Quellcode öffentlich einsehbar, prüfbar und (mit Einschränkungen je nach Lizenz) frei nutzbar ist.

Definition

Open Source bezeichnet Software, deren Quellcode öffentlich zugänglich ist. Dies ermöglicht es jedem Nutzer, den Code einzusehen, zu prüfen und zu verändern. Die Nutzungsrechte sind durch Open-Source-Lizenzen geregelt, die meist eine freie Verwendung, Veränderung und Weitergabe erlauben, teilweise mit bestimmten Auflagen.

Der Begriff Open Source entstand in den späten 1990er Jahren als Alternative zum Begriff „Free Software“, um den Fokus stärker auf die offene Verfügbarkeit des Quellcodes zu legen. Open Source ist kein Synonym für kostenlose Software, sondern beschreibt vor allem die Offenheit der Entwicklungsprozesse und die Transparenz des Codes.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Open Source senkt Lizenzkosten und verringert die Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller, weil der Code weiterverwendet werden kann, auch wenn ein Anbieter aufhört. Kostenlos im Betrieb ist es dennoch nicht: Updates, Anpassungen und Support müssen Sie selbst organisieren oder einkaufen. Vor dem Einsatz in eigenen Produkten lohnt ein Blick auf die Lizenz, denn Copyleft-Lizenzen wie die GPL können verlangen, dass Sie eigene Änderungen ebenfalls offenlegen.

Geschichte und Hintergrund

Die Wurzeln von Open Source liegen in der frühen Computerentwicklung, als Software meist frei verfügbar war und von Gemeinschaften gemeinsam entwickelt wurde. Mit der Kommerzialisierung von Software in den 1980er Jahren entstanden jedoch proprietäre Lizenzen, die den Zugriff auf den Quellcode einschränkten.

Die Free Software Foundation (FSF), gegründet 1985 von Richard Stallman, setzte sich für freie Software ein, die unter der GNU General Public License (GPL) veröffentlicht wurde. 1998 prägte die Open Source Initiative (OSI) den Begriff Open Source, um eine breitere Akzeptanz in der Wirtschaft zu fördern und die Vorteile offener Softwareentwicklung hervorzuheben.

Funktionsweise und Lizenzierung

Open-Source-Software wird häufig in öffentlichen Repositorien wie GitHub oder GitLab entwickelt. Entwickler können den Quellcode herunterladen, modifizieren und eigene Versionen erstellen. Die Zusammenarbeit erfolgt oft über Communitys, die Fehler beheben, neue Funktionen hinzufügen und die Software weiterentwickeln.

Die Lizenzierung ist ein zentrales Element von Open Source. Bekannte Lizenzen sind die GNU GPL, die MIT-Lizenz, die Apache-Lizenz und die BSD-Lizenz. Diese unterscheiden sich in den Bedingungen, etwa ob modifizierte Versionen ebenfalls offen sein müssen oder ob die Software auch in proprietären Produkten verwendet werden darf.

Einsatzgebiete

Open-Source-Software findet in vielen Bereichen Anwendung, darunter Betriebssysteme wie Linux, Webserver wie Apache und Datenbanken wie MySQL. Auch in der Entwicklung von Programmiersprachen, Frameworks und Anwendungen ist Open Source weit verbreitet.

Unternehmen nutzen Open Source sowohl intern als auch in Produkten, um Kosten zu senken und Innovationen zu fördern. Zudem ermöglicht Open Source eine höhere Transparenz und Sicherheit, da der Code von vielen Experten geprüft werden kann.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Open Source wird oft mit Free Software verwechselt, die von der Free Software Foundation vertreten wird. Während Free Software den Fokus auf die Freiheit des Nutzers legt, betont Open Source die Vorteile der offenen Entwicklung und Zusammenarbeit.

Proprietäre Software unterscheidet sich grundlegend von Open Source, da der Quellcode nicht öffentlich zugänglich ist und Nutzungsrechte eingeschränkt sind. Zudem gibt es sogenannte Shared-Source-Modelle, die eingeschränkten Zugriff auf den Quellcode erlauben, aber nicht als Open Source gelten.

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