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Glossar · V

Verfügbarkeit

Der Grad, zu dem ein System betriebsbereit und zugänglich ist, oft ausgedrückt in Prozent der Betriebszeit.

Definition

Verfügbarkeit bezeichnet in der Informationstechnik und im IT-Betrieb den Grad, zu dem ein System, eine Komponente oder ein Dienst betriebsbereit und für Nutzer zugänglich ist. Sie wird häufig als prozentualer Anteil der Zeit angegeben, in der das System ohne Unterbrechung funktioniert und seine vorgesehenen Aufgaben erfüllen kann. Eine hohe Verfügbarkeit ist insbesondere in geschäftskritischen Anwendungen wichtig, um Ausfallzeiten zu minimieren und den kontinuierlichen Betrieb sicherzustellen.

Die Verfügbarkeit wird oft über Kennzahlen wie die Betriebszeit (Uptime) und Ausfallzeit (Downtime) gemessen. Typische Angaben sind beispielsweise 99,9 % Verfügbarkeit, was bedeutet, dass das System im Jahr maximal etwa 8,76 Stunden ausfallen darf. Die Messung kann sich auf verschiedene Ebenen beziehen, etwa Hardware, Software, Netzwerke oder ganze IT-Infrastrukturen.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Wie viel Verfügbarkeit Sie brauchen, hängt davon ab, was ein Ausfall kostet: Ein Onlineshop am Wochenende verliert Umsatz, eine Informationsseite eher wenig. Jede zusätzliche Stufe Verfügbarkeit erfordert mehr Technik wie zweite Server und automatische Umschaltung und verteuert den Betrieb deutlich. Legen Sie deshalb gemeinsam mit Ihrem Dienstleister fest, welche Ausfallzeit tragbar ist, und richten Sie Hosting und Vertrag danach aus.

Hintergrund und Bedeutung

Der Begriff Verfügbarkeit hat seinen Ursprung in der Systemtechnik und wurde mit der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung von Geschäftsprozessen immer wichtiger. In den 1980er und 1990er Jahren entwickelten sich Konzepte wie Hochverfügbarkeit (High Availability), um Systeme so zu gestalten, dass sie auch bei Fehlern oder Wartungsarbeiten möglichst ohne Unterbrechung funktionieren.

Verfügbarkeit ist ein zentraler Aspekt von Service-Level-Agreements (SLAs), in denen Anbieter und Kunden verbindliche Verfügbarkeitsziele vereinbaren. Diese Ziele sind insbesondere bei Cloud-Diensten, Rechenzentren und Telekommunikationsanbietern relevant, da Ausfälle hier direkte wirtschaftliche Folgen haben können. Die Sicherstellung der Verfügbarkeit erfordert technische Maßnahmen, organisatorische Prozesse und Monitoring.

Messung und Berechnung

Zur Berechnung der Verfügbarkeit wird die Gesamtzeit betrachtet, in der ein System innerhalb eines definierten Zeitraums verfügbar ist, geteilt durch die Gesamtzeit dieses Zeitraums. Die Formel lautet: Verfügbarkeit = (Betriebszeit / (Betriebszeit + Ausfallzeit)) × 100 %. Dabei ist die Betriebszeit die Zeitspanne, in der das System funktionsfähig ist, und die Ausfallzeit die Zeit, in der es nicht erreichbar oder nicht nutzbar ist.

Die Messung der Verfügbarkeit kann durch automatisierte Monitoring-Tools erfolgen, die Systemzustände und Dienste kontinuierlich überprüfen. Dabei werden geplante Wartungsfenster oft von der Ausfallzeit ausgenommen, um eine realistische Einschätzung der Verfügbarkeit im produktiven Betrieb zu erhalten. Unterschiedliche Branchen und Anwendungen definieren je nach Kritikalität verschiedene Zielwerte für die Verfügbarkeit.

Technische Maßnahmen zur Erhöhung der Verfügbarkeit

Zur Steigerung der Verfügbarkeit werden verschiedene technische Konzepte eingesetzt, darunter Redundanz, Failover-Systeme und Lastverteilung. Redundanz bedeutet, dass kritische Komponenten mehrfach vorhanden sind, sodass bei Ausfall einer Komponente eine andere übernehmen kann. Failover-Systeme schalten automatisch auf eine Ersatzkomponente um, um Unterbrechungen zu vermeiden.

Darüber hinaus werden regelmäßige Backups, Monitoring und automatisierte Fehlererkennung verwendet, um Ausfallzeiten zu minimieren. Virtualisierung und Cloud-Technologien ermöglichen flexible Ressourcenbereitstellung und schnelle Wiederherstellung. Die Kombination dieser Maßnahmen bildet die Grundlage für Hochverfügbarkeits-Architekturen.

Einsatzgebiete

Verfügbarkeit ist in nahezu allen Bereichen der IT von Bedeutung, besonders aber in kritischen Infrastrukturen wie Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen, Telekommunikation und E-Commerce. Dort sind Systeme oft rund um die Uhr in Betrieb und müssen jederzeit zugänglich sein, um Geschäftsprozesse nicht zu unterbrechen.

Auch in industriellen Steuerungssystemen, der öffentlichen Verwaltung und bei Online-Diensten ist die Verfügbarkeit ein entscheidendes Qualitätsmerkmal. Je nach Anwendungsfall variieren die Anforderungen an die Verfügbarkeit stark, von wenigen Stunden Ausfallzeit pro Jahr bis hin zu nahezu 100 % Betriebszeit.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Verfügbarkeit wird häufig mit Begriffen wie Zuverlässigkeit, Wartbarkeit und Sicherheit verwechselt, die aber unterschiedliche Aspekte der Systemqualität beschreiben. Zuverlässigkeit bezieht sich auf die Wahrscheinlichkeit, dass ein System über einen bestimmten Zeitraum fehlerfrei funktioniert, während Verfügbarkeit die tatsächliche Betriebsbereitschaft misst.

Wartbarkeit beschreibt die Fähigkeit, ein System nach einem Ausfall schnell wiederherzustellen, was die Verfügbarkeit indirekt beeinflusst. Sicherheit umfasst Maßnahmen zum Schutz vor unbefugtem Zugriff und Datenverlust, die ebenfalls Auswirkungen auf die Verfügbarkeit haben können, aber einen eigenständigen Fokus darstellen.

Verwandte Konzepte und Standards

Im Kontext der Verfügbarkeit spielen Standards wie ITIL (Information Technology Infrastructure Library) eine Rolle, die Prozesse zur Sicherstellung und Verbesserung der Verfügbarkeit definieren. ITIL bietet Rahmenwerke für das Incident- und Problem-Management, die helfen, Ausfallzeiten zu reduzieren und die Betriebszeit zu erhöhen.

Weitere relevante Konzepte sind Disaster Recovery und Business Continuity Management, die Strategien und Maßnahmen zur Wiederherstellung des Betriebs nach schweren Störungen oder Katastrophen beschreiben. Diese ergänzen die technische Verfügbarkeitsplanung um organisatorische und prozessuale Aspekte.