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Glossar · U

Use-Case

Ein spezifisches Szenario, in dem ein Produkt oder eine Technologie eingesetzt wird, um ein bestimmtes Problem zu lösen.

Definition

Ein Use-Case beschreibt ein spezifisches Szenario, in dem ein Produkt, eine Technologie oder ein System eingesetzt wird, um eine bestimmte Aufgabe zu erfüllen oder ein Problem zu lösen. Er stellt die Interaktion zwischen einem Akteur, beispielsweise einem Nutzer oder einem externen System, und dem betrachteten System dar. Use-Cases sind häufig Teil der Anforderungsanalyse in der Softwareentwicklung und dienen dazu, funktionale Anforderungen zu erfassen und zu dokumentieren.

Der Begriff stammt ursprünglich aus der Softwaretechnik und wurde in den 1990er Jahren durch Ivar Jacobson popularisiert, der Use-Cases als Methode zur Modellierung von Anforderungen einführte. Sie bieten eine strukturierte Beschreibung von Abläufen, die das System ausführen soll, und helfen dabei, die Erwartungen der Stakeholder zu klären und die Entwicklung zu steuern. Use-Cases sind dabei nicht auf Software beschränkt, sondern können auch in anderen Bereichen zur Beschreibung von Anwendungsszenarien genutzt werden.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Use-Cases beschreiben konkret, wer was mit einer Software erreichen will, und sind damit die verständlichste Grundlage für Angebote und Abnahmen. Wer nur Funktionslisten schreibt, erhält oft Software, die alles kann, aber den eigentlichen Arbeitsablauf schlecht unterstützt. Bei KI-Projekten gilt dasselbe: Ein klar umrissener Anwendungsfall mit messbarem Nutzen ist der bessere Start als eine allgemeine Plattform.

Hintergrund und Zweck

Use-Cases dienen dazu, die Anforderungen an ein System aus Sicht der Nutzer oder anderer beteiligter Akteure zu beschreiben. Sie fokussieren sich auf die Ziele, die durch die Nutzung des Systems erreicht werden sollen, und nicht auf technische Details der Umsetzung. Dadurch ermöglichen Use-Cases eine klare Kommunikation zwischen Fachabteilungen, Entwicklern und anderen Projektbeteiligten.

In der Praxis werden Use-Cases häufig in Form von Textbeschreibungen, Diagrammen oder Modellen dargestellt. Sie enthalten typischerweise Informationen über den Akteur, die Voraussetzungen für die Ausführung, die einzelnen Schritte des Ablaufs sowie das erwartete Ergebnis. Dies erleichtert die Planung, Entwicklung und das Testen von Systemen, indem konkrete Nutzungsszenarien definiert werden.

Struktur und Aufbau

Ein Use-Case besteht aus mehreren Elementen, die zusammen das Nutzungsszenario beschreiben. Dazu gehören der Name des Use-Cases, die beteiligten Akteure, die Beschreibung des Ablaufs, die Vorbedingungen, die Nachbedingungen sowie mögliche Ausnahmen oder alternative Abläufe. Diese Struktur stellt sicher, dass alle relevanten Aspekte eines Szenarios berücksichtigt werden.

Die Beschreibung eines Use-Cases erfolgt meist in natürlicher Sprache, kann aber auch formalisiert sein, etwa in UML-Diagrammen (Unified Modeling Language). UML bietet standardisierte Notationen, um Use-Cases grafisch darzustellen, was die Übersichtlichkeit und Verständlichkeit erhöht. Die Kombination aus textueller und visueller Darstellung unterstützt verschiedene Zielgruppen bei der Analyse und Umsetzung.

Anwendungsgebiete

Use-Cases finden vor allem in der Softwareentwicklung Anwendung, insbesondere in der Anforderungsanalyse und im Design von Systemen. Sie helfen dabei, die Funktionalität aus Nutzersicht zu erfassen und dienen als Grundlage für Testfälle und Dokumentationen. Darüber hinaus werden Use-Cases auch in der Geschäftsprozessmodellierung und im Produktmanagement eingesetzt.

Neben der IT-Branche werden Use-Cases auch in anderen Bereichen verwendet, beispielsweise im Maschinenbau oder in der Medizintechnik, um den Einsatz von Produkten oder Technologien in konkreten Situationen zu beschreiben. Dadurch können Anforderungen und Erwartungen an komplexe Systeme besser verstanden und umgesetzt werden.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Use-Cases werden häufig mit User Stories verwechselt, die ebenfalls Anforderungen aus Nutzersicht beschreiben. Während Use-Cases detaillierte Abläufe und Interaktionen darstellen, sind User Stories meist kürzer und fokussieren sich auf einzelne Anforderungen oder Funktionen. User Stories sind ein Element agiler Methoden, während Use-Cases eher in klassischen Entwicklungsprozessen verwendet werden.

Ein weiterer verwandter Begriff sind Szenarien, die allgemeiner gehalten sind und verschiedene Nutzungsmöglichkeiten eines Systems beschreiben können. Use-Cases sind hingegen formalisiert und strukturierter, um konkrete Abläufe zu dokumentieren. Zudem unterscheiden sich Use-Cases von Geschäftsprozessen, die oft umfassendere Abläufe innerhalb einer Organisation abbilden und nicht nur die Interaktion mit einem System fokussieren.