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Glossar · A

Akzeptanzkriterien

Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit eine Funktion oder ein Produkt als abgeschlossen gilt.

Definition

Akzeptanzkriterien sind spezifische Bedingungen oder Anforderungen, die eine Funktion, ein Produkt oder eine Dienstleistung erfüllen muss, damit sie von den Stakeholdern als vollständig und funktionsfähig anerkannt wird. Sie dienen als Maßstab für die Abnahme und bilden die Grundlage für Tests und Validierungen im Entwicklungsprozess. Akzeptanzkriterien sind somit ein zentrales Element im Qualitätsmanagement und in der Produktentwicklung.

Diese Kriterien sind klar formulierte, überprüfbare Aussagen, die beschreiben, was genau erreicht werden muss, um eine Aufgabe oder ein Feature als abgeschlossen zu betrachten. Sie helfen dabei, Missverständnisse zwischen Entwicklern, Testern und Auftraggebern zu vermeiden und fördern eine gemeinsame Erwartungshaltung bezüglich der Ergebnisse.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Akzeptanzkriterien schützen Sie bei der Abnahme eines Projekts: Was vorher als prüfbarer Satz festgehalten ist, lässt sich später nicht wegdiskutieren. Formulieren Sie für wichtige Funktionen gemeinsam mit dem Dienstleister, woran Sie erkennen, dass sie fertig ist, etwa welche Felder ein Formular prüft oder wer eine Bestellung freigeben darf. Fehlen solche Kriterien im Angebot oder Lastenheft, entstehen Streit über Nacharbeiten und unklare Zusatzkosten.

Hintergrund und Entstehung

Der Begriff Akzeptanzkriterien stammt aus dem Bereich der Softwareentwicklung und des Projektmanagements, insbesondere aus agilen Methoden wie Scrum und Extreme Programming (XP). Dort werden sie genutzt, um User Stories oder Anforderungen präzise zu definieren und die Abnahme durch den Kunden zu erleichtern. Die Verwendung von Akzeptanzkriterien wurde in den 1990er Jahren im Zuge der agilen Bewegung populär.

Vor der Einführung dieser Kriterien kam es häufig zu Unklarheiten und Konflikten bei der Abnahme von Software, da die Erwartungen nicht eindeutig festgelegt waren. Akzeptanzkriterien tragen dazu bei, diese Probleme zu reduzieren, indem sie eine klare Definition von „fertig“ liefern und somit die Qualitätssicherung unterstützen.

Funktionsweise und Anwendung

Akzeptanzkriterien werden meist in Form von klaren, einfachen Sätzen formuliert, die konkrete Bedingungen beschreiben, die erfüllt sein müssen. Sie können funktionale Aspekte (z. B. „Das System muss eine Fehlermeldung anzeigen, wenn ein ungültiges Passwort eingegeben wird“) oder nicht-funktionale Anforderungen (z. B. „Die Antwortzeit darf 2 Sekunden nicht überschreiten“) umfassen. Die Kriterien sind so gestaltet, dass sie durch Tests überprüfbar sind.

Im agilen Entwicklungsprozess werden Akzeptanzkriterien häufig zusammen mit User Stories definiert und bilden die Grundlage für Abnahmetests. Sie helfen den Entwicklern, die Anforderungen genau zu verstehen, und den Testern, passende Testfälle zu entwickeln. Erst wenn alle Akzeptanzkriterien erfüllt sind, gilt eine Funktion als abgeschlossen und kann ausgeliefert werden.

Beispiele und Praxis

Ein Beispiel für Akzeptanzkriterien bei einer Login-Funktion könnte lauten: „Der Nutzer kann sich mit gültigen Zugangsdaten anmelden“, „Bei falschen Zugangsdaten wird eine Fehlermeldung angezeigt“ und „Das System sperrt den Nutzer nach fünf fehlgeschlagenen Versuchen“. Solche Kriterien sind konkret und messbar, was die Überprüfung erleichtert.

In der Praxis werden Akzeptanzkriterien oft in Zusammenarbeit zwischen Product Owner, Entwicklern und Testern erarbeitet. Sie können in verschiedenen Formaten dokumentiert werden, etwa als Checkliste, in Tabellen oder als Teil von User Stories in Tools wie Jira oder Azure DevOps. Die klare Definition dieser Kriterien verbessert die Kommunikation und reduziert Nacharbeiten.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Akzeptanzkriterien unterscheiden sich von Anforderungen dadurch, dass sie spezifisch und überprüfbar sind und direkt die Abnahme betreffen. Anforderungen können allgemeiner formuliert sein und beschreiben, was ein System leisten soll, während Akzeptanzkriterien festlegen, wann eine Anforderung als erfüllt gilt.

Ein verwandter Begriff sind Testfälle, die auf Akzeptanzkriterien basieren. Während Akzeptanzkriterien die Bedingungen definieren, beschreiben Testfälle konkrete Schritte zur Überprüfung dieser Bedingungen. Zudem sind Akzeptanzkriterien von Definitionen wie „Definition of Done“ zu unterscheiden, die allgemeine Qualitätsstandards für Arbeitsergebnisse festlegen, aber nicht notwendigerweise konkrete Abnahmekriterien enthalten.

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