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Glossar · B

Backlog

Eine priorisierte Liste von Aufgaben oder Anforderungen, die in einem Projekt bearbeitet werden sollen.

Definition

Ein Backlog ist eine strukturierte und priorisierte Liste von Aufgaben, Anforderungen oder Arbeitspaketen, die innerhalb eines Projekts oder Produkts bearbeitet werden sollen. Diese Liste dient als zentrales Werkzeug zur Planung und Steuerung von Entwicklungsprozessen, insbesondere in agilen Methoden wie Scrum oder Kanban. Das Backlog bildet die Grundlage für die Organisation der Arbeit und stellt sicher, dass alle relevanten Aufgaben erfasst und priorisiert sind.

In der Praxis umfasst ein Backlog sowohl funktionale Anforderungen, wie neue Features oder User Stories, als auch nicht-funktionale Anforderungen, Fehlerbehebungen und technische Verbesserungen. Die Einträge im Backlog werden oft als Items oder Tickets bezeichnet und enthalten neben der Beschreibung auch weitere Informationen wie Priorität, Aufwandsschätzung oder Akzeptanzkriterien.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Ein gepflegtes Backlog ist für Sie als Auftraggeber das wichtigste Steuerungsinstrument: Dort sehen Sie, was als Nächstes gebaut wird, und entscheiden durch die Reihenfolge, wofür Ihr Budget verwendet wird. Achten Sie darauf, dass Sie Zugriff auf diese Liste haben und Einträge verständlich formuliert sind, nicht nur in Entwicklerkürzeln. Wächst das Backlog ständig, ohne dass alte Einträge aussortiert werden, verliert es seinen Wert als Planungsgrundlage.

Hintergrund und Ursprung

Der Begriff Backlog stammt ursprünglich aus dem Projektmanagement und wurde mit der Verbreitung agiler Entwicklungsmethoden populär. In Scrum, das Mitte der 1990er Jahre von Ken Schwaber und Jeff Sutherland vorgestellt wurde, ist das Product Backlog ein zentrales Artefakt. Es repräsentiert die Gesamtheit aller Anforderungen, die für ein Produkt umgesetzt werden sollen, und wird kontinuierlich gepflegt und angepasst.

Die Verwendung eines Backlogs ermöglicht eine flexible und iterative Arbeitsweise, bei der sich die Prioritäten im Verlauf eines Projekts ändern können. Dies steht im Gegensatz zu traditionellen Wasserfall-Methoden, bei denen Anforderungen zu Projektbeginn festgelegt und selten angepasst werden. Das Backlog unterstützt somit die Anpassung an neue Erkenntnisse und Kundenwünsche während der Entwicklung.

Funktionsweise und Pflege

Ein Backlog wird regelmäßig gepflegt und priorisiert, um sicherzustellen, dass die wichtigsten und wertvollsten Aufgaben zuerst bearbeitet werden. In Scrum übernimmt der Product Owner die Verantwortung für die Verwaltung des Product Backlogs. Er sammelt Anforderungen, bewertet deren Wert und priorisiert sie entsprechend den Bedürfnissen des Kunden und des Marktes.

Die Pflege des Backlogs umfasst das Hinzufügen neuer Items, das Aktualisieren bestehender Einträge, das Entfernen veralteter Aufgaben und die Schätzung des Aufwands. Die Einträge werden oft mit Hilfe von Techniken wie Planning Poker oder T-Shirt-Sizing geschätzt, um den Aufwand für die Umsetzung besser einschätzen zu können. Eine gut gepflegte Backlog-Liste erleichtert die Sprint-Planung und sorgt für Transparenz im Team.

Einsatzgebiete

Backlogs werden vor allem in der Softwareentwicklung eingesetzt, insbesondere in agilen Frameworks wie Scrum, Kanban oder Extreme Programming (XP). Sie dienen dazu, die Arbeit in überschaubare Einheiten zu zerlegen und den Entwicklungsprozess zu strukturieren. Dabei können Backlogs sowohl für einzelne Projekte als auch für ganze Produktlinien genutzt werden.

Neben der Softwareentwicklung finden Backlogs auch in anderen Bereichen Anwendung, etwa im Marketing, in der Produktentwicklung oder im IT-Service-Management. In diesen Kontexten helfen sie, Aufgaben zu priorisieren und Ressourcen effizient einzusetzen. Die Flexibilität des Backlogs macht es zu einem universellen Werkzeug für die Organisation von Arbeit.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Das Backlog wird häufig mit dem Begriff der To-do-Liste verwechselt, unterscheidet sich jedoch durch seine strukturierte Priorisierung und die kontinuierliche Pflege. Während eine To-do-Liste oft informell und temporär ist, bildet das Backlog eine zentrale Planungsgrundlage mit klar definierten Kriterien für Priorität und Aufwand.

Ein weiterer verwandter Begriff ist das Sprint Backlog, das speziell im Scrum-Framework verwendet wird. Das Sprint Backlog umfasst die Aufgaben, die für einen einzelnen Sprint ausgewählt wurden, und ist somit eine Teilmenge des Product Backlogs. Im Gegensatz dazu enthält das Product Backlog alle Anforderungen, die im Verlauf des gesamten Projekts umgesetzt werden sollen.

Verwandte Begriffe

Passende Leistung

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Zur Leistung: Projektbegleitung