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Glossar · B

Backup

Regelmäßige Kopie von Daten und Konfiguration an einen separaten Ort, damit sich nach Ausfall, Fehler oder Angriff der vorherige Zustand wiederherstellen lässt.

Definition

Ein Backup bezeichnet die Erstellung von Kopien digitaler Daten und Systemkonfigurationen, die an einem separaten Ort gespeichert werden. Ziel ist es, im Falle eines Datenverlusts, Systemausfalls oder einer Beschädigung die ursprünglichen Informationen wiederherstellen zu können. Backups dienen somit als Schutzmaßnahme gegen Datenverluste durch technische Fehler, menschliches Versagen oder böswillige Angriffe wie Ransomware.

Backups können verschiedene Arten von Daten umfassen, darunter Dateien, Datenbanken, Betriebssysteme und Anwendungsdaten. Die Sicherung erfolgt in regelmäßigen Abständen, um den aktuellen Stand der Daten zu erfassen und eine möglichst geringe Differenz zum Verlustzeitpunkt zu gewährleisten. Die Aufbewahrung der Backups erfolgt häufig auf physischen Medien wie Festplatten, Bändern oder in Cloud-Speichern.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Ein Backup ist erst dann etwas wert, wenn die Wiederherstellung nachweislich funktioniert, deshalb gehört ein regelmäßiger Test zur Pflicht und nicht zur Kür. Mindestens eine Kopie sollte an einem anderen Ort und für Angreifer unerreichbar liegen, weil Erpressungstrojaner gezielt auch erreichbare Sicherungen verschlüsseln. Fragen Sie Ihren Hoster oder IT-Betreuer, wann zuletzt eine Wiederherstellung geprobt wurde und wie lange sie gedauert hat.

Hintergrund und Entwicklung

Die Praxis des Backups entstand mit der Verbreitung von Computersystemen und der zunehmenden Bedeutung digitaler Daten in den 1960er und 1970er Jahren. Frühere Computersysteme nutzten Magnetbänder als primäres Medium zur Datensicherung. Mit der Weiterentwicklung der Speichertechnologien und der Vernetzung von Systemen entstanden komplexere Backup-Strategien und -Software.

In den 1990er Jahren wurden inkrementelle und differentielle Backup-Verfahren populär, die es erlauben, nur geänderte Daten zu sichern und so Speicherplatz und Zeit zu sparen. Die zunehmende Nutzung von Cloud-Diensten seit den 2000er Jahren führte zu neuen Ansätzen, bei denen Backups online gespeichert und verwaltet werden. Standards und Best Practices für Backup und Wiederherstellung wurden von Organisationen wie dem National Institute of Standards and Technology (NIST) definiert.

Funktionsweise und Verfahren

Backups können auf verschiedene Arten durchgeführt werden, darunter Vollbackup, inkrementelles Backup und differentielles Backup. Ein Vollbackup speichert alle ausgewählten Daten vollständig, während ein inkrementelles Backup nur die seit dem letzten Backup geänderten Daten sichert. Differentielle Backups speichern alle Änderungen seit dem letzten Vollbackup. Diese Verfahren unterscheiden sich in Speicherbedarf und Wiederherstellungsdauer.

Die Speicherung der Backups erfolgt häufig auf externen Speichermedien, Netzwerkspeichern oder in der Cloud. Automatisierte Backup-Software steuert den Prozess, überwacht die Integrität der Sicherungen und ermöglicht die Wiederherstellung einzelner Dateien oder ganzer Systeme. Zusätzlich werden häufig Strategien wie die 3-2-1-Regel angewendet, die drei Kopien auf zwei unterschiedlichen Medien mit einer Kopie an einem externen Ort empfiehlt.

Einsatzgebiete

Backups werden in nahezu allen IT-Umgebungen eingesetzt, von privaten Computern über Unternehmen bis hin zu Rechenzentren. Sie sind ein wesentlicher Bestandteil der Datensicherheit und der IT-Notfallplanung. Insbesondere in Branchen mit hohen Anforderungen an Datenverfügbarkeit und Compliance, wie dem Finanzwesen oder dem Gesundheitswesen, sind regelmäßige Backups vorgeschrieben.

Neben der Wiederherstellung nach Hardwareausfällen oder Datenkorruption dienen Backups auch der Abwehr von Cyberangriffen, insbesondere Ransomware, die Daten verschlüsselt und unzugänglich macht. Durch die Verfügbarkeit aktueller Sicherungen kann ein Systemzustand vor dem Angriff wiederhergestellt werden. Ebenso ermöglichen Backups die Migration von Systemen und die Archivierung von Daten über längere Zeiträume.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Backups unterscheiden sich von Archivierungen, obwohl beide die Speicherung von Daten betreffen. Während Backups primär der kurzfristigen Wiederherstellung dienen, sind Archive für die langfristige Aufbewahrung und rechtliche Nachweise vorgesehen. Archive enthalten oft unveränderte und nicht mehr aktive Daten, während Backups regelmäßig aktualisiert werden.

Ein weiterer verwandter Begriff ist die Replikation, bei der Daten in Echtzeit oder nahezu in Echtzeit auf ein anderes System kopiert werden. Replikation dient der Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit, ersetzt jedoch nicht die Backup-Funktion, da auch replizierte Daten bei Fehlern oder Angriffen beschädigt werden können. Backups ermöglichen zudem die Wiederherstellung zu einem bestimmten Zeitpunkt in der Vergangenheit.