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Glossar · R

Replikation

Der Prozess, bei dem Daten von einer Datenbankinstanz auf eine andere kopiert werden, um Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit zu erhöhen.

Definition

Replikation bezeichnet in der Informationstechnologie den Prozess, bei dem Daten von einer Quelle auf eine oder mehrere Zielsysteme kopiert werden. Dabei handelt es sich häufig um Datenbanken oder Dateisysteme, die synchron oder asynchron abgeglichen werden, um identische Datenbestände an verschiedenen Orten zu erhalten. Ziel ist es, die Datenverfügbarkeit zu erhöhen und die Ausfallsicherheit zu verbessern.

Die Replikation kann auf unterschiedlichen Ebenen stattfinden, etwa auf der Ebene einzelner Datensätze, ganzer Tabellen oder kompletter Datenbanken. Sie ist ein zentraler Bestandteil moderner IT-Infrastrukturen, insbesondere in verteilten Systemen, Clustern und Cloud-Umgebungen.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Replikation hält eine laufende Kopie Ihrer Datenbank auf einem zweiten Server bereit, sodass bei einem Ausfall schnell umgeschaltet werden kann. Sie ersetzt aber kein Backup: Löscht jemand versehentlich Daten oder verschlüsselt Schadsoftware die Datenbank, wird dieser Fehler sofort mit auf die Kopie übertragen. Für geschäftskritische Anwendungen gehören deshalb beide Maßnahmen zusammen, und der Umschaltvorgang sollte einmal geprobt sein.

Hintergrund und Geschichte

Die Replikation hat ihre Wurzeln in der Datenbanktechnik der 1980er Jahre, als erste Systeme entwickelt wurden, um Datenredundanz und Fehlertoleranz zu gewährleisten. Mit der zunehmenden Verbreitung von verteilten Systemen und dem Bedarf an Hochverfügbarkeit wurde die Replikation zu einem wichtigen Mechanismus in der IT.

Standardisierte Verfahren und Protokolle zur Datenreplikation wurden im Laufe der Zeit weiterentwickelt, um unterschiedliche Anforderungen an Konsistenz, Latenz und Fehlertoleranz abzudecken. Hersteller von Datenbankmanagementsystemen wie Oracle, Microsoft SQL Server oder MySQL integrierten eigene Replikationsmechanismen in ihre Produkte.

Funktionsweise

Bei der Replikation werden Änderungen an der Quell-Datenbank erfasst und auf die Ziel-Datenbanken übertragen. Dies kann in Echtzeit (synchron) oder mit zeitlicher Verzögerung (asynchron) erfolgen. Synchronisation bedeutet, dass eine Änderung erst als abgeschlossen gilt, wenn sie auf allen Replikaten angewendet wurde, während bei asynchroner Replikation Änderungen zunächst lokal bestätigt und später übertragen werden.

Die Replikation kann einseitig (Master-Slave) oder zweiseitig (Master-Master) erfolgen. Im Master-Slave-Modell werden Daten nur vom Master auf die Slaves übertragen, während im Master-Master-Modell alle Knoten Daten schreiben und replizieren können. Konfliktmanagement und Konsistenzsicherung sind dabei wichtige Aspekte.

Einsatzgebiete

Replikation wird vor allem eingesetzt, um die Ausfallsicherheit von Systemen zu erhöhen. Bei einem Ausfall einer Datenbankinstanz kann auf ein Replikat umgeschaltet werden, sodass der Betrieb ohne Unterbrechung fortgesetzt werden kann. Dies ist besonders in geschäftskritischen Anwendungen wie Finanzsystemen oder Online-Shops relevant.

Darüber hinaus dient Replikation der Lastverteilung, indem Leseanfragen auf mehrere Replikate verteilt werden. Auch für geografisch verteilte Systeme ist die Replikation wichtig, da sie lokale Zugriffe auf Daten ermöglicht und so die Latenz reduziert. Backup-Strategien können durch Replikation ergänzt werden, um Datenverlust zu minimieren.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Replikation unterscheidet sich von Backup darin, dass sie eine kontinuierliche oder regelmäßige Kopie der Daten in Echtzeit oder nahezu Echtzeit erzeugt, während Backups meist periodisch erfolgen und der Wiederherstellung einzelner Zeitpunkte dienen. Replikation zielt auf Verfügbarkeit und Ausfallsicherheit, Backups auf Datenwiederherstellung nach Fehlern oder Verlust.

Im Vergleich zu Synchronisation, die den Abgleich von Daten zwischen Systemen beschreibt, ist Replikation ein spezieller Prozess, der die Datenkopie und -verteilung umfasst. Auch unterscheidet sich Replikation von Clustering, das neben Datenverfügbarkeit auch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen und Prozessen in einem Verbund von Rechnern umfasst.

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Zur Leistung: Datenbank-Systeme