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Glossar · A

Archivierung

Langfristige Speicherung von Daten, die nicht mehr regelmäßig benötigt werden, im Gegensatz zu Backups.

Definition

Archivierung bezeichnet die langfristige Speicherung von Daten, die nicht mehr regelmäßig benötigt werden, jedoch aus rechtlichen, historischen oder organisatorischen Gründen aufbewahrt werden müssen. Im Gegensatz zur kurzfristigen Datensicherung, wie Backups, dient die Archivierung der dauerhaften und unveränderten Aufbewahrung von Informationen. Ziel ist es, die Integrität und Lesbarkeit der archivierten Daten über einen längeren Zeitraum sicherzustellen.

Archivierte Daten werden häufig in speziellen Systemen oder Medien abgelegt, die auf Langlebigkeit und Stabilität ausgelegt sind. Dabei kann es sich um digitale oder physische Archive handeln. Die Archivierung ist ein wichtiger Bestandteil des Informationsmanagements in Unternehmen und Organisationen, um gesetzliche Aufbewahrungspflichten zu erfüllen und den Zugriff auf historische Daten zu gewährleisten.

Hintergrund und rechtliche Rahmenbedingungen

Die Archivierung von Daten ist in vielen Ländern durch gesetzliche Vorschriften geregelt, beispielsweise durch Steuer- und Handelsgesetze oder branchenspezifische Regelungen. In Deutschland sind unter anderem die Abgabenordnung (AO) und das Handelsgesetzbuch (HGB) maßgeblich für die Aufbewahrungspflichten. Diese Gesetze schreiben vor, welche Daten wie lange aufzubewahren sind, häufig zwischen sechs und zehn Jahren.

Neben gesetzlichen Anforderungen spielen auch Compliance-Vorgaben eine Rolle, etwa aus dem Bereich Datenschutz oder Qualitätsmanagement. Unternehmen müssen sicherstellen, dass archivierte Daten vor unbefugtem Zugriff geschützt und unverändert bleiben. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird oft durch Audits überprüft, weshalb die Dokumentation und Nachvollziehbarkeit der Archivierungsvorgänge von großer Bedeutung sind.

Technische Umsetzung und Funktionsweise

Archivierungssysteme speichern Daten in der Regel auf langlebigen Speichermedien wie optischen Discs, Magnetbändern oder speziellen Festplatten. Moderne digitale Archivierung nutzt häufig sogenannte WORM-Medien (Write Once, Read Many), die ein nachträgliches Verändern der Daten verhindern. Zusätzlich kommen Archivierungssoftware und Datenmanagementsysteme zum Einsatz, die Indexierung, Suche und Zugriffskontrolle ermöglichen.

Die Archivierung umfasst neben der Speicherung auch die Klassifikation und Metadatenvergabe, um die Wiederauffindbarkeit der Daten zu gewährleisten. Häufig werden Daten vor der Archivierung komprimiert oder in standardisierte Formate konvertiert, um Speicherplatz zu sparen und die Kompatibilität zu sichern. Die Systeme sind darauf ausgelegt, Daten über Jahre oder Jahrzehnte lesbar zu halten, auch wenn sich die IT-Infrastruktur ändert.

Einsatzgebiete

Archivierung wird in nahezu allen Branchen eingesetzt, in denen Daten langfristig aufbewahrt werden müssen. Dazu zählen beispielsweise Finanz- und Versicherungsunternehmen, Behörden, Gesundheitswesen und Industrieunternehmen. Typische archivierte Daten sind Buchhaltungsunterlagen, Verträge, E-Mails, Forschungsdaten oder technische Dokumentationen.

Neben der Erfüllung gesetzlicher Aufbewahrungspflichten dient die Archivierung auch der Sicherung von Unternehmenswissen und der Unterstützung von Geschäftsprozessen. Historische Daten können für Analysen, Recherchen oder als Beweismittel in Rechtsstreitigkeiten relevant sein. Die Archivierung ist daher ein strategischer Bestandteil der IT- und Datenverwaltung.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Archivierung unterscheidet sich von Backup und Disaster Recovery durch den Zweck und die Dauer der Datenspeicherung. Backups dienen der kurzfristigen Wiederherstellung nach Datenverlust und werden regelmäßig überschrieben oder gelöscht. Archivdaten hingegen bleiben unverändert und werden über lange Zeiträume aufbewahrt.

Ein weiterer verwandter Begriff ist das Data Warehousing, das sich auf die Sammlung und Analyse großer Datenmengen konzentriert. Während Data Warehouses aktiv für Geschäftsentscheidungen genutzt werden, ist die Archivierung passiv und auf die Aufbewahrung ausgerichtet. Auch die Begriffe Records Management und Langzeitarchivierung überschneiden sich teilweise mit der Archivierung, beziehen sich aber häufig auf spezifischere organisatorische oder technische Aspekte.