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Glossar · I

Incident

Ein unerwartetes Ereignis, das den normalen Betrieb eines Systems stört und eine Reaktion erfordert.

Definition

Ein Incident bezeichnet ein unerwartetes Ereignis, das den normalen Betrieb eines IT-Systems, einer Anwendung oder eines Dienstes stört oder unterbricht. Dabei handelt es sich um eine Abweichung vom Standardzustand, die eine Reaktion erfordert, um die Funktionalität wiederherzustellen oder negative Auswirkungen zu minimieren. Incidents können sowohl technische Fehler als auch menschliche Fehlbedienungen umfassen.

Der Begriff wird vor allem im IT-Service-Management (ITSM) verwendet und ist zentraler Bestandteil von Prozessen zur Störungsbehandlung. Ein Incident ist nicht zwangsläufig ein Sicherheitsvorfall, kann aber auch sicherheitsrelevante Aspekte betreffen, wenn etwa ein Angriff oder eine Sicherheitslücke zu einer Störung führt.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

Jeder Ausfall oder Fehler, der Ihre Kunden oder Abläufe beeinträchtigt, ist ein Incident, vom nicht funktionierenden Kontaktformular bis zum kompletten Serverausfall. Damit nichts liegen bleibt, braucht es eine Einstufung nach Dringlichkeit, eine feste Stelle, an der Störungen gemeldet werden, und eine Nachbetrachtung bei schweren Fällen. Wer Incidents dokumentiert, erkennt wiederkehrende Ursachen und kann gezielt in Stabilität investieren.

Hintergrund und Kontext

Die Behandlung von Incidents ist ein wesentlicher Bestandteil von ITIL (Information Technology Infrastructure Library), einem weit verbreiteten Rahmenwerk für IT-Service-Management. ITIL definiert Incident Management als Prozess zur schnellen Wiederherstellung des normalen Betriebs und zur Minimierung von Auswirkungen auf Geschäftsprozesse.

Incidents können in verschiedenen IT-Umgebungen auftreten, von Rechenzentren über Cloud-Dienste bis hin zu Endanwendergeräten. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Hardware-Ausfällen über Softwarefehler bis hin zu Netzwerkausfällen oder menschlichen Fehlern.

Funktionsweise des Incident Managements

Das Incident Management umfasst die Erkennung, Klassifizierung, Priorisierung und Bearbeitung von Incidents. Ziel ist es, die Störung so schnell wie möglich zu beheben oder zumindest eine temporäre Lösung zu finden, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

Typischerweise werden Incidents über ein Ticket-System erfasst und dokumentiert. Die Bearbeitung erfolgt durch IT-Support-Teams, die je nach Schweregrad und Art des Incidents unterschiedliche Eskalationsstufen durchlaufen können. Die Dokumentation dient auch der Analyse und Prävention zukünftiger Vorfälle.

Einsatzgebiete und Bedeutung

Incident Management wird in nahezu allen Organisationen mit IT-Infrastruktur eingesetzt, insbesondere in Unternehmen mit kritischen Geschäftsprozessen, die auf IT-Systeme angewiesen sind. Es ist ein zentraler Bestandteil des IT-Betriebs und der Servicequalität.

Darüber hinaus spielt Incident Management eine wichtige Rolle in der Cybersecurity, da Sicherheitsvorfälle oft als spezielle Arten von Incidents behandelt werden. Die schnelle Reaktion kann hier helfen, Schäden durch Angriffe zu begrenzen.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Ein Incident unterscheidet sich von einem Problem, obwohl die Begriffe im ITSM oft zusammen verwendet werden. Während ein Incident eine akute Störung darstellt, bezieht sich ein Problem auf die zugrunde liegende Ursache, die zu wiederkehrenden Incidents führen kann.

Zudem ist ein Incident nicht gleichbedeutend mit einem Change. Ein Change bezeichnet geplante Änderungen an IT-Systemen, während ein Incident ungeplant und unerwartet auftritt. Sicherheitsvorfälle (Security Incidents) sind eine spezielle Unterkategorie von Incidents mit Fokus auf IT-Sicherheit.