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Glossar · I

IFC

Industry Foundation Classes. Offener Datenformat-Standard für den Austausch von BIM-Modellen zwischen verschiedenen Bau- und Planungs-Softwares.

Definition

IFC steht für Industry Foundation Classes und bezeichnet einen offenen, herstellerneutralen Datenformat-Standard für den Austausch von Bauwerksdatenmodellen (Building Information Modeling, BIM). Der Standard definiert eine einheitliche Struktur zur Beschreibung von Gebäuden, deren Bauteilen und den dazugehörigen Informationen. IFC ermöglicht die Interoperabilität zwischen unterschiedlichen Softwarelösungen im Bauwesen, indem es eine gemeinsame Sprache für den Datenaustausch bereitstellt.

Das Ziel von IFC ist es, die Zusammenarbeit zwischen Architekten, Ingenieuren, Bauunternehmen und anderen Akteuren im Planungs- und Bauprozess zu erleichtern. Durch die Verwendung eines standardisierten Formats können BIM-Modelle verschiedener Programme importiert, exportiert und weiterverarbeitet werden, ohne dass dabei Informationen verloren gehen oder neu interpretiert werden müssen. IFC ist somit ein zentraler Baustein für digitale Planungsprozesse im Bauwesen.

Geschichte und Standardisierung

Die Entwicklung von IFC begann Mitte der 1990er Jahre durch die International Alliance for Interoperability (IAI), eine Organisation, die sich der Verbesserung der Zusammenarbeit im Bauwesen widmet. Im Jahr 2005 wurde die IAI in buildingSMART International umbenannt, die seither für die Weiterentwicklung und Pflege des IFC-Standards verantwortlich ist. IFC wurde als offener Standard konzipiert, um eine breite Akzeptanz und Nutzung in der Branche zu fördern.

Die Standardisierung von IFC erfolgt über das ISO-Komitee ISO/TC 59/SC 13, das sich mit der Digitalisierung im Bauwesen beschäftigt. IFC ist als ISO 16739 international anerkannt und wird regelmäßig aktualisiert, um neue Anforderungen und Technologien abzudecken. Die kontinuierliche Weiterentwicklung stellt sicher, dass IFC mit aktuellen BIM-Anwendungsfällen kompatibel bleibt und den sich wandelnden Bedürfnissen der Bauindustrie entspricht.

Funktionsweise und Struktur

IFC basiert auf einer objektorientierten Datenmodellierung, bei der Gebäudeelemente als Klassen mit Eigenschaften und Beziehungen definiert werden. Dazu gehören beispielsweise Wände, Türen, Fenster, Räume, Materialien und technische Anlagen. Jedes Element besitzt Attribute wie Abmessungen, Position, Materialeigenschaften oder Kosteninformationen, die im Modell gespeichert sind.

Die Daten werden in einer textbasierten Datei gespeichert, die unterschiedliche Formate wie IFC-SPF (Step Physical File) oder IFC-XML unterstützt. Die Struktur ermöglicht es, komplexe Bauwerksinformationen hierarchisch abzubilden und die Beziehungen zwischen den Elementen darzustellen. Dies erleichtert die Analyse, Simulation und Koordination der Bauprozesse über verschiedene Softwareplattformen hinweg.

Einsatzgebiete

IFC wird vor allem im Bereich Building Information Modeling eingesetzt, um digitale Bauwerksmodelle zwischen verschiedenen Planungs- und Ausführungsprogrammen auszutauschen. Dies umfasst Architektursoftware, Statikprogramme, Haustechnikplanung, Baukostenkalkulation und Facility Management. IFC unterstützt somit den gesamten Lebenszyklus eines Bauwerks von der Planung über den Bau bis zum Betrieb.

Darüber hinaus findet IFC Anwendung in der öffentlichen Vergabe und Bauverwaltung, wo standardisierte Datenformate für die Ausschreibung und Dokumentation gefordert werden. Einige Länder haben IFC als verpflichtenden Standard für öffentliche Bauprojekte eingeführt, um die Digitalisierung im Bauwesen voranzutreiben und die Zusammenarbeit zwischen Beteiligten zu verbessern.

Abgrenzung zu verwandten Formaten

Im Bereich BIM existieren neben IFC weitere Datenformate wie das proprietäre Revit-Format (RVT) von Autodesk oder das offene gbXML-Format (Green Building XML), das sich auf energetische Gebäudesimulationen spezialisiert. Im Gegensatz zu diesen Formaten ist IFC herstellerneutral und zielt auf eine umfassende Beschreibung aller Bauwerksinformationen ab.

Ein weiterer verwandter Standard ist COBie (Construction-Operations Building information exchange), der sich auf die Übergabe von Gebäudedaten für den Betrieb konzentriert. Während IFC ein umfassendes Modell darstellt, fokussiert COBie auf eine strukturierte Datenübergabe für das Facility Management. IFC wird oft als Grundlage für solche spezialisierten Formate genutzt, um eine durchgängige Datenkette zu gewährleisten.