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Glossar · X

XML

Extensible Markup Language. Textbasiertes Datenformat mit strikter Struktur, früher omnipräsent (SOAP, RSS), heute meist von JSON verdrängt.

Definition

XML steht für Extensible Markup Language und ist ein textbasiertes Datenformat zur strukturierten Darstellung von Informationen. Es wurde entwickelt, um Daten zwischen unterschiedlichen Systemen und Plattformen austauschbar und lesbar zu machen. XML verwendet eine hierarchische Struktur aus Elementen, die durch Tags gekennzeichnet sind, ähnlich wie HTML, jedoch mit einem flexibleren und erweiterbaren Schema.

Die Syntax von XML ist streng definiert, sodass Dokumente wohlgeformt sein müssen, das heißt, sie müssen den Regeln zur Verschachtelung und zum Schließen von Tags entsprechen. XML ist dabei nicht auf einen festen Satz von Tags beschränkt, sondern erlaubt es, eigene Tags zu definieren, was die Anpassung an verschiedene Anwendungsfälle erleichtert.

Geschichte und Standardisierung

XML wurde Anfang der 1990er Jahre von der World Wide Web Consortium (W3C) entwickelt und 1998 als offizieller Standard veröffentlicht. Die Entwicklung erfolgte als Reaktion auf die Notwendigkeit eines universellen Datenformats, das sowohl von Menschen als auch von Maschinen einfach verarbeitet werden kann. Die Arbeitsgruppe bestand aus Experten verschiedener Unternehmen und Organisationen, die bereits Erfahrung mit SGML (Standard Generalized Markup Language) hatten.

Die Standardisierung durch das W3C stellte sicher, dass XML plattformunabhängig und interoperabel ist. Seit der Veröffentlichung wurden zahlreiche Erweiterungen und verwandte Standards entwickelt, darunter XML Schema zur Definition von Strukturen und XSLT zur Transformation von XML-Dokumenten. XML spielte lange Zeit eine zentrale Rolle in Webservices und Datenintegration.

Funktionsweise und Struktur

Ein XML-Dokument besteht aus einer Baumstruktur, in der jedes Element durch ein Start- und ein End-Tag definiert ist. Elemente können Attribute enthalten, die zusätzliche Informationen bereitstellen. Die Struktur erlaubt es, komplexe Daten hierarchisch abzubilden, wobei Elemente verschachtelt sein können. Die Lesbarkeit für Menschen und Maschinen ist ein wesentliches Merkmal von XML.

Zur Validierung von XML-Dokumenten werden Schemata wie DTD (Document Type Definition) oder XML Schema verwendet. Diese definieren die erlaubten Elemente, deren Reihenfolge und Attribute, um sicherzustellen, dass Dokumente den erwarteten Aufbau einhalten. Die Verarbeitung von XML erfolgt häufig mit Parsern, die die Daten in Programmiersprachen zugänglich machen.

Einsatzgebiete

XML wurde in vielen Bereichen eingesetzt, darunter Webservices (SOAP), Konfigurationsdateien, Dokumentenaustausch (z. B. Office Open XML), und Nachrichtenformate wie RSS und Atom. Besonders im Enterprise-Umfeld war XML lange Zeit der Standard für den Austausch strukturierter Daten zwischen heterogenen Systemen.

Mit dem Aufkommen von leichteren Formaten wie JSON hat die Bedeutung von XML im Web- und API-Bereich abgenommen. Dennoch wird XML weiterhin in Bereichen verwendet, in denen eine strikte Validierung und eine komplexe Datenstruktur erforderlich sind, beispielsweise in der Finanzbranche oder bei bestimmten Industriestandards.

Abgrenzung zu JSON

JSON (JavaScript Object Notation) ist ein weiteres textbasiertes Datenformat, das in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat. Im Vergleich zu XML ist JSON kompakter und einfacher zu lesen und zu schreiben, was es besonders für Webanwendungen attraktiv macht. JSON verzichtet auf die umfangreiche Tag-Struktur von XML und nutzt stattdessen eine objektorientierte Syntax mit Arrays und Schlüssel-Wert-Paaren.

Während XML durch seine Erweiterbarkeit und Validierungsmöglichkeiten punktet, ist JSON leichter zu parsen und wird von modernen Programmiersprachen nativ unterstützt. Die Wahl zwischen XML und JSON hängt daher von den Anforderungen an Datenstruktur, Validierung und Kompatibilität ab.