Definition
Patientendaten sind alle Angaben über Gesundheitszustand, Untersuchung und Behandlung einer Person, etwa Diagnosen, Befunde, Medikation und Abrechnungsdaten. Als Gesundheitsdaten gehören sie nach Art. 9 DSGVO zu den besonders geschützten Kategorien personenbezogener Daten. Die Erhebung und Speicherung von Patientendaten erfolgt in der Regel durch medizinische Einrichtungen wie Krankenhäuser, Arztpraxen, Apotheken und Labore. Dabei können die Daten sowohl in analoger Form, beispielsweise als Papierakte, als auch digital in elektronischen Patientenakten vorliegen. Die Nutzung von Patientendaten erstreckt sich über die direkte Behandlung hinaus auch auf administrative und statistische Zwecke.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
Wer eine Website, ein Terminbuchungssystem oder ein Kontaktformular für eine Praxis, Klinik oder einen Pflegedienst betreibt, verarbeitet schnell Patientendaten, oft schon durch ein Freitextfeld für den Anlass. Für diese Daten gelten strengere Regeln als für gewöhnliche Kundendaten, von verschlüsselter Übertragung bis zur sorgfältigen Auswahl von Hosting und Dienstleistern. Ein typischer Fehler sind Formulare, die Gesundheitsangaben unverschlüsselt per E-Mail weiterleiten.
Hintergrund und rechtliche Grundlagen
Die Erhebung, Verarbeitung und Weitergabe von Patientendaten ist nur unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt, etwa mit Einwilligung des Patienten oder zur Erfüllung gesetzlicher Pflichten. Medizinisches Personal ist zur Schweigepflicht verpflichtet, um die Vertraulichkeit der Daten zu gewährleisten. Verstöße gegen Datenschutzvorschriften können rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
Inhalte und Struktur von Patientendaten
Darüber hinaus enthalten Patientendaten auch Informationen zu Allergien, Impfungen, Medikamentenplänen und Laborwerten. Die Daten können strukturiert, etwa in Datenbanken, oder unstrukturiert, zum Beispiel als Freitext in Arztbriefen, vorliegen. Die elektronische Patientenakte (ePA) stellt eine standardisierte Form der digitalen Speicherung dar.
Einsatzgebiete von Patientendaten
Neben der direkten Patientenversorgung werden Patientendaten auch für Forschungszwecke verwendet, etwa in der klinischen Forschung und Epidemiologie. Dabei ist die Anonymisierung oder Pseudonymisierung der Daten üblich, um die Privatsphäre der Patienten zu schützen. Weiterhin spielen Patientendaten eine Rolle in der Qualitätssicherung und im Gesundheitsmanagement.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Ein verwandter Begriff ist die elektronische Gesundheitsakte (EGA), die auch von Patienten selbst gepflegt werden kann und nicht ausschließlich medizinische Behandlungsdaten enthält. Im Gegensatz dazu sind Patientendaten meist durch medizinisches Fachpersonal erhobene und verwaltete Informationen. Weitere Abgrenzungen bestehen zu Verwaltungsdaten im Gesundheitswesen, die beispielsweise Abrechnungsinformationen betreffen.