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Glossar · S

Steuerungen

Geräte oder Software, die zur Regelung und Überwachung von Systemen in der Gebäudeautomation eingesetzt werden.

Definition

Steuerungen sind technische Komponenten, die zur Regelung, Überwachung und Automatisierung von Systemen eingesetzt werden. Sie können sowohl als Hardwaregeräte als auch als Softwarelösungen realisiert sein. In der Gebäudeautomation dienen Steuerungen dazu, verschiedene Anlagen wie Heizung, Lüftung, Klima, Beleuchtung oder Sicherheitssysteme zu koordinieren und zu steuern.

Der Begriff Steuerung umfasst dabei eine Vielzahl unterschiedlicher Systeme, die je nach Anwendungsfall einfache Schaltfunktionen oder komplexe Regelalgorithmen ausführen können. Ziel ist es, Prozesse effizient zu gestalten, den Energieverbrauch zu optimieren und den Komfort für die Nutzer zu erhöhen. Steuerungen sind integraler Bestandteil moderner Automatisierungslösungen.

Hintergrund und Entwicklung

Die Entwicklung von Steuerungen begann mit einfachen elektromechanischen Schaltgeräten und hat sich über elektronische Steuerungen hin zu digitalen und vernetzten Systemen weiterentwickelt. Seit den 1960er Jahren kommen zunehmend speicherprogrammierbare Steuerungen (SPS) zum Einsatz, die flexible und programmierbare Steuerungsaufgaben ermöglichen.

Mit dem Aufkommen der Gebäudeautomation in den 1980er und 1990er Jahren wurden Steuerungen speziell für die Anforderungen von Gebäuden angepasst. Moderne Systeme integrieren heute oft Kommunikationsprotokolle wie KNX, BACnet oder LON, um eine zentrale Steuerung und Überwachung verschiedener Gewerke zu ermöglichen. Die Digitalisierung und Vernetzung führen zu immer komplexeren Steuerungslösungen.

Funktionsweise

Steuerungen erfassen über Sensoren Daten wie Temperatur, Feuchtigkeit, Präsenz oder Lichtstärke und verarbeiten diese Informationen anhand vordefinierter Regeln oder Algorithmen. Anschließend geben sie Befehle an Aktoren weiter, die beispielsweise Ventile öffnen, Lampen schalten oder Lüftungsanlagen regulieren.

Die Steuerung kann dabei in Echtzeit reagieren und Anpassungen vornehmen, um Sollwerte einzuhalten oder Energie zu sparen. Moderne Steuerungen verfügen über Schnittstellen zur Fernüberwachung und -bedienung, oft über Web- oder Mobilanwendungen. Die Programmierung erfolgt häufig über spezielle Softwaretools, die je nach Hersteller variieren.

Einsatzgebiete

Steuerungen werden vor allem in der Gebäudeautomation eingesetzt, um technische Anlagen effizient zu betreiben und den Nutzerkomfort zu erhöhen. Typische Anwendungen sind Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HLK), Beleuchtungssysteme, Jalousiensteuerungen sowie Sicherheitssysteme wie Brandmeldeanlagen oder Zutrittskontrollen.

Darüber hinaus finden Steuerungen auch in der Industrieautomation, im Maschinenbau oder in der Verkehrstechnik Verwendung. In der Gebäudeautomation sind sie oft Teil von Gebäudemanagementsystemen (GMS), die eine zentrale Überwachung und Steuerung verschiedener Gewerke ermöglichen.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Steuerungen unterscheiden sich von Regelungen dadurch, dass Steuerungen meist feste Abläufe oder Schaltvorgänge ausführen, während Regelungen kontinuierlich Größen messen und anpassen, um Sollwerte einzuhalten. Allerdings werden die Begriffe in der Praxis häufig synonym verwendet oder kombiniert, etwa in der Regelungstechnik.

Im Vergleich zu reiner Softwaresteuerung sind Hardwaresteuerungen physische Geräte, die direkt mit Sensoren und Aktoren verbunden sind. Zudem grenzt sich der Begriff Steuerung von übergeordneten Systemen wie dem Gebäudemanagementsystem ab, das mehrere Steuerungen integriert und koordiniert. Bekannte Protokolle wie KNX oder BACnet dienen dabei als Kommunikationsstandards zwischen Steuerungen und Managementsystemen.