Redaktionsplan erstellen: Inhalte für ein Jahr vorausplanen
Ein Redaktionsplan, der ein Jahr hält, beginnt bei den Fragen Ihrer Kunden, ordnet sie wenigen Themenfeldern mit je einer Hauptseite zu und legt einen Rhythmus fest, den Ihr Team neben dem Tagesgeschäft schafft. Dazu gehören feste Rollen für Schreiben und Freigabe und die Regel, Vorhandenes zu überarbeiten, bevor Neues entsteht.
Ein Blog ohne Plan folgt oft demselben Verlauf: Im Januar entstehen drei Beiträge, im März einer, ab Mai keiner mehr. Ein Redaktionsplan legt vorher fest, welche Frage wann beantwortet wird, wer schreibt und wer freigibt. Er nimmt die tägliche Entscheidung ab, worüber man schreiben könnte, und macht sichtbar, wenn ein Termin wackelt.
Schritt 1
Themen aus Kundenfragen sammeln
Die besten Themen liegen bereits im Unternehmen, in den Fragen, die Kunden vor und nach dem Kauf stellen. Ein Beitrag, der eine echte Frage beantwortet, wird gesucht, verlinkt und im Vertrieb weitergeschickt. Gute Quellen:
Vertrieb und Angebote: Welche Fragen kommen im Erstgespräch immer wieder? Welche Einwände stehen vor dem Auftrag?
Support und Service: Welche Anfragen erreichen Sie nach dem Kauf mehrmals im Monat?
Google Search Console: Im Leistungsbericht lassen sich Suchanfragen mit regulären Ausdrücken filtern, siehe den Absatz unter dieser Liste.
Gesetze und Termine: Fristen, die Ihre Kunden betreffen, geben Anlass und Datum gleich mit.
Für den Filter in der Search Console wählen Sie bei Suchanfragen die Option für reguläre Ausdrücke und tragen als Startbeispiel den Ausdruck ^(wie|was|warum|wieso|wann|wo|wer|welche|kann|ist) ein. Die Liste zeigt dann Suchanfragen, die mit einem dieser Fragewörter beginnen und über die Ihre Website schon gefunden wird. Groß- und Kleinschreibung spielt dabei keine Rolle. Fragen, die anders beginnen, etwa „Kosten Website Relaunch“, fängt der Ausdruck nicht. Ergänzen Sie ihn um die Wörter, die in Ihrer Branche typisch sind.
Sammeln Sie jede Frage wörtlich in einer Liste, mit Quelle und ungefährer Häufigkeit. Aus 50 bis 100 Fragen entsteht ein Plan für ein Jahr. Fragen, die sich nur im Wortlaut unterscheiden, werden zu einem Beitrag zusammengelegt.
Danach wird sortiert. Drei Kriterien reichen für eine Reihenfolge: Wie nah ist die Frage an einer Leistung, die Sie verkaufen wollen? Wie oft wird sie gestellt? Gibt es einen Anlass mit Datum? Fragen, die alle drei erfüllen, kommen in die ersten Monate. Fragen ohne Bezug zu Ihren Leistungen fliegen raus, auch wenn sie viele Suchanfragen versprechen. Sie bringen Besucher, die nichts kaufen.
Schritt 2
Themenfelder und Hauptseiten festlegen
Fassen Sie die Fragen in vier bis acht Themenfelder zusammen, die Ihren Leistungen entsprechen. Jedes Feld hat eine Hauptseite, meist die Leistungsseite, und mehrere Beiträge, die einzelne Fragen dazu beantworten und auf die Hauptseite verlinken. Diese Struktur heißt Themen-Cluster. Wie wir solche Felder mit Kunden aufbauen, zeigt die Seite zum Content Marketing.
Zwei Regeln verhindern, dass sich Seite und Beiträge gegenseitig Konkurrenz machen:
Die Seite verkauft, der Beitrag beantwortet. Die Leistungsseite heißt etwa „Website-Wartung“, der Beitrag fragt „Was gehört in einen Wartungsvertrag?“.
Ein Suchbegriff, eine Seite. Kein Beitrag zielt auf den Hauptbegriff seiner Leistungsseite. Halten Sie im Plan für jeden Beitrag den Hauptbegriff fest und prüfen Sie vor dem Schreiben, ob ihn schon eine andere Seite besetzt.
Im Plan selbst helfen wenige feste Spalten: Datum, Themenfeld, Titel, die Frage in einem Satz, Hauptbegriff, Zielseite für den Link, Autor, Status. Wer mehr Spalten anlegt, pflegt sie nach drei Monaten nicht mehr.
Aus unserer Praxis
So ist unser eigener Plan für marcodes.com gebaut
Für unseren eigenen Blog haben wir die Fragen sechs Themenfeldern zugeordnet, abgeleitet aus unseren vier Leistungsbereichen Beratung, Entwicklung, Betreuung und Vermarktung sowie den Branchen, für die wir arbeiten. Zu jeder Leistungsseite gehören zwei Beiträge, die eine Frage vor oder nach dem Kauf beantworten. Dazu kommt ein Beitrag pro Woche zu einem Anlass mit Datum, etwa einer Gesetzesfrist.
Unser Plan hat mehr Spalten als die acht oben, unter anderem eine Gliederung, Bildnotizen und eine Spalte „Abgrenzung“. Die Abgrenzung hält fest, was ein Beitrag bewusst nicht behandelt, weil eine Seite oder ein anderer Beitrag es tut. Wir halten sie für die wichtigste Spalte, weil sie Doppelungen schon beim Planen sichtbar macht. Fachbegriffe verknüpfen wir im Text mit unserem Glossar im CMS Statamic, so erklärt jeder Begriff sich an einer Stelle. Die Tabelle zeigt die Zeile dieses Beitrags:
| Wozu | Beispiel aus unserem Plan | |
|---|---|---|
| Themenfeld | Ordnet den Beitrag einer Leistung zu | Sichtbarkeit und Vermarktung |
| Frage | Hält fest, was der Beitrag beantworten muss | Wie erstellt ein Unternehmen einen Redaktionsplan, der regelmäßig Inhalte liefert, ohne das Team zu überlasten? |
| Hauptbegriff | Verhindert, dass zwei Seiten um denselben Suchbegriff konkurrieren | Redaktionsplan erstellen |
| Zielseite | Die Leistungsseite, auf die der Beitrag verlinkt | Content Marketing |
| Abgrenzung | Was der Beitrag nicht behandelt und wo es steht | Die Planungsmethode, nicht das Glossar als Inhaltsform, das hat einen eigenen Beitrag |
| Häufige Fragen | Fragen für den Abschnitt am Ende | Wie viele Beiträge pro Monat sind sinnvoll? Welches Werkzeug eignet sich? |
Schritt 3
Rhythmus, den Sie halten können
Der richtige Rhythmus ist der, den Ihr Team auch in der Urlaubszeit und im Jahresendgeschäft hält. Google nennt keine Häufigkeit, die bevorzugt würde. Die Hinweise zu hilfreichen Inhalten warnen im Gegenteil davor, viele Inhalte zu vielen Themen in der Hoffnung zu produzieren, dass einige davon gefunden werden, und davor, das Datum von Seiten zu ändern, ohne den Inhalt wesentlich zu überarbeiten.
Rechnen Sie den Aufwand vorher durch. Ein Beispiel mit angenommenen Werten: Ein Beitrag mit Recherche, Text, Fachprüfung, Bildern und Freigabe braucht sechs Stunden. Bei einem Beitrag pro Woche sind das gut 300 Stunden im Jahr, bei zwei pro Monat rund 150. Wer diese Zeit nicht freistellen kann, wählt den kleineren Rhythmus oder holt sich Unterstützung beim Schreiben.
Planen Sie außerdem Puffer ein: Halten Sie zwei bis drei fertige Beiträge auf Vorrat, die an kein Datum gebunden sind. Fällt ein Autor aus oder verschiebt sich eine Freigabe, rückt einer davon nach, und der Rhythmus bleibt. Beiträge mit festem Anlass, etwa eine Gesetzesfrist, plant man rückwärts: Veröffentlichung einige Wochen vor dem Stichtag, Schreibbeginn entsprechend früher.
Die Ansicht des Plans nach Datum, oft Content-Kalender genannt, zeigt Lücken und Häufungen auf einen Blick. Prüfen Sie dort auch, dass die Themenfelder über das Jahr verteilt sind und nicht drei Beiträge zum selben Feld hintereinander erscheinen.
Schritt 4
Rollen: wer schreibt, wer gibt frei
Für jeden Beitrag sollten vier Rollen feststehen, auch wenn eine Person mehrere übernimmt:
Autor: schreibt den Text oder liefert das Fachwissen im Gespräch.
Fachprüfung: prüft Aussagen, Zahlen und Quellen. Bei Rechts- und Steuerthemen wird das Prüfdatum im Beitrag vermerkt.
Freigabe: entscheidet über Veröffentlichung, in kleinen Unternehmen meist die Geschäftsführung.
Veröffentlichung: stellt den Beitrag ins CMS, setzt Links und Metadaten und plant den Termin.
Der häufigste Engpass ist die Freigabe. Legen Sie fest, bis wann sie erfolgt, zum Beispiel drei Werktage nach Vorlage, und was passiert, wenn sie ausbleibt. Wenn Fachleute im Haus wenig Zeit zum Schreiben haben, ist ein kurzes Gespräch mit anschließender Ausarbeitung durch einen Texter oft der schnellere Weg. Welche Unterstützung es dafür gibt, zeigt die Seite zur Texterstellung.
Danach
Wiederverwerten statt neu erfinden
Aus einem gut recherchierten Text entstehen mit wenig Aufwand weitere Inhalte:
Fragen und Antworten: Die häufigen Fragen am Ende eines Beitrags passen auch auf die zugehörige Leistungsseite oder in eine FAQ-Sammlung.
Glossar: Fachbegriffe, die im Beitrag erklärt werden, bekommen einen eigenen Eintrag und verlinken zurück. Warum das für die Sichtbarkeit wirkt, beschreibt der Beitrag Glossar als SEO-Waffe.
Newsletter und soziale Netzwerke: Der Kern eines Beitrags in drei Sätzen, mit Link.
Aktualisieren statt neu schreiben: Ändert sich eine Frist oder ein Gesetz, wird der bestehende Beitrag mit einem datierten Hinweis ergänzt, statt einen zweiten zum selben Thema zu veröffentlichen.
Planen Sie dafür eigene Termine ein, etwa einmal im Quartal einen Durchgang durch die Beiträge mit Rechts- und Fristbezug. Ein Beitrag, der die Frage im ersten Absatz klar beantwortet und seine Quellen nennt, hat auch bessere Chancen, in Antworten von KI-Suchsystemen aufzutauchen, wie der Beitrag zur Generative Engine Optimization zeigt.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
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So viele, wie Ihr Team dauerhaft in guter Qualität schafft. Zwei Beiträge im Monat sind ein Start, der sich mit festen Zuständigkeiten neben dem Tagesgeschäft halten lässt. Ein Beitrag pro Woche braucht deutlich mehr freigestellte Zeit. Ein gleichmäßiger Rhythmus über das ganze Jahr bringt mehr als ein starker Jahresanfang.
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Für den Anfang reicht eine geteilte Tabelle mit festen Spalten für Datum, Themenfeld, Frage, Hauptbegriff, Zielseite, Autor und Status. Ein Projektwerkzeug mit Kanban-Ansicht hilft, wenn mehrere Personen an Beiträgen arbeiten. Wichtiger als das Werkzeug ist, dass es eine Person verantwortet.
Redaktionsplan aufsetzen
Sie haben die Fragen Ihrer Kunden im Kopf, aber keine Zeit für den Plan? Wir ordnen sie mit Ihnen Themenfeldern und Hauptseiten zu und legen einen Rhythmus fest, den Ihr Team neben dem Tagesgeschäft schafft.
Nachweise
Quellen und Stand
Geprüft am 02.11.2026: Filterfunktionen der Google Search Console und Googles Hinweise zu hilfreichen Inhalten. Der Zeitaufwand im Rechenbeispiel ist eine Annahme.
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