Zum Inhalt springen
Abstraktes Relief aus dunklem Papier: ein Lichtstrahl streift über viele Würfel und trifft einen, der orange zurückstrahlt

Generative Engine Optimization: So nennt KI Ihr Unternehmen

KI-Assistenten nennen Unternehmen, deren Seiten sie finden und verstehen. Generative Engine Optimization heißt deshalb: klare Antworten am Anfang jeder Seite, überall gleich lautende Fakten über Ihr Unternehmen und Erwähnungen auf fremden Websites. Eine Garantie, genannt zu werden, gibt es nicht.

7 min Lesezeit Marketing & SEO

Der Unterschied zur klassischen Suche liegt in der Form der Antwort: Statt einer Liste mit zehn Links fasst ein Assistent zusammen und nennt wenige Quellen oder Namen. Wer in dieser Zusammenfassung fehlt, wird nicht angeklickt. GEO ergänzt deshalb die Suchmaschinenoptimierung, ersetzt sie aber nicht: Beide brauchen dieselbe Grundlage aus auffindbaren Seiten und klaren Inhalten.

Grundlagen

Wie KI-Suchen Quellen auswählen

Ein KI-Assistent kennt ein Unternehmen auf zwei Wegen: aus seinen Trainingsdaten und aus einer Suche, die er im Moment der Frage ausführt. Generative Engine Optimization, kurz GEO, setzt an beiden Wegen an. Der Begriff stammt aus einer Forschungsarbeit von 2023, in der Informatiker der Princeton University, des Georgia Institute of Technology, des Allen Institute for AI und des IIT Delhi untersucht haben, welche Textmerkmale die Sichtbarkeit in KI-Antworten verändern.

Trainingswissen gibt ein Modell aus dem Gedächtnis wieder, ohne Link und mit dem Stand seiner Trainingsdaten. Ein Beispiel aus eigener Sache: Die MARCODES GmbH gibt es seit Dezember 2025, davor war MARCODES ein Einzelunternehmen. Ein Modell mit älterem Trainingsstand kann nur das Einzelunternehmen kennen.

Live-Suche zerlegt eine Frage in mehrere Suchanfragen, liest die besten Treffer und fasst sie zusammen. Google nennt dieses Vorgehen für AI Overviews und den KI-Modus Query Fan-out: mehrere verwandte Suchen über Unterthemen und Datenquellen hinweg. Das Verfahren dahinter heißt RAG. Welche Crawler dafür Ihre Seiten abrufen und wie Sie Training und Suche getrennt zulassen oder sperren, steht im Beitrag KI-Crawler und robots.txt. Dieser Beitrag setzt voraus, dass die Such-Crawler zugelassen sind, und behandelt den Inhalt.

Daraus folgt: Klassisches SEO bleibt die Grundlage. Google schreibt ausdrücklich, dass für AI Overviews und den KI-Modus dieselben Grundregeln gelten wie für die Suche und keine besonderen Optimierungen nötig sind.

Textaufbau

Direkte Antworten im ersten Absatz

KI-Systeme zitieren Textabschnitte, keine ganzen Seiten. Ein Abschnitt, der eine Frage in den ersten zwei Sätzen vollständig beantwortet, lässt sich leicht übernehmen. Ein Abschnitt, der erst nach drei Absätzen zur Sache kommt, eignet sich dafür kaum.

Konkret heißt das für Ihre Seiten:

  • Frage als Überschrift, Antwort direkt darunter: „Was kostet eine Wartung?“ gefolgt von einer Spanne oder den Faktoren, nicht von einer Unternehmensgeschichte.

  • Ein Gedanke pro Abschnitt: Abschnitte, die für sich verständlich sind, ohne den Rest der Seite zu kennen.

  • Konkrete Aussagen statt Werbesprache: „Wir hosten bei Hetzner in Deutschland“ ist zitierbar. „Wir bieten erstklassige Infrastruktur“ nicht.

  • Zahlen mit Bezug: Preise, Zeiträume, Standorte, Gründungsjahr. Die Forschungsarbeit zu GEO fand, dass Quellenangaben, Zitate und Zahlen die Sichtbarkeit in ihren Tests erhöhten.

Wie groß der Unterschied ist, zeigt der Einstieg einer Leistungsseite eines fiktiven IT-Dienstleisters, vorher und nachher:

  • Vorher: „Seit vielen Jahren begleiten wir Unternehmen mit Leidenschaft auf dem Weg in die digitale Zukunft und finden für jede Herausforderung die passende Lösung.“

  • Nachher: „Wir entwickeln Kundenportale und interne Webanwendungen für mittelständische Unternehmen in Bayern. Die Anwendungen laufen auf Servern in Deutschland, Wartung und Weiterentwicklung übernehmen wir selbst.“

Der erste Satz passt auf jedes Unternehmen und wird deshalb nie zitiert. Der zweite beantwortet gleich mehrere Fragen, die jemand einem Assistenten stellen könnte: wer, was, für wen, wo.

Ein Test, den Sie selbst machen können: Kopieren Sie den ersten Absatz einer Leistungsseite ohne Überschrift in ein leeres Dokument. Versteht jemand ohne Vorwissen, was Sie anbieten, für wen und wo? Wenn nicht, versteht es auch ein Modell nicht.

Ein Stapel klar gegliederter Blätter, das oberste ist orange und in feste Felder eingeteilt.

Fakten

Strukturierte Daten und eindeutige Fakten

Strukturierte Daten nach Schema.org beschreiben in maschinenlesbarer Form, wer Sie sind: Name, Adresse, Kontakt, Leistungen, Profile auf anderen Plattformen. Sie sind keine Voraussetzung für KI-Antworten, aber sie verringern Missverständnisse, weil eine Maschine nicht raten muss, welcher Text Ihre Adresse ist.

Für ein Unternehmen ist der Typ Organization der Ausgangspunkt, für ein Geschäft mit Ladenlokal LocalBusiness. Die Eigenschaft sameAs verweist auf Ihre Profile bei LinkedIn, bei Branchenverbänden oder in Partnerverzeichnissen. So kann eine Maschine die verschiedenen Einträge sicher derselben Organisation zuordnen.

Wichtiger als das Markup ist, dass die Fakten überall gleich lauten. Assistenten mit Live-Suche lesen mehrere Quellen zu einer Frage. Stehen auf Ihrer Website, im Google-Unternehmensprofil, im Handelsregister und in drei Branchenverzeichnissen unterschiedliche Angaben, wird die Antwort unscharf oder falsch.

Prüfen Sie diese Fakten auf allen Plattformen, auf denen Sie geführt werden:

  1. Vollständiger Name und Rechtsform

  2. Adresse und Telefonnummer, gleich geschrieben

  3. Gründungsjahr und frühere Namen

  4. Leistungen in denselben Begriffen

  5. Ansprechpartner und Geschäftsführung

Ein häufiger Fehler nach einer Umfirmierung oder einem Umzug: Die eigene Website ist aktuell, aber Verzeichnisse und alte Pressetexte zeigen die alte Adresse. Für Menschen ist das ein Ärgernis. Ein Modell kann nicht erkennen, welche Angabe die aktuelle ist, und übernimmt im ungünstigen Fall die alte.

Auf der Website selbst hilft eine Seite „Über uns“ mit nüchternen Fakten statt Leitbild. Inhalte, die solche Fakten tragen und gepflegt bleiben, sind Aufgabe von Content Marketing. Warum ein Glossar Ihre Fachbegriffe für Leser und Maschinen eindeutig macht, steht im Beitrag Glossar als SEO-Waffe.

Reichweite

Erwähnungen außerhalb der eigenen Website

Was andere über Sie schreiben, zählt für KI-Systeme mehr als das, was Sie über sich selbst schreiben. Das gilt für Trainingsdaten wie für die Live-Suche: Eine Empfehlung in einem Fachartikel ist ein stärkeres Signal als jede Eigenaussage.

Quellen für Erwähnungen, die in Reichweite eines Mittelständlers liegen:

  • Branchen- und Berufsverbände: Mitgliederverzeichnisse mit kurzer Beschreibung.

  • Lokale Quellen: Kammern, Wirtschaftsförderung, regionale Presse. Für lokale Fragen ist auch das Google-Unternehmensprofil eine Quelle.

  • Partner und Hersteller: Partnerverzeichnisse von Software-Herstellern, mit deren Produkten Sie arbeiten.

  • Fachbeiträge und Vorträge: Gastbeiträge, Konferenzprogramme, Podcasts mit Shownotes.

  • Bewertungen: Plattformen, auf denen Kunden Sie beschreiben, mit den Begriffen, die Kunden tatsächlich nutzen.

Ein Wikipedia-Artikel taucht in dieser Liste bewusst nicht auf. Wikipedia nimmt Unternehmen nur bei enzyklopädischer Relevanz auf, und selbst geschriebene Artikel werden häufig gelöscht. Wenn es einen Artikel gibt, sollten Sie ihn auf falsche Fakten prüfen, aber nicht selbst ausbauen.

Ein Fehler wäre, Erwähnungen zu kaufen oder massenhaft gleichlautende Texte auf Verzeichnisseiten zu verteilen. Suchmaschinen behandeln das als Manipulation, und Modelle übernehmen so nur Ihre eigene Werbung, die sie ohnehin anders gewichten.

Messung

Was sich messen lässt und was nicht

GEO lässt sich nur teilweise messen. Es gibt keine Search Console für ChatGPT, und Antworten unterscheiden sich von Nutzer zu Nutzer und von Tag zu Tag.

Was sich messen lässt:

  • Besuche aus KI-Diensten: In der Webanalyse erscheinen Verweise von chatgpt.com, perplexity.ai oder claude.ai. ChatGPT hängt an Links außerdem oft den Parameter utm_source=chatgpt.com an.

  • Google: Klicks aus AI Overviews und dem KI-Modus zählt die Search Console im Leistungsbericht unter dem Suchtyp Web mit, sie weist sie aber nicht getrennt aus.

  • Eine feste Frageliste: 20 bis 30 Fragen, die Ihre Kunden stellen würden, einmal im Monat in den wichtigsten Assistenten gestellt. Notieren Sie, ob Sie genannt werden, mit welchen Fakten und neben wem.

Für die Frageliste reicht eine Tabelle mit den Spalten Datum, Assistent, Frage, genannt oder nicht, Fakten korrekt oder nicht und genannte Mitbewerber. Stellen Sie die Fragen ohne Anmeldung oder in einem neuen Chat, damit frühere Gespräche die Antwort nicht beeinflussen.

Was sich nicht messen lässt: wie oft Sie in Antworten ohne Link genannt werden, und welche Ihrer Maßnahmen eine Nennung ausgelöst hat. Werten Sie die Frageliste deshalb über Monate aus, nicht nach einem Durchlauf. Mehr zur Einordnung von SEO-Kennzahlen steht im Beitrag SEO ohne Buzzword-Bingo.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

  • Nein. KI-Suchen greifen auf Suchindizes zurück und bevorzugen Seiten, die dort gut gefunden werden. GEO ergänzt SEO um Textaufbau, eindeutige Fakten und Erwähnungen auf anderen Websites. Wer SEO vernachlässigt, hat auch in KI-Antworten wenig Chancen.

  • Nur in Teilen. Besuche von KI-Diensten zeigt die Webanalyse, und eine feste Liste von Testfragen zeigt über Monate, ob und wie Sie genannt werden. Nennungen ohne Link und die Wirkung einzelner Maßnahmen bleiben unsichtbar.

  • Für die Live-Suche wirken Änderungen, sobald die Seiten neu erfasst sind, oft innerhalb weniger Tage. Das Trainingswissen eines Modells ändert sich erst mit der nächsten Modellversion, die auf neueren Daten beruht. Das kann viele Monate dauern.

In KI-Antworten sichtbar werden

Wir prüfen, wie KI-Assistenten Ihr Unternehmen beschreiben, und bringen Website, Fakten und Inhalte in eine Form, die Suchmaschinen und Modelle verstehen.

Zu unserer SEO-Betreuung