Definition
Dashboards sind visuelle Benutzeroberflächen, die verschiedene Datenquellen zusammenführen und übersichtlich darstellen. Sie zeigen in der Regel Leistungskennzahlen (Key Performance Indicators, KPIs), Trends und wichtige Informationen auf einen Blick. Ziel ist es, komplexe Datenmengen schnell erfassbar zu machen und Entscheidungsprozesse zu unterstützen.
Die Darstellung erfolgt häufig in Form von Diagrammen, Tabellen, Grafiken oder Ampelsystemen. Dashboards sind interaktiv gestaltet, sodass Nutzer Filter setzen, Zeiträume auswählen oder Detailinformationen abrufen können. Sie finden Anwendung in unterschiedlichen Bereichen wie Business Intelligence, IT-Monitoring oder Projektmanagement.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
Ein Dashboard ist nur so gut wie die Fragen, die es beantwortet: Zeigt es Zahlen, auf die niemand reagiert, wird es nach wenigen Wochen nicht mehr geöffnet. Beschränken Sie sich auf die wenigen Werte, die für eine bestimmte Rolle zu einer Entscheidung führen, etwa offene Angebote für den Vertrieb oder Maschinenauslastung für die Produktion. Prüfen Sie außerdem, woher die Zahlen kommen und wie aktuell sie sind, damit nicht auf Basis veralteter Daten gesteuert wird.
Hintergrund und Entwicklung
Der Begriff Dashboard stammt ursprünglich aus dem Automobilbereich, wo ein Armaturenbrett (englisch: dashboard) die wichtigsten Fahrzeugdaten anzeigt. In der Informationstechnologie wurde der Begriff seit den 1990er-Jahren übernommen, als Unternehmen begannen, Datenvisualisierung zur Überwachung von Geschäftsprozessen einzusetzen.
Mit dem Aufkommen von Business-Intelligence-Software und der Verfügbarkeit großer Datenmengen (Big Data) wuchs die Bedeutung von Dashboards. Moderne Dashboards sind häufig webbasiert und ermöglichen Echtzeit-Updates. Die Entwicklung wurde durch Standards wie das Balanced Scorecard-Konzept von Kaplan und Norton (1992) beeinflusst, das die Nutzung von KPIs zur Steuerung von Unternehmen propagiert.
Funktionsweise
Dashboards aggregieren Daten aus verschiedenen Quellen wie Datenbanken, Cloud-Diensten oder APIs. Diese Daten werden vorverarbeitet, analysiert und in visueller Form dargestellt. Die Auswahl der angezeigten Kennzahlen richtet sich nach den Anforderungen der Nutzer und den Zielen der Organisation.
Interaktive Elemente erlauben es, die Daten dynamisch zu filtern oder zu drilldownen, also in detailliertere Ebenen einzutauchen. Technisch basieren Dashboards auf Frontend-Technologien wie HTML, CSS und JavaScript sowie Backend-Systemen zur Datenverarbeitung. Sie können als eigenständige Anwendungen oder als Teil von Business-Intelligence-Plattformen implementiert sein.
Einsatzgebiete
Dashboards werden in vielen Branchen und Funktionsbereichen eingesetzt. Im Controlling dienen sie zur Überwachung von Finanzkennzahlen, im Marketing zur Analyse von Kampagnenergebnissen und im IT-Bereich zur Überwachung von Systemzuständen und Sicherheitsvorfällen.
Auch im Projektmanagement helfen Dashboards, den Fortschritt, Ressourcenverbrauch und Risiken zu visualisieren. Die Echtzeit-Darstellung unterstützt schnelle Reaktionen und fundierte Entscheidungen. Zudem finden Dashboards Anwendung in der Produktion, im Vertrieb und im Kundenservice.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Dashboards unterscheiden sich von Reports dadurch, dass sie interaktive und dynamische Visualisierungen bieten, während Reports meist statische, text- oder tabellenbasierte Dokumente sind. Ein Dashboard ermöglicht die Echtzeit-Überwachung, Reports dienen oft der retrospektiven Analyse.
Im Vergleich zu Data-Warehouses oder Datenbanken sind Dashboards keine Speicherlösungen, sondern Präsentationsschichten. Sie visualisieren die zugrunde liegenden Daten, die in solchen Systemen gespeichert sind. Zudem sind Dashboards nicht mit Infografiken gleichzusetzen, da sie meist interaktiv und anpassbar sind, während Infografiken statische Darstellungen bleiben.