Definition
LONworks ist ein Netzwerkprotokoll, das speziell für die Gebäudeautomation entwickelt wurde. Es ermöglicht die Kommunikation und Steuerung von Geräten unterschiedlicher Hersteller innerhalb eines gemeinsamen Netzwerks. Die Abkürzung LON steht für Local Operating Network, was auf die dezentrale Steuerung von Automationskomponenten hinweist.
Das Protokoll unterstützt die Vernetzung von Sensoren, Aktoren und Steuergeräten, die in Gebäuden für Heizung, Lüftung, Klimatisierung, Beleuchtung und Sicherheit eingesetzt werden. LONworks ist darauf ausgelegt, eine flexible und skalierbare Kommunikation in heterogenen Systemen zu gewährleisten.
Geschichte und Standardisierung
LONworks wurde in den 1980er Jahren von der Firma Echelon Corporation entwickelt, die 1988 gegründet wurde. Ziel war es, eine offene und interoperable Lösung für die Gebäudeautomation zu schaffen, die den Austausch zwischen Geräten verschiedener Hersteller ermöglicht. Das Protokoll wurde in den 1990er Jahren zunehmend standardisiert und verbreitet.
Im Jahr 1999 wurde LONworks als ISO/IEC 14908-1 international standardisiert. Diese Norm definiert die Kommunikationsschicht und das Protokoll für Steuerungsnetzwerke in der Gebäudeautomation. Die Standardisierung trug dazu bei, die Akzeptanz von LONworks in der Industrie zu erhöhen und die Interoperabilität zu sichern.
Funktionsweise
LONworks basiert auf einem verteilten Kommunikationsmodell, bei dem jeder Knoten im Netzwerk eigenständig agieren kann. Die Geräte kommunizieren über ein sogenanntes Neuron-Chip-basiertes System, das Nachrichten auf verschiedenen physikalischen Medien wie Twisted-Pair-Kabeln, Powerline oder Funk überträgt.
Das Protokoll nutzt ein ereignisgesteuertes Messaging, bei dem Daten nur bei Änderungen oder bestimmten Ereignissen übertragen werden. Dies reduziert den Netzwerkverkehr und erhöht die Effizienz. Die Adressierung erfolgt über eindeutige Identifikationsnummern, die eine gezielte Kommunikation zwischen Geräten ermöglichen.
Einsatzgebiete
LONworks wird hauptsächlich in der Gebäudeautomation eingesetzt, insbesondere für die Steuerung von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen (HLK), Beleuchtungssystemen, Zutrittskontrollen und Sicherheitsanlagen. Die Flexibilität des Protokolls erlaubt die Integration verschiedenster Komponenten in einem Netzwerk.
Neben der Gebäudeautomation findet LONworks auch Anwendung in der Industrieautomation und in der Infrastruktur, etwa für die Steuerung von Straßenbeleuchtung oder in Verkehrsleitsystemen. Die Fähigkeit, heterogene Geräte zu vernetzen, macht LONworks in vielfältigen Bereichen nützlich.
Abgrenzung zu verwandten Technologien
LONworks unterscheidet sich von anderen Gebäudeautomationsprotokollen wie KNX oder BACnet durch seine dezentrale Architektur und die Verwendung des Neuron-Chips. KNX basiert auf einem busorientierten Kommunikationsmodell, während BACnet vor allem in der HLK-Industrie verbreitet ist und auf IP-Netzwerken aufsetzt.
Im Vergleich zu diesen Standards bietet LONworks eine größere Flexibilität bei der Integration verschiedener physikalischer Medien und eine stärkere Dezentralisierung. Allerdings ist die Verbreitung von KNX in Europa und BACnet in Nordamerika oft größer, was die Auswahl des Protokolls vom jeweiligen Anwendungsfall und regionalen Marktbedingungen abhängig macht.