Definition
Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) ist ein Sicherheitsverfahren, das mehrere Authentifizierungsmethoden kombiniert, um die Identität eines Benutzers zu verifizieren. Dabei wird neben dem traditionellen Passwort ein zusätzlicher Faktor benötigt, um den Zugriff auf ein System oder eine Anwendung zu gewähren.
Die gängigsten Faktoren in der MFA sind etwas, das der Benutzer weiß (z. B. ein Passwort), etwas, das der Benutzer hat (z. B. ein Smartphone mit einer Authentifizierungs-App) und etwas, das der Benutzer ist (z. B. biometrische Merkmale wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung).
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
Ein gestohlenes Passwort reicht ohne MFA, um sich in E-Mail, Buchhaltung oder Website-Verwaltung anzumelden. Besonders wichtig ist der zweite Faktor bei Zugängen mit weitreichenden Rechten: Hosting, Domain-Registrar, Microsoft- oder Google-Konto und Online-Banking. Ein typischer Fehler ist, nur eine Person als Inhaber des zweiten Faktors einzurichten, deshalb sollten Wiederherstellungscodes sicher hinterlegt und ein Vertreter eingetragen sein.
Hintergrund
Die Notwendigkeit für MFA entstand aus der zunehmenden Häufigkeit von Cyberangriffen und der damit verbundenen Sicherheitsrisiken. Die ersten Ansätze zur Mehrfaktorauthentifizierung wurden in den 1980er Jahren entwickelt, jedoch gewann das Konzept in den 2000er Jahren an Bedeutung, als Online-Dienste und E-Commerce an Popularität zunahmen.
Organisationen und Unternehmen begannen, MFA als Standardmaßnahme zur Verbesserung der Sicherheit zu implementieren. Die Einführung von Richtlinien und Standards, wie dem NIST SP 800-63, hat zur Verbreitung von MFA beigetragen und dessen Bedeutung in der IT-Sicherheit hervorgehoben.
Funktionsweise
Bei der Multi-Faktor-Authentifizierung muss der Benutzer zunächst seine Identität mit dem ersten Faktor, typischerweise einem Passwort, bestätigen. Anschließend wird ein zweiter Faktor angefordert, der je nach Implementierung variieren kann. Dies kann ein einmaliger Code sein, der an ein Mobilgerät gesendet wird, oder ein biometrisches Merkmal.
Die Implementierung von MFA erfolgt häufig über Authentifizierungs-Apps wie Google Authenticator oder Authy, die zeitbasierte Einmalpasswörter (TOTP) generieren. Alternativ können Hardware-Token oder SMS-basierte Codes verwendet werden, um den zweiten Faktor bereitzustellen.
Einsatzgebiete
MFA wird in einer Vielzahl von Anwendungen eingesetzt, insbesondere in Bereichen, die sensible Daten verarbeiten oder einen hohen Sicherheitsbedarf haben. Dazu gehören Online-Banking, E-Mail-Dienste, Unternehmensnetzwerke und Cloud-Dienste.
Viele große Technologieunternehmen, wie Google und Microsoft, haben MFA als Teil ihrer Sicherheitsprotokolle implementiert, um den Schutz der Benutzerkonten zu erhöhen und unbefugten Zugriff zu verhindern.
Abgrenzung
Multi-Faktor-Authentifizierung unterscheidet sich von der Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), die spezifisch zwei Authentifizierungsfaktoren verwendet. Während 2FA eine Form der MFA ist, kann MFA auch mehr als zwei Faktoren umfassen, was zusätzliche Sicherheit bietet.
Ein verwandtes Konzept ist die Ein-Faktor-Authentifizierung, bei der nur ein Faktor, typischerweise ein Passwort, zur Identitätsverifikation verwendet wird. Diese Methode ist weniger sicher und anfälliger für Angriffe, weshalb MFA in vielen modernen Sicherheitsarchitekturen bevorzugt wird.