Definition
Single Sign-On (SSO) ist ein Authentifizierungsverfahren, das es Nutzern ermöglicht, sich einmalig mit ihren Zugangsdaten anzumelden und anschließend auf mehrere unabhängige Anwendungen oder Systeme zuzugreifen, ohne sich erneut authentifizieren zu müssen. Ziel von SSO ist die Vereinfachung des Zugriffs auf verschiedene Dienste durch eine zentrale Anmeldung.
Das Verfahren reduziert die Anzahl der erforderlichen Login-Vorgänge und verbessert dadurch die Benutzerfreundlichkeit, indem es die Verwaltung von mehreren Benutzernamen und Passwörtern überflüssig macht. SSO wird häufig in Unternehmensnetzwerken und webbasierten Anwendungen eingesetzt.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
Mit Single Sign-On melden sich Mitarbeiter einmal an, etwa mit ihrem Microsoft- oder Google-Konto, und sind in allen angebundenen Programmen eingeloggt. Der größte Vorteil zeigt sich beim Ausscheiden: Ein gesperrtes Konto sperrt sofort alle Zugänge, statt dass alte Logins in einzelnen Tools aktiv bleiben. Wenn Sie Software für Firmenkunden anbieten, wird SSO oft zur Bedingung im Einkauf, und manche Anbieter verlangen dafür einen teureren Tarif.
Hintergrund und Entwicklung
Die Entwicklung von Single Sign-On entstand aus dem Bedarf, die Benutzerverwaltung in komplexen IT-Umgebungen zu vereinfachen. In den 1990er Jahren wurden erste SSO-Lösungen für lokale Netzwerke entwickelt, um die Zugriffssteuerung auf verschiedene interne Systeme zu zentralisieren.
Mit dem Aufkommen des Internets und cloudbasierter Dienste gewann SSO an Bedeutung, da Nutzer zunehmend auf mehrere webbasierte Anwendungen zugreifen mussten. Standards wie Security Assertion Markup Language (SAML) und OpenID Connect wurden entwickelt, um die Interoperabilität zwischen verschiedenen Systemen zu gewährleisten.
Funktionsweise
Bei einem Single Sign-On meldet sich der Nutzer einmal bei einem zentralen Authentifizierungsdienst an. Dieser Dienst erstellt ein Authentifizierungstoken oder eine Sicherheitsbestätigung, die bei der Nutzung weiterer Anwendungen zur Verifikation verwendet wird, ohne dass eine erneute Eingabe von Zugangsdaten notwendig ist.
Die beteiligten Anwendungen oder Dienste vertrauen dem Authentifizierungsdienst und akzeptieren dessen Token. Die Kommunikation erfolgt häufig über Protokolle wie SAML, OAuth oder OpenID Connect, die den sicheren Austausch von Identitätsinformationen ermöglichen.
Einsatzgebiete
Single Sign-On wird vor allem in Unternehmensumgebungen eingesetzt, in denen Mitarbeiter auf eine Vielzahl von internen und externen Anwendungen zugreifen müssen. Beispiele sind Intranet-Portale, Cloud-Dienste, E-Mail-Systeme und Customer-Relationship-Management-Software.
Darüber hinaus findet SSO Anwendung in Bildungseinrichtungen und Behörden, um den Zugang zu verschiedenen Online-Diensten zu erleichtern. Auch im privaten Bereich nutzen manche Nutzer SSO über Dienste wie Google oder Facebook, um sich bei Drittanbietern anzumelden.
Abgrenzung zu verwandten Konzepten
Im Unterschied zu Single Sign-On steht das Verfahren der Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA), das zusätzliche Sicherheitsprüfungen neben der Anmeldung verlangt, um die Identität des Nutzers zu bestätigen. SSO kann mit MFA kombiniert werden, um sowohl Komfort als auch Sicherheit zu erhöhen.
Ein verwandtes Konzept ist das Identity Federation, bei dem Identitätsinformationen zwischen unterschiedlichen Organisationen ausgetauscht werden, um SSO über Organisationsgrenzen hinweg zu ermöglichen. Im Gegensatz dazu beschränkt sich klassisches SSO meist auf Systeme innerhalb einer Organisation oder eines Vertrauensverbundes.