KI-Texte überarbeiten: woran Leser maschinelle Texte erkennen
Maschinell wirkende Texte erkennen Leser an Floskeln, leeren Superlativen, Reihen aus drei Adjektiven und Behauptungen ohne Beleg. Beim Überarbeiten von KI-Texten streichen Sie diese Stellen und ersetzen sie durch eigene Beispiele und geprüfte Fakten.
Ein Sprachmodell schreibt in Sekunden einen Entwurf, der grammatisch sauber ist und trotzdem nach niemandem klingt. Leser merken das an der Summe vieler kleiner Stellen, die unten aufgelistet sind. Ob ein Erkennungswerkzeug den Text als maschinell einstuft, spielt für den Leser keine Rolle; er entscheidet am Inhalt, ob er dem Absender glaubt.
Es geht hier um die Überarbeitung, den Weg vom Entwurf zum veröffentlichten Text. Wie eine Leistungsseite insgesamt aufgebaut wird, steht in Webseitentexte, die verkaufen. Was Mitarbeiter über den Umgang mit KI-Werkzeugen wissen sollten, fasst KI-Kompetenz nach AI Act zusammen.
Merkmale
Typische Merkmale maschineller Texte
Die folgenden Merkmale sind kein Beweis für maschinelle Herkunft; Menschen schreiben sie auch. Sie häufen sich aber in unbearbeiteten Entwürfen, weil ein Modell die wahrscheinlichste Formulierung wählt und ohne Vorgaben nichts über Ihr Unternehmen weiß.
Einleitungsfloskeln, die den Text in eine große Zeit einordnen, bevor er etwas sagt
Superlative ohne Vergleichsgröße: erstklassig, höchste Qualität, unschlagbar
Reihen aus genau drei Adjektiven, oft im selben Rhythmus von Absatz zu Absatz
Sätze ohne Einzelheit, die jeder Wettbewerber unverändert übernehmen könnte
Zahlen und Studien ohne Quelle, mit Formulierungen wie „Studien zeigen“ oder „bis zu“
gleichförmige Absätze mit einer Zusammenfassung am Ende, die den Absatz wiederholt
Das letzte Merkmal fällt vor allem in längeren Texten auf, wenn mehrere Absätze hintereinander mit einem Merksatz enden.
Streichen
Floskeln und leere Superlative streichen
Der schnellste Prüfschritt ist die Streichprobe: Löschen Sie einen Satz und lesen Sie den Absatz ohne ihn. Fehlt keine Information, bleibt der Satz gestrichen. Einleitungen über die Bedeutung der Digitalisierung, Schlusssätze, die den Absatz zusammenfassen, und Übergänge wie „Doch damit nicht genug“ fallen meist schon hier weg.
Superlative brauchen eine Vergleichsgröße oder einen Beleg. „Schnelle Lieferung“ wird zu einer Lieferzeit in Arbeitstagen, „höchste Qualität“ zu dem, was die Qualität sichert: einer Prüfung, einer Norm, einem Protokoll. Gibt es nichts, was die Behauptung trägt, fällt sie weg.
Bei Adjektivreihen behalten Sie das eine Adjektiv, das Sie belegen können, und belegen es im nächsten Satz. Aus „innovativ, flexibel und zukunftssicher“ wird dann eine Aussage darüber, was ein Kunde konkret ändern kann und bis wann.
Vorher und nachher
Fünf Sätze im Vergleich
Die Beispielsätze sind für diesen Beitrag konstruiert und stammen von einem erfundenen Zulieferbetrieb für Frästeile. Sie zeigen je ein Merkmal und eine mögliche Überarbeitung.
| maschineller Entwurf | überarbeitet | |
|---|---|---|
| Floskel | In einer Welt, die sich immer schneller dreht, ist Qualität wichtiger denn je. | Wir fräsen Aluminiumteile bis 600 Millimeter Kantenlänge, ab Stückzahl eins. |
| Leerer Superlativ | Wir liefern erstklassige Qualität zu unschlagbaren Preisen. | Jedes Teil geht mit Messprotokoll raus; ein Angebot nennen wir zwei Arbeitstage nach Eingang der Zeichnung. |
| Drei Adjektive | Unsere Lösungen sind innovativ, flexibel und zukunftssicher. | Änderungen an der Zeichnung übernehmen wir bis zum Fertigungsstart ohne Aufpreis. |
| Fehlende Einzelheit | Wir begleiten Sie von der Idee bis zur Umsetzung. | Wir prüfen Ihre Zeichnung auf Fertigbarkeit und schlagen Toleranzen vor, die Bearbeitungszeit sparen. |
| Ungeprüfte Zahl | Studien zeigen, dass Betriebe mit KI bis zu 40 Prozent Zeit sparen. | Seit wir Angebote mit Vorlage schreiben, dauert eines im Mittel 25 statt 40 Minuten (eigene Zeiterfassung, erstes Quartal). |
Erfahrung
Eigene Beispiele und Erfahrung einbauen
Glaubwürdig wird ein Text durch Angaben, die ein Modell nicht kennen kann, etwa die Fragen, die Kunden am Telefon stellen, oder eine Zahl aus der eigenen Zeiterfassung. Google beschreibt Erfahrung als einen der Aspekte, nach denen seine Systeme hilfreiche Inhalte erkennen, und nennt sie als Teil von E-E-A-T; manche Inhalte seien gerade wegen der gezeigten Erfahrung hilfreich.
Praktisch heißt das: Geben Sie dem Modell diese Fakten vor dem Schreiben mit, statt sie nachträglich einzustreuen. Eine Stichpunktliste mit echten Fällen, häufigen Kundenfragen und belegbaren Zahlen verändert den Entwurf stärker als jede Stilanweisung. Kundennamen und Projektdetails gehören nur in den Text, wenn der Kunde zugestimmt hat.
Auf unserer Seite zu Texten für Websites und Kampagnen steht der Anspruch, an dem wir eigene Texte messen: „Kein KI-Wortbrei, keine Werbefloskeln.“ Wir legen ihn an jeden Entwurf an, auch an den eines Modells.
Belege
Fakten prüfen und belegen
Sprachmodelle schlagen keine Fakten nach, sie erzeugen wahrscheinliche Formulierungen. Daraus entstehen Halluzinationen: erfundene Zahlen, falsch zugeordnete Zitate, Gesetze mit falschem Paragrafen. Google empfiehlt in seiner Anleitung zu KI-generierten Inhalten, alle Inhalte von Hand auf Fakten zu prüfen, und zählt Titel, Meta-Beschreibungen, strukturierte Daten und Alternativtexte von Bildern ausdrücklich dazu.
Für die Prüfung markieren Sie im Entwurf jede Zahl, jeden Namen, jedes Datum und jedes Zitat. Zu jeder Markierung gehört eine Quelle, die Sie selbst geöffnet haben: das Gesetz im Wortlaut, die Herstellerdokumentation, die eigene Auswertung. Findet sich keine Quelle, wird die Aussage gestrichen oder so formuliert, dass sie ohne Zahl stimmt. Bei Rechtsfragen zählt der Stand am Tag der Veröffentlichung, weil ein Modell auf älteren Texten trainiert ist und Änderungen nicht kennt.
Ablauf
Ein Überarbeitungsablauf in vier Schritten
Der Ablauf passt für Leistungsseiten, Blogbeiträge und Newsletter. Er setzt voraus, dass eine Person im Unternehmen für den Text verantwortlich ist und ihn freigibt.
Streichen: Streichprobe für jeden Satz, Superlative ohne Beleg und Adjektivreihen entfernen, Merksätze am Absatzende löschen.
Ergänzen: eigene Fälle, Zahlen mit Herkunft, konkrete Abläufe und Fristen einsetzen; was fehlt, bei den Fachleuten im Haus erfragen.
Prüfen: jede markierte Angabe gegen eine geöffnete Quelle halten, Titel, Meta-Beschreibung und Alternativtexte mitprüfen.
Freigeben: Die verantwortliche Person liest den Text vollständig, am besten laut, und gibt ihn mit Datum frei; die Freigabe wird festgehalten.
Der vierte Schritt hat neben der Qualität einen rechtlichen Grund: Ab dem 02.08.2026 gelten die Transparenzpflichten der KI-Verordnung, und für Texte zu Themen von öffentlichem Interesse hängt die Kennzeichnungspflicht davon ab, ob ein Mensch geprüft hat und die redaktionelle Verantwortung trägt. Welche Pflichten der AI Act sonst bringt, fasst EU AI Act: Welche Pflichten ab August 2026 gelten zusammen; die Einzelheiten zu Texten stehen in den Häufigen Fragen unten. In welchen Fällen ein Sprachmodell den Arbeitsaufwand senkt und wo ein Mensch die letzte Kontrolle behalten sollte, steht in Wann ein LLM den Tag rettet.
Google, Kennzeichnung, Grenzen
Häufige Fragen
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Nicht wegen ihrer Herkunft. Google erlaubt den Einsatz generativer KI, wertet es aber als Verstoß gegen die Spam-Richtlinien, wenn viele Seiten ohne Nutzen für Leser erzeugt werden, um Rankings zu beeinflussen (missbräuchliche Erstellung von Inhalten in großem Umfang). Einen Hinweis darauf, wie ein Inhalt entstanden ist, empfiehlt Google zu erwägen, verlangt ihn für Website-Texte aber nicht.
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Ab dem 02.08.2026 verlangt Art. 50 Abs. 4 der KI-Verordnung von Betreibern, offenzulegen, dass ein Text künstlich erzeugt wurde, wenn er veröffentlicht wird, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren. Das entfällt, wenn der Text menschlich geprüft oder redaktionell kontrolliert wurde und eine Person die redaktionelle Verantwortung trägt, was die festgehaltene Freigabe aus Schritt 4 dokumentiert. Die Änderungsverordnung (EU) 2026/1744, in Kraft seit 27.07.2026, hat dieses Datum nicht verschoben; ihre Übergangsfrist bis 02.12.2026 betrifft die maschinenlesbare Markierung durch Anbieter nach Abs. 2.
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Texte mit Rechtswirkung wie AGB, Datenschutzerklärung oder verbindliche Zusagen in Angeboten, außerdem persönliche Nachrichten, bei denen der Absender als Mensch gemeint ist, etwa bei einer Beschwerdeantwort oder einem Kondolenzschreiben. Kundenstimmen und Erfahrungsberichte dürfen nie erfunden werden, auch nicht als Platzhalter. Vertrauliche Unterlagen gehören nur in Werkzeuge, die Ihr Unternehmen dafür freigegeben hat.
Ein Entwurf, der noch nach Maschine klingt?
Legen Sie Ihren Entwurf neben die Merkmale oben und markieren Sie jede Stelle, die zutrifft. Bleiben danach mehr Markierungen als Sätze übrig, schreiben Sie den Text besser neu, mit Ihren Fällen und Zahlen; dabei unterstützen wir Sie.
Nachweise
Quellen und Stand
Stand: 31.07.2026. Keine Rechtsberatung: Ob ein bestimmter Text unter Art. 50 Abs. 4 der KI-Verordnung fällt, hängt vom Einzelfall und vom Stand der Auslegung durch Behörden und Gerichte ab.
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