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Glossar · O

On-Premises

Software, die lokal auf den Servern eines Unternehmens installiert und betrieben wird.

Definition

On-Premises bezeichnet eine Art der Bereitstellung von Software oder IT-Infrastruktur, bei der die Systeme lokal innerhalb der eigenen Unternehmensumgebung installiert und betrieben werden. Dabei befinden sich Hard- und Software auf Servern oder Rechnern, die sich physisch im Unternehmen oder in dessen Rechenzentrum befinden. Die Verantwortung für Betrieb, Wartung und Sicherheit liegt vollständig beim Unternehmen selbst.

Im Gegensatz zu Cloud-Lösungen, bei denen Dienste über das Internet von externen Anbietern bereitgestellt werden, erfolgt bei On-Premises die Nutzung und Verwaltung der IT-Ressourcen vor Ort. Dies betrifft sowohl die Hardware als auch die darauf installierte Software, die für Geschäftsprozesse genutzt wird.

Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?

On-Premises gibt Ihnen die volle Kontrolle über Daten und Systeme, bedeutet aber auch, dass Sie Hardware, Stromausfälle, Backups, Updates und Sicherheit selbst verantworten. Für viele kleinere Firmen ist ein eigener Server im Büro inzwischen teurer und riskanter als ein gemieteter Server in einem deutschen Rechenzentrum. Sinnvoll bleibt der Betrieb vor Ort, wenn Maschinen, Prüfgeräte oder Produktionsanlagen ohne Internetverbindung weiterlaufen müssen oder Verträge die Datenhaltung im eigenen Haus vorschreiben.

Hintergrund und Entwicklung

Der Begriff On-Premises hat sich mit dem Aufkommen von Cloud-Computing stärker etabliert, um die traditionelle Form der IT-Bereitstellung abzugrenzen. Vor der Verbreitung von Cloud-Diensten war On-Premises die dominierende Methode, Software zu nutzen und Daten zu speichern. Unternehmen investierten in eigene Serverräume und IT-Personal, um ihre Systeme zu betreiben.

Mit der steigenden Verfügbarkeit von Internetdiensten und der Entwicklung von Cloud-Technologien seit den 2000er-Jahren entstand eine Gegenbewegung, die externe Hosting-Modelle bevorzugt. Dennoch bleibt On-Premises in vielen Branchen und Szenarien relevant, insbesondere wenn Sicherheits-, Datenschutz- oder Compliance-Anforderungen eine lokale Datenhaltung erfordern.

Funktionsweise und Betrieb

Bei On-Premises wird die Software auf den firmeneigenen Servern installiert, konfiguriert und betrieben. Dies umfasst die Beschaffung der Hardware, die Installation des Betriebssystems, die Einrichtung der Netzwerkinfrastruktur sowie die regelmäßige Wartung und Updates der Software. Die IT-Abteilung des Unternehmens ist für den laufenden Betrieb und die Fehlerbehebung verantwortlich.

Die Daten werden lokal gespeichert, was bedeutet, dass der Zugriff auf die Systeme meist innerhalb des Firmennetzwerks erfolgt. Externe Zugriffe sind nur über speziell eingerichtete Verbindungen möglich, etwa VPNs. Die Kontrolle über die Daten und Systeme liegt vollständig beim Unternehmen, was insbesondere für sensible oder geschäftskritische Anwendungen von Bedeutung ist.

Einsatzgebiete

On-Premises-Lösungen finden vor allem in Unternehmen Anwendung, die strenge Anforderungen an Datenschutz, Datensicherheit oder regulatorische Vorgaben erfüllen müssen. Branchen wie das Gesundheitswesen, die Finanzwirtschaft oder die öffentliche Verwaltung bevorzugen häufig lokale Installationen, um Compliance-Risiken zu minimieren.

Darüber hinaus werden On-Premises-Systeme oft eingesetzt, wenn eine hohe Performance oder geringe Latenzzeiten erforderlich sind, da die Datenverarbeitung direkt vor Ort erfolgt. Auch bei bestehenden IT-Infrastrukturen, die bereits in lokale Systeme investiert haben, bleibt On-Premises eine gängige Betriebsform.

Abgrenzung zu Cloud-Lösungen

Im Gegensatz zu Cloud-Computing, bei dem Dienste über das Internet von externen Anbietern bereitgestellt und verwaltet werden, erfolgt bei On-Premises die komplette Kontrolle und Verantwortung innerhalb des Unternehmens. Cloud-Dienste bieten oft mehr Flexibilität und Skalierbarkeit, während On-Premises eine stärkere Kontrolle und individuelle Anpassung ermöglicht.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Kostenstruktur: On-Premises erfordert meist höhere Anfangsinvestitionen für Hardware und Lizenzen sowie laufende Kosten für Betrieb und Wartung. Cloud-Lösungen hingegen basieren häufig auf einem nutzungsabhängigen Abonnementmodell. Die Wahl zwischen On-Premises und Cloud hängt von technischen, wirtschaftlichen und rechtlichen Faktoren ab.

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