Definition
SAP ist ein deutsches Softwareunternehmen, das vor allem für seine Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Systeme bekannt ist. Die Abkürzung SAP steht für „Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung“. Das Unternehmen wurde 1972 gegründet und hat sich seitdem zu einem der weltweit größten Anbieter von Unternehmenssoftware entwickelt.
Das bekannteste Produkt von SAP ist das ERP-System, das Geschäftsprozesse in Unternehmen verschiedener Branchen abbildet und steuert. SAP-ERP-Lösungen werden hauptsächlich von mittelständischen und großen Unternehmen eingesetzt, um Bereiche wie Finanzen, Logistik, Personalwesen und Produktion zu verwalten.
Was bedeutet das für Ihr Unternehmen?
Arbeiten Sie mit Kunden, Lieferanten oder einem Mutterkonzern zusammen, die SAP nutzen, wird die Anbindung Ihres Shops, Portals oder Ihrer Apps an deren System schnell zum Thema. Solche Schnittstellen laufen am besten über die offiziellen Wege von SAP, und der Aufwand hängt stark davon ab, welche Version im Einsatz ist und wie stark sie angepasst wurde. Viele Unternehmen stehen zudem vor dem Umstieg von SAP ECC auf S/4HANA, was bestehende Anbindungen betreffen kann.
Geschichte und Entwicklung
SAP wurde 1972 von fünf ehemaligen IBM-Mitarbeitern in Deutschland gegründet. Das erste Produkt war ein integriertes Finanzbuchhaltungsprogramm, das später zu einem umfassenden ERP-System erweitert wurde. In den 1990er Jahren etablierte sich SAP als führender Anbieter von ERP-Software weltweit.
Im Jahr 2015 brachte SAP die neue ERP-Plattform S/4HANA auf den Markt, die auf der In-Memory-Datenbanktechnologie HANA basiert. Diese Plattform soll die Verarbeitungsgeschwindigkeit erhöhen und neue Funktionen für die digitale Transformation bieten. Die ältere Version SAP ECC wird weiterhin von vielen Unternehmen genutzt, wird aber durch S/4HANA abgelöst; die reguläre Wartung für SAP ECC endet 2027, gegen Aufpreis ist eine verlängerte Wartung bis 2030 möglich.
Funktionsweise und Architektur
SAP-ERP-Systeme sind modular aufgebaut und decken verschiedene Geschäftsbereiche ab, darunter Finanzwesen, Controlling, Materialwirtschaft, Vertrieb, Produktion und Personalmanagement. Die Module sind eng integriert, sodass Daten zentral verwaltet und Prozesse über Abteilungsgrenzen hinweg koordiniert werden können.
Die neuere Plattform SAP S/4HANA nutzt die In-Memory-Datenbank HANA, die eine schnellere Datenverarbeitung und Echtzeitanalysen ermöglicht. Die Architektur von S/4HANA ist cloudfähig und unterstützt sowohl On-Premises- als auch Cloud-Implementierungen. Dadurch können Unternehmen flexibler auf sich ändernde Anforderungen reagieren.
Einsatzgebiete
SAP-Systeme werden vor allem in mittelständischen und großen Unternehmen eingesetzt, die komplexe Geschäftsprozesse abbilden müssen. Branchen wie Automobilindustrie, Chemie, Handel, Energie und Finanzdienstleistungen zählen zu den Hauptanwendern.
Die Software unterstützt Unternehmen bei der Automatisierung und Optimierung von Geschäftsprozessen, der Einhaltung von Compliance-Vorgaben und der Analyse von Geschäftsdaten. SAP wird sowohl für die operative Steuerung als auch für strategische Entscheidungen genutzt.
Abgrenzung zu anderen ERP-Systemen
SAP konkurriert mit anderen ERP-Anbietern wie Oracle, Microsoft Dynamics und Infor. Im Vergleich zu diesen Anbietern zeichnet sich SAP durch eine besonders breite Funktionalität und eine starke Ausrichtung auf große Unternehmen aus.
Während Microsoft Dynamics häufig von kleineren und mittelständischen Unternehmen verwendet wird, zielt SAP mit S/4HANA vor allem auf komplexe, global agierende Konzerne ab. Oracle bietet ebenfalls umfassende ERP-Lösungen an, legt aber einen stärkeren Fokus auf Datenbanktechnologie und Cloud-Services.