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Glossar · T

Tenant

Logisch isolierter Kunde innerhalb einer SaaS-Anwendung. Eigene Daten, eigene User, oft eigene Subdomain oder Domain.

Definition

Ein Tenant bezeichnet in der Informationstechnologie eine logisch isolierte Einheit innerhalb einer Software-Umgebung, insbesondere bei Cloud- oder SaaS-Anwendungen (Software as a Service). Jeder Tenant repräsentiert dabei einen separaten Kunden oder eine Kundengruppe, die die Anwendung nutzt, ohne dass Daten oder Konfigurationen mit anderen Tenants geteilt werden. Die Isolation gewährleistet, dass Nutzer und Daten eines Tenants unabhängig von anderen Tenants verwaltet werden können.

In der Praxis bedeutet dies, dass jeder Tenant eigene Benutzerkonten, Datenbestände und oft auch individuelle Einstellungen besitzt. Diese Trennung ist zentral für Multi-Tenant-Architekturen, bei denen eine einzige Software-Instanz mehreren Kunden dient, ohne deren Daten zu vermischen. Die Bezeichnung „Tenant“ stammt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich „Mieter“ oder „Untermieter“ und verdeutlicht die Idee der geteilten, aber getrennten Nutzung einer Ressource.

Hintergrund und Entstehung

Der Begriff Tenant wurde im Zuge der Entwicklung von Cloud-Computing und SaaS-Modellen populär, die seit den frühen 2000er-Jahren an Bedeutung gewinnen. Multi-Tenant-Architekturen ermöglichen es Anbietern, Ressourcen effizient zu nutzen, indem sie eine einzige Anwendung mehreren Kunden bereitstellen, ohne separate Installationen für jeden Kunden zu benötigen.

Die logische Trennung der Tenants ist dabei entscheidend für Datenschutz und Sicherheit. Anbieter wie Salesforce, Microsoft mit Office 365 oder Amazon Web Services nutzen Multi-Tenancy, um Skalierbarkeit und Kosteneffizienz zu gewährleisten. Die Verwaltung der Tenants erfolgt meist über dedizierte Verwaltungsoberflächen oder APIs, die eine klare Abgrenzung und Kontrolle erlauben.

Funktionsweise in Multi-Tenant-Systemen

Innerhalb einer Multi-Tenant-Anwendung ist jeder Tenant durch eine eindeutige Kennung identifizierbar. Diese Kennung wird verwendet, um Zugriffe, Daten und Einstellungen zuzuordnen und zu isolieren. Technisch erfolgt die Trennung häufig durch Datenbank-Schemata, separate Tabellen oder durch Filtermechanismen, die sicherstellen, dass Nutzer nur auf die Daten ihres eigenen Tenants zugreifen können.

Neben der Datenisolation kann ein Tenant auch eigene Konfigurationen besitzen, etwa hinsichtlich Benutzerrollen, Berechtigungen oder individueller Anpassungen der Benutzeroberfläche. Oft wird jedem Tenant eine eigene Subdomain oder Domain zugewiesen, beispielsweise tenantname.meineapp.de, um die Identifikation und den Zugriff zu erleichtern.

Einsatzgebiete und Bedeutung

Tenants sind vor allem in SaaS-Anwendungen verbreitet, die von vielen Kunden gleichzeitig genutzt werden. Beispiele finden sich in CRM-Systemen, Buchhaltungssoftware, Kollaborationsplattformen und vielen weiteren cloudbasierten Diensten. Die Multi-Tenant-Struktur ermöglicht es Anbietern, Updates zentral auszurollen, ohne dass jeder Kunde eine eigene Installation benötigt.

Darüber hinaus erleichtert die Tenant-Struktur die Abrechnung und Verwaltung, da jeder Tenant als eigenständige Einheit betrachtet wird. Dies ist besonders relevant für Unternehmen mit mehreren Tochtergesellschaften oder Abteilungen, die jeweils als eigener Tenant innerhalb derselben Anwendung geführt werden können.

Abgrenzung zu verwandten Begriffen

Ein Tenant unterscheidet sich von einem Benutzerkonto oder einer Benutzergruppe dadurch, dass er eine umfassendere organisatorische Einheit darstellt, die mehrere Nutzer und Daten umfasst. Während Benutzerkonten einzelne Personen repräsentieren, steht ein Tenant für einen gesamten Kunden oder eine Kundengruppe innerhalb der Anwendung.

Im Gegensatz zu Single-Tenant-Architekturen, bei denen jeder Kunde eine eigene Instanz der Software erhält, teilen sich bei Multi-Tenant-Systemen mehrere Tenants eine gemeinsame Software-Instanz. Single-Tenant-Modelle bieten oft eine stärkere physische Trennung, sind aber mit höheren Kosten und Wartungsaufwand verbunden.