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Abstraktes Relief aus dunklem Papier: ein Block aus vier Teilen, ein schmales Fach ist herausgezogen

IT-Budget 2027 planen: Positionen, die oft vergessen werden

Ein realistisches IT-Budget für 2027 besteht aus vier Teilen: laufende Kosten für Betrieb und Wartung, Pflicht-Updates und gesetzliche Vorgaben mit festen Terminen, priorisierte Projekte und eine eigene Reserve. Vergessen werden meist die Posten im zweiten Teil, weil sie keinen Projektnamen tragen.

6 min Lesezeit Beratung und Digitalisierung

Im Herbst wird geplant, im Januar wird gestritten. Viele IT-Budgets enthalten eine Liste von Projekten und die Lizenzen des Vorjahres, und im Laufe des Jahres kommen Posten dazu, die längst absehbar waren: ein Update, das nicht mehr warten kann, eine gesetzliche Frist, ein Preissprung beim Software-Abo. Dieser Beitrag sammelt die Positionen, die für 2027 mit Datum feststehen. Eine Prozentzahl vom Umsatz nennen wir bewusst nicht, dazu mehr in den Fragen am Ende. Wer die Planung mit Blick von außen aufsetzen will, findet das Angebot auf der Seite zur IT-Beratung.

Teil 1 · Grundlast

Laufende Kosten von Betrieb und Wartung

Den größten Teil eines IT-Budgets machen Kosten aus, die jedes Jahr wiederkehren. Sie sind leicht zu planen, wenn man sie vollständig erfasst:

  • Lizenzen und Abos: mit dem erwarteten Personalstand 2027, nicht dem aktuellen, und mit den angekündigten Preisänderungen der Anbieter. Wie Sie Abos vorher aufräumen, zeigt der Beitrag SaaS-Abos aufräumen.

  • Hosting und Betrieb: Server, Backups, Überwachung, Domains und Zertifikate.

  • Wartung eigener Software: Sicherheitsupdates, Anpassung an neue Versionen von Programmiersprache und Framework, kleine Fehlerbehebungen.

  • Support: interne Stunden oder ein externer Vertrag für Anfragen der Mitarbeiter.

Bei eigener Software und Websites ist die Wartung der Posten, der am häufigsten zu knapp angesetzt wird. Auch wenn keine neue Funktion dazukommt, ändern sich Betriebssystem, PHP, Datenbank und Bibliotheken. Ein Wartungsbudget, das nur Fehlerbehebungen enthält, reicht dafür nicht. Planen Sie zusätzlich die Updates ein, deren Termine feststehen, siehe nächster Abschnitt.

Teil 2 · Pflichttermine

Pflicht-Updates und Regulatorik mit Datum

Diese Posten stehen mit Datum fest. Sie gehören ins Budget, bevor das erste Projekt eingeplant wird. Die Tabelle ist der Stand vom 05.10.2026, Änderungen ergänzen wir hier mit Datum.

Zu einzelnen Zeilen gibt es eigene Beiträge: was beim PHP 8.2 Supportende zu tun ist, was die E-Rechnung ab 2027 für Buchhaltung und Rechnungsprogramm bedeutet, wie ein Meldeablauf nach dem Cyber Resilience Act aussieht und warum Apps jedes Jahr eine neue iOS-Version brauchen. Ob Ihr Unternehmen unter NIS2 fällt und damit Pflichten zu Risikomanagement und Meldungen hat, klärt der Beitrag NIS2 im Mittelstand.

Zu Windows 10 eine Rechnung, die Nachzügler oft unterschätzen: Die kostenpflichtigen Sicherheitsupdates für Unternehmen kosten im ersten Jahr 61 US-Dollar pro Gerät, der Preis verdoppelt sich jedes Jahr. Die Jahre bauen aufeinander auf. Wer erst im zweiten Jahr einsteigt, zahlt das erste mit, also 183 US-Dollar pro Gerät. Bei angenommenen 25 Rechnern sind das 4.575 US-Dollar für Updates, die mit neuen Geräten oder einem Umstieg auf Windows 11 entfallen.

Termin Was ins Budget gehört
PHP 8.2 Sicherheitsupdates enden am 31.12.2026 Update der Anwendungen auf eine neuere PHP-Version, mit Test und Anpassungen
Windows Server 2016 Erweiterter Support endet am 12.01.2027 Umzug der Dienste auf eine neuere Server-Version, geplant vor dem Stichtag
Windows 10 Regulärer Support endete am 14.10.2025, zweites Jahr der kostenpflichtigen Updates ab Oktober 2026 122 US-Dollar pro Gerät für das zweite Jahr oder neue Geräte und Windows 11
E-Rechnung Ausstellungspflicht ab 01.01.2027 bei mehr als 800.000 Euro Gesamtumsatz im Vorjahr Rechnungsprogramm, das XRechnung oder ZUGFeRD erzeugt, und ein Test mit der Buchhaltung
Laravel 12 Sicherheitskorrekturen bis 24.02.2027 Update auf Laravel 13, eingeplant im ersten Quartal
TLS-Zertifikate Ab 15.03.2027 höchstens 100 Tage gültig, ab 15.03.2029 höchstens 47 Tage Automatische Erneuerung für jedes Zertifikat, das noch von Hand erneuert wird
PHP 8.3 Sicherheitsupdates enden am 31.12.2027 Nächstes PHP-Update, Planung für Ende 2027 oder Anfang 2028
Cyber Resilience Act Meldepflicht für aktiv ausgenutzte Schwachstellen seit 11.09.2026 Für Hersteller von Software oder Geräten: Meldeablauf und Zuständigkeit
Apps in den Stores Jährlich neue Vorgaben von Apple und Google zu Entwicklungswerkzeugen Ein Update je App und Jahr, auch ohne neue Funktionen

Teil 3 · Projekte

Projekte priorisieren

Erst nach Grundlast und Pflichtposten kommen die Projekte. Für die Reihenfolge hilft eine schlichte Einteilung in drei Gruppen:

  1. Muss: Projekte, ohne die ein Pflichttermin aus dem vorigen Abschnitt nicht zu halten ist oder ein bekanntes Risiko bestehen bleibt.

  2. Bringt messbar etwas: Projekte mit einer Rechnung dahinter, etwa eingesparte Arbeitszeit oder zusätzlicher Umsatz. Die Rechnung muss vor der Freigabe stehen, nicht danach.

  3. Wünschenswert: alles andere. Diese Projekte kommen ins Budget, wenn Geld übrig ist, oder ins nächste Jahr.

Hilfreich ist, Projekte über das Jahr zu verteilen. Wer alle Vorhaben auf das erste Quartal legt, bindet Mitarbeiter und Dienstleister gleichzeitig und schiebt am Ende alles. Für jedes Projekt gehört neben den Baukosten der Folgebetrag ins Budget: Lizenzen, Hosting und Wartung ab Livegang. Ein Projekt, das im Juni live geht, kostet 2027 ein halbes Jahr Betrieb und 2028 ein ganzes.

Teil 4 · Reserve

Reserve für Unvorhergesehenes

Eine Reserve zeigt, dass die Planung mit dem Unbekannten rechnet. Ausfälle, Sicherheitslücken, Preisänderungen und kurzfristige Anforderungen von Kunden kommen jedes Jahr, nur weiß niemand vorher, welche. Drei Regeln machen die Reserve wirksam:

  • Eigene Zeile: Die Reserve steht sichtbar im Budget, nicht versteckt in Projektposten.

  • Freigaberegel: Vorab festlegen, wer sie wofür freigeben darf, zum Beispiel nur für Sicherheit, Ausfälle und gesetzliche Pflichten.

  • Rückblick: Am Jahresende auswerten, wofür sie gebraucht wurde. Daraus wird im Folgejahr ein geplanter Posten.

Ein steuerlicher Hinweis, der die Planung beeinflusst: Für Computerhardware und Software zur Dateneingabe und -verarbeitung darf nach einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums eine Nutzungsdauer von einem Jahr angesetzt werden. Ob und wie Sie das nutzen, klären Sie mit Ihrem Steuerberater, bevor Sie Anschaffungen auf Dezember oder Januar legen. Für Projekte mit Dienstleistern hilft ein Festpreis mit Meilensteinen, weil er den Betrag vorab festlegt, wie der Beitrag Festpreis für Webprojekte zeigt.

Kurz beantwortet

Häufige Fragen

  • Eine belastbare Zahl für alle Unternehmen gibt es nicht. Veröffentlichte Vergleichswerte unterscheiden sich je nach Branche, Größe und Abgrenzung stark, etwa ob Personal und Telefonie mitzählen. Sinnvoller ist es, das Budget von unten aufzubauen: Grundlast, Pflichtposten, priorisierte Projekte und Reserve.

  • Teilen Sie Wartung in zwei Teile: einen festen Betrag für laufende Updates und Fehlerbehebungen und einzeln geplante Posten für Updates mit bekanntem Termin, etwa ein Wechsel der PHP- oder Framework-Version. Der Rückblick auf die Wartungsrechnungen der letzten zwei Jahre zeigt, ob der feste Betrag gereicht hat.

Budget mit Blick von außen

Legen Sie die Fristentabelle neben Ihre Systemliste. Wo Sie nicht sicher sind, welche Version läuft oder was ein Update kostet, gehen wir die Systeme mit Ihnen durch.

Mehr zur IT-Beratung

Nachweise

Quellen und Stand

Stand: 05.10.2026. Support-Zeiträume von PHP und Laravel, Preise und Termine der Windows-10-Sicherheitsupdates und das Supportende von Windows Server 2016 laut Microsoft, Laufzeiten von TLS-Zertifikaten laut CA/Browser Forum, Fristen zu E-Rechnung und Cyber Resilience Act, BMF-Schreiben zur Nutzungsdauer. Die Hinweise zu Steuer und Gesetzen sind keine Steuer- oder Rechtsberatung. Fragen zu Ihrem Unternehmen klären Sie mit Ihrem Steuerberater oder einem Anwalt.

Später erschienen: OWASP Top 10 2025 für die Sicherheitsposten im Budget.