Website-Relaunch planen: der Ablauf in sieben Schritten
Ein Website-Relaunch hält seinen Zeitplan, wenn Ziele, Bestand und Seitenstruktur feststehen, bevor jemand gestaltet oder programmiert. Danach laufen Texte und Gestaltung parallel, es folgen Umsetzung mit Abnahme, der Launch und vier Wochen Beobachtung.
Wer mit Entwürfen für die Startseite beginnt, entscheidet über Navigation und Seitentypen, bevor klar ist, welche Inhalte es gibt und welche Seiten bisher Anfragen bringen. Diese Entscheidungen kommen später als Änderungswünsche zurück, meist dann, wenn die Umsetzung schon läuft.
Der Ablauf unten ist aus Sicht des Unternehmens geschrieben, das den Relaunch beauftragt: Was Sie in welchem Schritt entscheiden, liefern und abnehmen. Am Ende steht ein Beispielplan über zwölf Wochen für eine mittelgroße Unternehmenswebsite. Welche Posten einen Relaunch teuer machen, erklärt der Beitrag Was kostet eine Firmenwebsite?; hier geht es um die Abfolge.
Anlass
Woran Sie merken, dass ein Relaunch fällig ist
Ein Relaunch ist fällig, wenn sich das Problem nicht mehr mit einzelnen Änderungen lösen lässt. Drei Anzeichen sprechen dafür:
Die Technik bremst. Das CMS oder die PHP-Version bekommen keine Sicherheitsupdates mehr, jedes Update bricht eine Erweiterung, oder neue Seitentypen lassen sich nur mit Umwegen anlegen.
Die Struktur passt nicht mehr zum Angebot. Leistungen sind dazugekommen oder weggefallen, die Navigation bildet das nicht ab, und die Redaktion legt Inhalte dort ab, wo gerade Platz ist.
Pflichten lassen sich im Bestand kaum erfüllen. Ein Beispiel ist die Barrierefreiheit. Ob Ihr Angebot unter das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz fällt, klärt der Beitrag BFSG: Welche Websites barrierefrei sein müssen. Fällt es darunter, ist ein Neubau mit sauberer Grundlage oft günstiger als das Nachrüsten eines alten Themes.
Wenn nur die Optik altert, Struktur und Technik aber tragen, reicht häufig eine Überarbeitung der Gestaltung. Ein Relaunch ändert dagegen mindestens zwei der drei Ebenen Struktur, Technik und Gestaltung.
Schritte 1 bis 3
Ziele, Bestandsaufnahme und Seitenstruktur
Schritt 1: Ziele und Messgrößen festlegen
Schreiben Sie auf, was die neue Website leisten soll, und zwar so, dass man es nach dem Launch messen kann: Anfragen über das Kontaktformular, Bewerbungen, Downloads eines Katalogs, Terminbuchungen. Zu jedem Ziel gehört der bisherige Wert aus der Webanalyse oder dem CRM. Ohne diesen Ausgangswert lässt sich vier Wochen nach dem Launch nicht sagen, ob der Relaunch geholfen hat.
In diesen Schritt gehört auch die Frage, wer im Unternehmen entscheidet. Fehlt ein Projektverantwortlicher mit Entscheidungsbefugnis, bleiben Freigaben liegen, und jede Woche Wartezeit verschiebt den Launch.
Schritt 2: Bestandsaufnahme von Inhalten, Adressen und Zahlen
Die Bestandsaufnahme ist eine Liste aller Seiten der alten Website mit vier Angaben: Adresse, Aufrufe der letzten zwölf Monate laut Webanalyse, Klicks aus der Google-Suche im selben Zeitraum (aus der Google Search Console) und eine Entscheidung: übernehmen, überarbeiten, zusammenlegen oder streichen. Seiten mit vielen Klicks aus der Suche behalten ihr Thema und bekommen eine Weiterleitung von der alten auf die neue Adresse.
Wie viel diese Liste wert ist, zeigt das Projekt MEISTERWERK Kfz-Gutachten: Die Website hat in fünf Jahren zwei vollständige Plattform-Wechsel und einen Marken-Wechsel durchlaufen. Beim aktuellen Relaunch lief vor dem Umzug eine eigene Prüfung über alle alten Inhalte, mit Erkennung doppelter Texte, SEO-Vergleichsberichten und einer Liste der häufigsten Mehrfachstellen, damit keine Substanz verloren geht.
Wer das CMS wechselt, ordnet in diesem Schritt auch die Felder des alten Systems den neuen Inhaltsarten zu. Wie das bei einem Umzug von WordPress nach Statamic aussieht, zeigt ACF-Felder nach Statamic übertragen.
Schritt 3: Seitenstruktur und Seitentypen
Aus Zielen und Bestand entsteht die neue Struktur: Navigation, Seitenbaum und die Liste der Seitentypen, also der unterschiedlich aufgebauten Vorlagen wie Startseite, Leistungsseite, Referenz oder Stellenanzeige. Für jede Seite steht fest, welche Suchanfrage sie bedienen soll. Ob ein Begriff eine eigene Leistungsseite oder einen Beitrag braucht, klärt Landingpage oder Blogbeitrag?. Was Google bei der Bewertung von Inhalten tatsächlich zählt, ordnet SEO ohne Buzzword-Bingo ein.
Ergebnis von Schritt 3 sind Seitenbaum und Wireframes, also graue Skizzen der Seitentypen ohne endgültige Gestaltung. Mit ihrer Freigabe ist der Umfang festgelegt.
Schritte 4 und 5
Inhalte und Gestaltung parallel entwickeln
Schritt 4: Inhalte schreiben
Texte entstehen auf Grundlage der Wireframes, nicht erst, wenn die Seiten programmiert sind. Jeder Seitentyp hat feste Felder (Überschrift, Einleitung, Abschnitte, Handlungsaufforderung), und die Texte werden direkt in dieser Gliederung geschrieben. Wie eine Leistungsseite aufgebaut ist, die Fragen beantwortet und zur Anfrage führt, zeigt Webseitentexte, die verkaufen.
Planen Sie für Texte die meiste Zeit auf Ihrer Seite ein: Fachabteilungen liefern Informationen, jemand schreibt, jemand gibt frei. Fehlt die Kapazität im Haus, lässt sich das Schreiben auslagern; was zu einer Texterstellung für Websites gehört, beschreibt unsere Leistungsseite.
Schritt 5: Gestaltung
Parallel zu den Texten entsteht die Gestaltung, zuerst an zwei oder drei Seitentypen mit echten Texten statt Platzhaltern, danach für die übrigen. Echte Texte zeigen früh, ob eine Überschrift in zwei Zeilen passt oder ob ein Abschnitt für den Inhalt zu knapp ist. Gestaltet wird für Smartphone und Desktop; die Barrierefreiheit (Kontraste, Schriftgrößen, Fokus-Rahmen) wird bereits in diesem Schritt mitgeprüft.
Schritt 6
Umsetzung und Abnahme
In der Umsetzung entsteht die Website im CMS: Vorlagen, Eingabemasken für die Redaktion, Formulare und Anbindungen. Die Arbeit läuft auf einer Staging-Umgebung, einer Kopie mit eigener Adresse, auf der Sie jeden Seitentyp prüfen, bevor er live geht. Wie wir Websites technisch umsetzen und welche Systeme wir dafür einsetzen, steht auf der Seite Website-Entwicklung.
Planen Sie die Umsetzung in Abschnitten mit eigener Abnahme, etwa Startseite und Leistungsseiten, dann Referenzen und Stellen, dann Formulare. Jede Abnahme prüft vorher vereinbarte Kriterien. Wie man solche Meilensteine schneidet und Kriterien prüfbar formuliert, beschreibt Festpreis für Webprojekte.
Am Ende von Schritt 6 werden die Inhalte eingepflegt und die Weiterleitungen aus Schritt 2 angelegt. Ab hier gilt ein Änderungsstopp für die alte Website: Was dort nach dem Export noch geändert wird, fehlt auf der neuen.
Schritt 7
Launch und die ersten vier Wochen danach
Der Launch selbst dauert Minuten, wenn alles vorbereitet ist: Umstellung von Domain oder Server, Weiterleitungen aktiv, Formulare mit einer Testanfrage geprüft, Sitemap in der Search Console eingereicht. Google empfiehlt, einen Umzug in eine Zeit mit wenig Besuchern zu legen, und nennt für kleine bis mittelgroße Websites einige Wochen, bis die meisten Seiten unter der neuen Adresse erfasst sind. Die Weiterleitungen sollen laut Google so lange wie möglich bestehen bleiben, im Allgemeinen mindestens ein Jahr.
In den vier Wochen danach prüfen Sie einmal pro Woche:
Fehlerseiten (404) in der Search Console und im Serverprotokoll, mit Weiterleitung für jede alte Adresse, die noch aufgerufen wird.
Klicks und Impressionen der Seiten, die vor dem Relaunch die meisten Besucher gebracht haben, im Vergleich zur alten Adresse.
Die Messgrößen aus Schritt 1, also Anfragen, Bewerbungen und Buchungen.
Rückmeldungen der Redaktion: Was im neuen CMS umständlich ist, lässt sich in dieser Phase noch günstig ändern.
Bei MEISTERWERK Kfz-Gutachten zeigen Vorher- und Nachher-Berichte, dass die Sichtbarkeit beim Marken-Wechsel nicht eingebrochen ist. Solche Berichte gehen nur, wenn die Ausgangswerte aus Schritt 1 und 2 vorliegen. Wer nach dem Launch welche Aufgaben übernimmt, klärt Wer betreut Ihre Website nach dem Launch?.
Beispiel
Zwölf Wochen bis zum Launch: ein Beispielplan
Der folgende Plan ist ein erfundenes Beispiel, kein Angebot. Annahmen: eine Unternehmenswebsite mit rund 40 Seiten und sechs Seitentypen, eine Sprache, neue Texte, eigene Gestaltung, Wechsel des CMS. Die Zeilen zeigen, welche Schritte sich überlappen dürfen und wo Ihre Freigaben den Takt bestimmen.
Woche 1-2 Schritt 1 Ziele, Messgrößen, Ausgangswerte Freigabe: Ziele
Woche 1-3 Schritt 2 Bestandsaufnahme, URL-Liste, Zahlen Freigabe: Liste übernehmen/streichen
Woche 3 Schritt 3 Seitenbaum, Seitentypen, Wireframes Freigabe: Umfang
Woche 4-8 Schritt 4 Texte je Seitentyp Freigabe: je Seitentyp
Woche 4-7 Schritt 5 Gestaltung, erst 3 dann 6 Seitentypen Freigabe: Gestaltung
Woche 6-10 Schritt 6 Umsetzung auf Staging, 3 Abschnitte Abnahme: je Abschnitt
Woche 11 Schritt 6 Inhalte einpflegen, Weiterleitungen Änderungsstopp alte Website
Woche 12 Schritt 7 Launch, Sitemap, Testanfragen Abnahme: Livegang
Woche 13-16 Schritt 7 Beobachtung: 404, Klicks, Anfragen wöchentlich 30 Minuten
Puffer: keine eigene Woche, sondern je eine Freigabe pro Woche
verschoben = Launch verschoben (Woche 12 hängt an Woche 8 und 11)
Der Plan zeigt Dauer und Abhängigkeiten. Eine Aufwandsrechnung in Personentagen steht im oben verlinkten Beitrag zu den Website-Kosten, allerdings für ein anderes Szenario: 30 Seiten, sechs Seitentypen, zwei Sprachen und eine CRM-Anbindung, zusammen 27 Personentage. Auf die 40 Seiten in einer Sprache ohne CRM aus diesem Plan lässt sich die Zahl nicht direkt übertragen, weil die zweite Sprache und die Anbindung dort eigene Posten sind und mehr Seiten mehr Einpflegen bedeuten. Für Ihr Projekt ergibt sich der Aufwand erst aus Ihrer Bestandsliste aus Schritt 2.
Zeitplan halten
Typische Verzögerungen und wie Sie sie vermeiden
Im Beispielplan hängen die Termine weniger an der Programmierung als an den Übergängen zwischen den Schritten, an denen Freigaben und Zulieferungen stehen. Dort drohen diese Verzögerungen:
Freigaben ohne Termin. Legen Sie für jede Freigabe im Plan ein Datum und eine Person fest. Eine Woche Verzug bei der Freigabe der Gestaltung verschiebt alles danach um dieselbe Woche.
Zu viele Beteiligte in jeder Runde. Fachabteilungen geben Inhalte frei, eine Person gibt Gestaltung und Umsetzung frei. Wer bei jeder Runde mitredet, verlängert jede Runde.
Texte erst nach der Umsetzung. Dann steht eine fertige Website ohne Inhalt, und Platzhalter verdecken, dass Seitentypen nicht zu den Texten passen.
Weiterleitungen am Launchtag. Die Zuordnung alter zu neuen Adressen gehört in Schritt 2 und wird in Schritt 6 auf Staging getestet.
Pflichten kurz vor dem Start. Barrierefreiheit, Einwilligungen für eingebundene Dienste und Pflichtseiten gehören bereits in die Wireframes.
Kurz beantwortet
Häufige Fragen
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Der Beispielplan oben rechnet für eine mittelgroße Unternehmenswebsite mit neuen Texten und eigener Gestaltung mit zwölf Wochen bis zum Launch, vorausgesetzt, jede Freigabe kommt innerhalb einer Woche. Ihr eigener Zeitplan ergibt sich aus Zahl der Seitentypen, Textmenge und Freigabewegen. Ein reiner Technikwechsel ohne neue Gestaltung und neue Texte geht schneller. Dazu kommen vier Wochen Beobachtung nach dem Launch.
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Eine Person mit Entscheidungsbefugnis als Projektverantwortlicher, dazu je Fachbereich jemand, der Inhalte liefert und prüft, und die Person, die die Website später pflegt. Geschäftsführung und Vertrieb sind bei Zielen und Struktur dabei; die Korrekturrunden laufen ohne sie.
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Sobald Seitenbaum und Wireframes freigegeben sind, also vor der Gestaltung oder parallel dazu. Wer Texte erst nach der Programmierung schreibt, verlängert das Projekt um die gesamte Schreibzeit und merkt zu spät, wenn ein Seitentyp nicht zum Inhalt passt.
Wenn mit dem Relaunch das CMS wechselt
Für den technischen Teil eines Wechsels zu Statamic gibt es einen festen Rahmen: Der Statamic-Migration-Sprint dauert vier Wochen und beginnt ab 14.900 Euro netto für eine Website mit einem Quellsystem, einer Sprache und bis zu rund 300 Seiten. Neue Gestaltung und neue Texte gehören nicht zum Paket und kommen bei einem vollständigen Relaunch hinzu.
Nachweise
Quellen und Stand
Stand: 10.09.2026. Empfehlungen zu Website-Umzügen laut Google Search Central, Paketinhalte und Preise des Migration-Sprints laut unserer Seite zum Statamic-Migration-Sprint, Projektangaben laut Projektseite MEISTERWERK Kfz-Gutachten. Der Zeitplan ist ein erfundenes Beispiel.
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