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Abstrakte Formen aus Mattglas: eine weiche Masse, die am Fuß erstarrt ist und einen Block festhält

Vendor-Lock-in: Auch Cloud ist eine Falle

CMS-Lock-in versteht jeder. Cloud-Lock-in ist subtiler und teurer. Wie man von Anfang an portabel baut, statt später Millionen für die Migration zu zahlen.

9 min Lesezeit Anti-Hype-Meinung

Die unterschätzte Bindung

Cloud-Lock-in ist keine technische Frage, sondern eine wirtschaftliche

Wer denkt, AWS sei nur „ein Hoster mit vielen Diensten“, hat den eigentlichen Bindungs-Hebel noch nicht verstanden.

Eine Kapselmaschine, in die nur ihre eigenen orangen Kapseln passen: bequem, bis man die Sorte wechseln will.

Der Trick mit den Managed Services

EC2 kann man migrieren. DynamoDB, Cognito, Step Functions, EventBridge, SQS, Kinesis und Lambda mit AWS-spezifischen Triggern eher nicht. Jede dieser Komponenten ersetzt einen Standard durch eine proprietäre API. Ein Jahr später ist die Anwendung ohne AWS nicht mehr lauffähig - nicht weil es technisch unmöglich wäre, sondern weil eine Migration einem Rewrite gleichkommt. Genau das ist die Lock-in-Mechanik, und sie ist nicht zufällig so gebaut.

Ein Wassertank: oben läuft es kostenlos hinein, am Auslass sitzt ein oranger Münzautomat, der jeden Liter einzeln abrechnet.

Egress-Gebühren als Migrationsbremse

AWS, Azure und GCP rechnen den Daten-Abfluss nach außen separat ab. Bei 50 TB Bestand reden wir je nach Region über fünfstellige Beträge - nur um die Daten zum nächsten Anbieter zu bringen. Zufluss ist kostenlos, Abfluss ist teuer. Das ist kein Versehen, sondern ein Geschäftsmodell. Wer das früh kennt, baut den Daten-Pfad anders auf.

Was wirklich teuer wird

Die Stellen, an denen man sich am stärksten festnagelt

Drei Schichten sind besonders kritisch: Identität, Daten und Workflow-Orchestrierung. Wer hier proprietäre Dienste einsetzt, baut die teuerste Form von Lock-in ein.

Eine schwere Truhe mit eingebautem orangem Schloss: die Nutzerdaten liegen sicher drin, aber den Schlüssel behält der Anbieter.

Identitäts-Lock: Cognito, Azure AD B2C, Firebase Auth

Wer Login und Session-Handling an Cognito, Azure AD B2C oder Firebase Auth hängt, exportiert seine Nutzer-Datenbank nur noch eingeschränkt. Passwort-Hashes bleiben drin, Refresh-Token-Schemas sind proprietär, MFA-Setups sind anbieter-spezifisch. Wir setzen lieber auf Keycloak, Authentik oder selbst gebaute OAuth-2-Setups auf Laravel-Basis - portabel, auditierbar, kein Migrations-Albtraum.

Ein Eimer voll Beton, der orange Pfosten ist darin fest eingegossen: so bindet ein proprietärer Datenbankdienst die ganze Datenschicht.

Datenbank-Lock: DynamoDB, Cosmos DB, Bigtable

Proprietäre NoSQL-Dienste bieten Skalierung in einem Klick und binden im Gegenzug die gesamte Daten-Schicht an einen Anbieter. DynamoDB-Streams, Single-Table-Designs und Cosmos-DB-Partition-Keys lassen sich nicht 1:1 nach PostgreSQL übertragen. Wir bauen Daten-Modelle auf PostgreSQL oder MySQL mit klaren Domain-Grenzen. Das skaliert für 99 Prozent der Anwendungen ausreichend - und läuft überall.

Eine Spielkonsole, das orange Modul läuft nur in genau diesem Gerät: so binden proprietäre Workflow-Dienste die Abläufe.

Workflow-Lock: Step Functions, Logic Apps, Cloud Workflows

Visuelle Workflow-Engines der Hyperscaler sind verlockend für Architekten, die schnell Diagramme zeigen wollen. Sie sind aber komplett anbieter-spezifisch - ihre JSON- oder YAML-Definitionen sind nicht standardisiert. Wer ernsthaft portabel bleiben will, nutzt Temporal, Camunda oder schlicht Laravel-Jobs mit klaren Queue-Workern. Das ist weniger glamourös, lässt sich aber in zwei Wochen statt in zwei Quartalen migrieren.

Cloud-Audit gefällig?

Wir prüfen Ihr Setup auf Lock-in-Risiken und zeigen, was eine Migration heute realistisch kostet.

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Portabilität als Design-Prinzip

Wie man portabel baut, ohne Multi-Cloud-Theater

Portabel heißt nicht: alles auf drei Clouds parallel. Es heißt: jederzeit umziehbar sein, falls nötig. Das ist eine Architektur-Haltung, keine Tool-Auswahl.

Ein Kofferradio mit offenem Batteriefach, die orangen Standardbatterien passen in jedes Gerät, auf jedem Anbieter und in jedem Rechenzentrum.

Open Standards als Default

Wir bauen auf Standard-Linux-Servern, S3-kompatiblem Object-Storage (MinIO, Hetzner Object Storage, Cloudflare R2), PostgreSQL und standardisierten Message-Queues wie Redis oder RabbitMQ. Jede dieser Komponenten läuft auf jedem Cloud-Anbieter und genauso auf Bare-Metal in einem Hetzner-Rechenzentrum. Wenn wir morgen umziehen müssen, ist das eine Frage von Tagen, nicht von Quartalen.

Ein goldener Käfig mit orangen Stäben, darin sitzt die Anwendung: bequem eingerichtet, aber nicht mehr frei.

Cloud-Native ja, Cloud-Vendor nein

Cloud-Native bedeutet zwölf-Faktor-Apps, Container-Workloads, deklarative Infrastruktur. Cloud-Vendor-Native bedeutet AWS Lambda + DynamoDB + EventBridge in einer engen Verflechtung. Das eine ist ein Architektur-Pattern, das überall läuft. Das andere ist ein goldener Käfig. Wir nehmen Pattern A und lassen B den Beratern, die nach Stunden abrechnen.

Eine orange Eiswürfelform, jeder herausgelöste Würfel hat genau dieselbe Form: einmal beschrieben, überall gleich aufgebaut.

Infrastructure-as-Code, anbieter-unabhängig

Terraform oder OpenTofu beschreibt Infrastruktur deklarativ und kann sowohl AWS als auch Hetzner Cloud, Azure und GCP ansteuern. Wer hier Provider-spezifische Konstrukte vermeidet, erspart sich später viel Aufräumarbeit. Ansible, NixOS und einfache shell-basierte Bootstrap-Skripte halten die Server-Vorbereitung ebenfalls portabel. Klingt nach Aufwand - ist aber nach dem ersten Setup Routine.

Was wir empfehlen

Multi-Cloud als Exit-Option, nicht als Dauerzustand

Echte parallele Multi-Cloud-Setups sind selten sinnvoll. Wir empfehlen Mono-Cloud mit dokumentierter Exit-Strategie - getestet, nicht nur als Folie.

Eine einzige orange Kabeltrommel versorgt alles, drei Stecker stecken in derselben Trommel: ein Anbieter, eine Rechnung, ein Überblick.

Mono-Cloud spart Komplexität

Ein Anbieter, ein Identity-System, ein Billing, ein Monitoring. Multi-Cloud sieht auf Folien gut aus, kostet aber in der Praxis doppelte Tooling-Lizenzen, doppeltes Wissen im Team und eine Latenz-Hölle, sobald Dienste über Anbieter-Grenzen kommunizieren. Wir empfehlen einen Hauptanbieter - bevorzugt Hetzner oder Laravel Cloud im EU-Kontext - und einen ausgemachten Backup-Pfad.

Ein oranges Rettungsboot hängt an seinen Davits und schwenkt zur jährlichen Übung kurz aus: eine Exit-Strategie, die geprobt ist.

Migrations-Drill, einmal im Jahr

Exit-Strategien, die nie getestet wurden, sind keine Strategien. Wir empfehlen einmal jährlich einen Migrations-Drill: Ein nicht-produktives Sub-System wird komplett auf einen anderen Anbieter umgezogen. Was dabei knirscht, ist die eigentliche Lock-in-Schwachstelle. Die wird dokumentiert und im nächsten Sprint adressiert. So bleibt Portabilität ein lebender Zustand, nicht ein Wunsch im Lasten-Heft.

Ein Notausgang mit oranger Paniktürstange: die Exit-Klausel steht im Vertrag, bevor man sie braucht.

Verträge mit Exit-Klauseln verhandeln

Cloud-Lock-in ist auch ein juristisches Thema. In Enterprise-Verträgen lohnen Klauseln zu Daten-Export-Pflichten, Egress-Kosten-Caps bei Vertragsende und Mindest-Migrations-Fenstern. Das verhandeln viele Einkaufs-Abteilungen heute schon - Engineering und Legal sollten dabei am selben Tisch sitzen. Wir liefern auf Wunsch die technische Anforderungs-Liste dafür.

Wie fest sitzt Ihr Stack im Käfig?

Wir machen einen ehrlichen Cloud-Lock-in-Check für Ihr Setup - mit konkreten Migrations-Aufwänden in Stunden, nicht in Powerpoint-Folien.

Keine generische Beratung, sondern eine Liste der drei teuersten Bindungs-Punkte in Ihrer Architektur und ein Vorschlag, wie Sie sie in den nächsten zwei Quartalen abbauen. Ohne Religionskrieg gegen die Hyperscaler, sondern mit klaren Zahlen.

Cloud-Lock-in-Check anfragen